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100 GB für 1000 Jahre speichern? Mit Blu-ray am Mac funktioniert's – wir zeigen wie

Die meisten digitalen Speichermedien halten nicht länger als zehn Jahre. Doch jetzt versprechen Blu-ray-Rohlinge die Datensicherung für 1.000 Jahre. Wir erklären Ihnen das Prozedere in einem separaten Workshop anhand des Verbatim-Slimline-Laufwerks. Die Anschaffung kann sich lohnen, da man pro Gigabyte nur sehr wenig bezahlt und gegenüber herkömmlichen USB-Sticks oder SSD derzeit eine größere Ausfallsicherheit erhält.

Geschrieben von
01.02.2017 - 17:48 Uhr
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01.02.2017 - 17:48 Uhr

Hätte es vor 1.000 Jahren bereits Blu-ray-Brenner gegeben, dann fände sich das Heldengedicht „Beowulf“ wahrscheinlich als PDF auf einer Datenscheibe von 12 Zentimeter Durchmesser. Technisch ist das natürlich Quatsch, aber es wäre eine faszinierende Vorstellung – vor allem, wenn Sie von heute an 1.000 Jahre in die Zukunft denken. Denn die neuen BDXL-Blu-ray-Rohlinge sollen dank ihres Trägermaterials aus Titan nicht nur genauso lange halten, sondern auch ebenso lange lesbar bleiben – unter der Voraussetzung, dass es dann noch Lesegeräte gibt, in die Sie das Speichermedium einführen können. Und das an einem Computer mit einem Betriebssystem, der das versteht, was dort gespeichert ist.

Moderne Brenner wie das Blu-ray- und DVD-RW-Laufwerk „Verbatim Slimline USB 3.0“ verstehen sich auch auf die ersten CD-ROMs und beschreiben sämtliche DVD-Formate bis hin zu Blu-ray BDXL mit stattlichen 100 GB. In den Entwicklungsabteilungen der Unternehmen speichern Multilayer-Blu-rays bereits 500 GB an Daten. Daher stehen die Chancen gut, dass es auf absehbare Zeit kompatible Geräte geben wird. Wobei man sicherlich bereits im Jahr 2050 über 100 GB auf einer Plastikscheibe mit Metallkern lediglich leise lächeln wird, während wir rückblickend den 2.200 Jahre alten Rosetta-Stein nur bewundern können – in Stein gemeißelt war der griechische Text bei seiner Entdeckung noch lesbar.

Verbatim External Slimline USB 3.0

Beim aktuellen Blu-ray-Brenner von Verbatim handelt es sich um ein externes Gerät, das per USB 3.0 betrieben wird. Ein sogenanntes Y-Kabel stellt den Anschluss her. Das Kabel hat einen zweiten USB-Stecker für die Stromversorgung am Computer. Das Laufwerk ist im schwarzen Gehäuse aus gebürstetem Aluminium nur unwesentlich größer als eine Blu-ray-Disc und eignet sich daher für platzsparenden Transport.

Verbatim Slimline externer Blu-ray-Brenner
Verbatim Slimline externer Blu-ray-Brenner (Bild: Verbatim)

Im Lieferumfang ist zusätzlich ein externes Steckernetzteil sowie eine CD-ROM mit Software enthalten. Für Windows-PCs ist die Brennersoftware Nero enthalten. Der Mac erkennt das Blu-ray-Gerät ohne zusätzliche Treiber. Audio-CDs lassen sich direkt aus iTunes heraus erstellen: Ausgewählte Ordner brennt der Finder nach Auswahl des Befehls „Auf CD/DVD brennen“ aus dem „Kontext“-Menü auf Daten-CDs und -DVDs. Apps wie iMovie und Final Cut Pro erstellen Film-DVDs.


Zum Brennen von Daten auf Blu-ray-Disc benötigen Sie allerdings eine App wie Toast Burn aus dem Mac App Store. Sie kostet mit 19,99 Euro so viel wie derzeit ein 100-GB-BDXL-Rohling. Das Toast-Programm brennt auch DVDs und bietet zudem einige Möglichkeiten zur Oberflächengestaltung der Medien. Außerdem lassen sich Autostart-Dateien für Windows anlegen und das Layout der Dateisymbole ordnen. Wenn Sie Filme von Blu-ray wiedergeben möchten, benötigen Sie ebenfalls ein entsprechendes Werkzeug. Hier ist zum Beispiel der „Macgo Mac Blu-ray Player“ eine gute Wahl.

Brenn-Werte

In der Anwendung ist der Blu-ray-Brenner von Verbatim recht simpel. Der Betrieb war an einem Mac mini aus dem Jahr 2012, einem iMac mit i7-Quad-Core und einem MacBook Air ohne Probleme möglich. Für den Brennvorgang gingen wir am Mac mini auf Nummer sicher und schlossen zusätzlich das externe Netzteil an. Und obwohl es sich um ein 6-fach-Laufwerk handelt, muss man für den Brennvorgang ein wenig Geduld mitbringen, denn das Schreiben von rund 90 GB dauert mehr als drei Stunden – BDXL-Medien brennt das Laufwerk nämlich lediglich in doppelter Geschwindigkeit.

In dieser Zeit sollte der Strom nicht ausfallen und der Betrieb des Mac gesichert sein. Natürlich können und dürfen Sie am Mac in der Zeit weiterarbeiten. Das ist sogar gut, damit der Computer nicht etwa in den Ruhemodus fällt – denn das würde den Datenfluss an den Brenner unterbrechen und den Rohling unbrauchbar machen. Mit den passenden Einstellungen im Kontrollfeld „Energie sparen“ verhindern Sie allerdings den Ruhezustand von Prozessor, Festplatte und Bildschirm. Zudem gibt es für das Terminal den Befehl caffeinate, der die Systemeinstellungen überstimmt und den Rechner „wach“ hält. Trotzdem sollten Sie Erschütterungen am Schreibtisch vermeiden und auf größere Downloads oder Softwaretests, bei denen der Mac abstürzen könnte, verzichten. Zum Abschluss prüft das Brennprogramm die beschriebene Disk, sodass die Datensicherheit für die Archivierung gegeben ist.

Die Langzeitspeicherung von Daten war schon vor der Digitalisierung eine Herausforderung: Neben Trägermedien wie Papier, Tierhaut oder Stein spielte auch die verwendete Sprache eine Rolle. Durch die Digitalisierung verschob sich der Schwerpunkt auf Dateisysteme und -formate: Wählen Sie „robuste“ Dateiformate wie JPG und PNG bei Bildern und PDF für Dokumente sowie RTF oder ODF für Texte. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Daten länger lesbar bleiben.

Übersicht

Speichergrößen

CD-ROM: 600 – 800 MB
DVD (SL): 4,7 GB
DVD (DL): 8,5 GB
Blu-ray (SL): 25 GB
Blu-ray (DL): 50 GB
Blu-ray (BDXL): 100 GB

Kosten

Brenner: einmalig 159 Euro
100-GB-Rohling: 19,95 Euro
25-GB-Rohling: weniger als 1 Euro pro Stück (25er-Spindel (DL) für 19,99 Euro)

Fazit

Obwohl optische Laufwerke in der Mac-Welt kaum noch eine Rolle spielen, wenn es um den Zugang zu Medien und Filmen geht, ist das Thema nach wie vor auf dem Gebiet der kurzfristigen Datensicherung und der langfristigen Archivierung interessant. Wer in den Bereichen Foto und Film regelmäßig Projektdaten archivieren muss, sollte sich – sofern er diese Daten nicht mehr ändert – mit Blu-ray-Laufwerken befassen. Denn die Medien gelten als zuverlässiger und ausfallsicherer als Festplatten – die Hersteller der BDXL-Scheiben in Japan etwa erwarten höchstens einen Fehler pro 100.000 Datenträgern nach mehr als 1.000 Jahren.

Workshop: So brennen Sie eine Blu-ray

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Ich habe einen externen BR-Player, der auch brennen kann. Gehen damit alle BR-Grössen - also auch die BDXL bzw. wo kann man das herausbekommen, ob es geht??

Na dann hoffen wir mal das diese Blu-ray´s 1000 Jahre halten...die ersten kommerziellen Blu-ray Video Discs sind ja bereits kaputt.
http://cinefacts-forum.kino.de/246156-pla-tzlich-nicht-mehr-lesbare-bds-nur-diskussion.html