Tipps & Praxis

Objektiv mit variabler Blende

Laut aktuellen Gerüchten könnte das iPhone 18 Pro eine variable Blendenöffnung erhalten – das wäre ein wichtiger Schritt nach vorne für die Smartphone-Fotografie.

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Das Kamerasystem des iPhone genießt seit Jahren einen hervorragenden Ruf. Und tatsächlich liefern das iPhone 17 Pro und das iPhone 17 Pro Max konstant hochauflösende Bilder mit präziser Farbwiedergabe. Seit ihrer Einführung im September 2025 haben beide Modelle ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Entsprechend wenig überraschend war die Nachricht, dass die Astronauten der Artemis-II-Mission ein iPhone 17 Pro Max nutzten, um an Bord des Orion-Raumschiffs beeindruckende Aufnahmen des Mondes zu machen.

Sommer-Angebot

Bokeh

Das japanische Wort „Bokeh“ bezeichnet die Unschärfe in einem Bild und steht in Zusammenhang mit der Tiefenschärfe. Genauer gesagt beschreibt Bokeh die ästhetische Qualität der unscharfen Bildbereiche. Sichtbar wird dieser Effekt bei einer großen Blendenöffnung und einem lichtstarken Objektiv – oder im Porträtmodus auf dem iPhone.

Trotzdem ruht sich Apple nicht auf seinen Erfolgen aus. Gerüchten zufolge sollen das iPhone 18 Pro, das noch in diesem Jahr erwartet wird, erstmals über eine variable Blende verfügen. 

Die Blende bestimmt, wie viel Licht auf den Kamerasensor fällt. Eine variable Blende könnte daher die Lichtmenge und die Tiefenschärfe besser an unterschiedliche Lichtverhältnisse anpassen. Das würde eine präzisere Fokussierung von Motiven ermöglichen und gleichzeitig für einen echten optischen Hintergrundunschärfe-Effekt sorgen.

Das iPhone 17 Pro verfügt über drei Objektive mit 48 Megapixeln und jeweils fester Blende.
Das iPhone 17 Pro verfügt über drei Objektive mit 48 Megapixeln und jeweils fester Blende. (Bild: Apple)

Mehr Kontrolle über das Licht

Die Einführung einer variablen Blende wäre eine der bedeutendsten Veränderungen in der Geschichte der iPhone-Kamera. Seit dem ersten iPhone im Jahr 2007 setzt Apple auf feste Blendenwerte. Das bedeutet, dass jede Kameraöffnung auf eine bestimmte Größe ausgelegt ist, um möglichst viel Licht einzufangen.

Die Blende wird in sogenannten ƒ-Werten angegeben. Dabei gilt: Je kleiner die Zahl, desto größer die Öffnung und desto mehr Licht gelangt auf den Sensor. Beim iPhone 17 Pro besitzt die 48-Megapixel-Fusion-Hauptkamera eine feste Blende von ƒ/1,78, die 48-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera arbeitet mit ƒ/2,2 und die 48-Megapixel-Telekamera mit ƒ/2,8.

Ein Telekonverter für das iPhone?

Laut dem Leaker Smart Pikachu prüft Apple derzeit die Entwicklung eines Telekonverters für zukünftige iPhone-Modelle. Die Technik könnte bereits mit dem iPhone 18 Pro erscheinen, wahrscheinlicher ist jedoch eine spätere Einführung.

Ein Telekonverter verlängert die effektive Brennweite eines Teleobjektivs und wirkt wie eine Lupe. Dadurch steigt die Zoomreichweite, sodass weit entfernte Motive näher herangeholt werden können. Allerdings bringt die Technik auch Nachteile mit sich.

Telekonverter verringern die Lichtmenge, die den Sensor erreicht. Dadurch reduziert sich die maximale Blendenöffnung, zudem können Schärfe und Kontrast leicht leiden. Besonders bei wenig Licht könnte die Kamera daher nicht dieselbe Leistung erzielen wie ein Objektiv ohne Telekonverter. Dennoch könnte dieser Kompromiss für viele Nutzer attraktiv sein, wenn dadurch deutlich größere Zoomstufen möglich werden. Apple dürfte die Technik direkt in das Kamerasystem integrieren, statt sie als separates Zubehör anzubieten.

Sandmarc gehört zu den wenigen Herstellern, die Telekonverter-Zubehör für das iPhone anbieten.
Sandmarc gehört zu den wenigen Herstellern, die Telekonverter-Zubehör für das iPhone anbieten. (Bild: Sandmarc)

Zwar lässt sich die Blende auf dem iPhone bereits heute verändern. Im Porträtmodus der Kamera-App können Sie über den Regler Werte zwischen ƒ/1,4 und ƒ/16 auswählen. Tatsächlich verändert das iPhone dabei jedoch nicht die physische Blende, sondern berechnet per Software die Tiefenschärfe neu. Ein niedriger Wert erzeugt eine stärkere Hintergrundunschärfe, ein hoher Wert lässt mehr Bildbereiche scharf erscheinen. Die tatsächliche Lichtmenge bleibt dabei unverändert.

Dennoch funktionieren diese Effekte erstaunlich gut. Die hohe Bildqualität moderner iPhones beruht auf einer Kombination aus Rechenfotografie, schnellen Verschlusszeiten und ausgefeilter Bildverarbeitung. Da die Sensoren kleiner sind als bei klassischen Kameras, erzeugen sie von Natur aus eine größere Tiefenschärfe. Eine physisch variable Blende würde hier zusätzliche Möglichkeiten schaffen. Bei hellem Licht könnte die Kamera die Öffnung verkleinern, wodurch weniger Licht einfällt und mehr Bildbereiche scharf dargestellt würden.

Ein Blick in die Zukunft

Analyst Ming-Chi Kuo erklärte dazu: „Eine variable Blende in zukünftigen iPhone-Modellen würde der Hauptkamera erlauben, die einfallende Lichtmenge zu steuern und sich besser an unterschiedliche Lichtverhältnisse anzupassen. Außerdem würde sie mehr Kontrolle über die Tiefenschärfe ermöglichen, sodass Motive schärfer hervorgehoben oder Hintergründe weicher dargestellt werden können.“

Besonders bei Videoaufnahmen in heller Umgebung könnte dies Vorteile bringen. Aber auch Fotos würden profitieren. Nutzer könnten je nach Situation zwischen großer und kleiner Blendenöffnung wählen, um entweder möglichst viel Schärfentiefe oder eine gezielte Freistellung des Motivs zu erreichen. Da der Effekt optisch und nicht künstlich per Software erzeugt wird, wären die Ergebnisse natürlicher und weniger fehleranfällig. Zudem erhielten Fotografen deutlich mehr Kontrolle über ihre Aufnahmen.

Automatisch oder manuell

Noch lässt sich nicht sagen, ob Apple eine variable Blende vollautomatisch wie beim Samsung Galaxy S9 oder manuell wie bei klassischen Spiegelreflexkameras umsetzen wird. Ebenso ist denkbar, dass Künstliche Intelligenz die Steuerung der variablen Blende übernimmt.

Allerdings ist die Idee einer variablen Blende nicht neu. Dass sie bislang kein Industriestandard geworden ist, deutet darauf hin, dass ihre Umsetzung in Smartphones gewisse Herausforderungen mit sich bringt.

Bereits 2009 verfügte das Nokia N86 über drei Blendenstufen und wechselte automatisch zwischen ƒ/2,4, ƒ/3,2 und ƒ/4,8. 2018 führte Samsung beim Galaxy S9 eine Dual-Aperture-Technologie ein. Die Kamera wechselte automatisch zwischen ƒ/1,5 für schlechte Lichtverhältnisse und ƒ/2,4 für hellere Umgebungen. Huawei ging 2022 mit dem Mate 50 Pro noch weiter und verbaute eine mechanisch verstellbare Zehn-Stufen-Blende mit einem Bereich von ƒ/1,4 bis ƒ/4,0. Dennoch konnte sich die Technik bislang nicht durchsetzen.

Apple könnte das ändern. Analysten gehen davon aus, dass Samsung die Technologie im Galaxy S27 Ultra wieder aufgreifen wird und andere Hersteller folgen könnten. Spannend wird vor allem, ob Apple den Nutzern die vollständige Kontrolle über die Blende überlässt oder nur bestimmte Voreinstellungen anbietet.

Fest steht: Eine variable Blende

hätte das Potenzial, eine der größten Hardware-Neuerungen der iPhone-Fotografie seit vielen Jahren zu werden.

Die Dual-Aperture-Technologie des Samsung Galaxy S9 ließ bei schlechten Lichtverhältnissen mehr Licht auf den Sensor und reduzierte die Lichtmenge bei hellen Bedingungen.
Die Dual-Aperture-Technologie des Samsung Galaxy S9 ließ bei schlechten Lichtverhältnissen mehr Licht auf den Sensor und reduzierte die Lichtmenge bei hellen Bedingungen. (Bild: Samsung)
Sven T. Möller // Layouter & Redakteur
Sven T. Möller

Wenn jemand bei der Mac Life Ordnung ins Chaos bringt, dann ist es Sven T. Möller – und das gleich in doppelter Hinsicht. Als Layouter gibt er jeder Ausgabe ihre unverwechselbare Gestalt, als Redakteur sorgt er dafür, dass Apple-Themen mit der nötigen Tiefe behandelt werden. Sven ist seit Mitte der 2000er Jahre an Bord und damit eines der echten Urgesteine des Teams. Smarthome beschäftigt ihn als Eigenheimbesitzer mit besonderer Ernsthaftigkeit – und gelegentlich auch Frustration. Außerdem ist er mit Leidenschaft Musikhörer, wobei „hören“ bei Sven gerne auch als „beschallen“ interpretiert werden darf: Tests etwa für Bluetooth-Lautsprecher verantwortet er, frei nach dem Motto „je größer und lauter, desto besser“. Sven ist Mitbegründer und Co-Host des Apple-Podcasts Schleifenquadrat.

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