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Spotify: Gute Zahlen und massive Probleme

Spotifys CEO Daniel Ek hat in einem längeren Blogbeitrag aktuelle Spotify-Erfolgzahlen mitgeteilt und Stellung zu einigen Kritikpunkten bezogen. Beispielsweise dazu, dass kostenfreie Musik bedeute, dass Künstler nicht bezahlten würden und dazu, dass Spotify zu wenig Geld an die Künstler ausschütten würde. Und natürlich auch dazu, dass Spotify-Kunden ab sofort ohne die Musik von Taylor Swift auskommen müssen.

Das Beste gleich vorab: Laut Ek wächst Spotify extrem zufriedenstellend. Aktuell verzeichnet der schwedische Musik-Streaming-Anbieter 50 Millionen aktive Nutzer. 12,5 Millionen, also ziemlich genau ein Viertel, fällt dabei in die Kategorie der zahlenden Nutzer. Sei es nun direkt oder über Angebote wie den Telekom-Spotify-Deal. Beide Zahlen sind über das vergangene halbe Jahr etwa um 25% gestiegen. Das ist eine mehr als respektable Leistung. Aber Spotify braucht diese Steigerungsraten jetzt auch dringend. Denn am Horizont ziehen bereits dunkle Wolken auf.

Spotify in der Defensive

Was wir gerade mit Spotify und besonders auch mit dem Blog-Beitrag von Ek erleben ist schon etwas sonderbar. Unbestreitbar traumhafte Zahlen und doch sieht man sich in die Ecke gedrängt. Attacken kommen dabei von mindestens zwei Seiten.

Auf der einen Seite sind da Künstler, die nichts mit Spotify zu tun haben wollen. An die Speerspitze dieser Bewegung hat sich erst unlängst Taylor Swift gesetzt, die ihren gesamten Musik-Katalog von Spotify entfernen ließ, weil ihr das Bezahlungsmodell nicht zusagt. Ein herber Schlag für den Dienst, ist Swift doch ohne jeden Zweifel eine der populärsten Künstlerinnen unserer Zeit.

Ek hält dem entgegen, dass Spotify inzwischen mehr als zwei Milliarden Dollar an Künstler ausgeschüttet habe. Nach heutigem Stand würden, so Ek weiter, Künstler und Künstlerinnen wie Taylor Swift über 6 Millionen Dollar pro Jahr über Spotify verdienen können. Dabei schätzt er, dass sich diese Zahl in einem weiteren Jahr verdoppelt haben wird.

Ebenfalls wehrt sich Ek gegen den Vorwurf, Spotify würde den Musikverkäufen schaden. Ek erkennt an, dass in Märkten, in denen Spotify erfolgreich ist, die Downloadzahlen und Plattenverkäufe einbrechen. Einen Zusammenhang will er jedoch nicht sehen. So sei Spotify in den USA vor Kanada gestartet. In Kanada, das einen Musikmarkt ähnlich dem der USA habe, seien die Download- und Verkaufszahlen dabei ähnlich stark eingebrochen wie in den USA – und das, obwohl Spotify den Kanadiern nicht zur Verfügung stand.

Das echte Problem: Die Konkurrenz

Das sind alles wichtige Punkte, in denen man Eks Meinung und Sicht der Dinge teilen kann – oder eben nicht. In Wahrheit steht Spotify aber einem viel größeren Problem gegenüber: Einer enorm großen und mächtigen Konkurrenz.

Ek spielt mit einem wie ein Nebensatz wirkendem Kommentar darauf an:

„Our whole business is to maximize the value of your music … We don’t use music to drive sales of hardware or software.“

(Unser einziges Geschäft besteht darin, den Wert eurer Musik zu maximieren… Wir benutzen Musik nicht, um die Verkäufe von Hard- oder Software anzukurbeln.)

Darin versteckt sich (nicht besonders gut) ein deftiger Seitenhieb gegen – vor allem – Apple und Google. Dieser Einwurf Eks kommt zu einem spannenden Zeitpunkt, berichtet doch gerade (unter anderem) die Financial Times (Achtung: Paywall), dass YouTube (das ja zu Google gehört) in Kürze ein eigenen Musik-Streaming-Dienst mit Abo-Modell starten werde.

Dank des nicht enden wollenden Streits zwischen Google und der Gema ist Deutschland ein Sonderfall. Überall sonst ist YouTube aber schon jetzt mit Leichtigkeit der größte Musik-Streaming-Dienst.

Mit mehr als einer Milliarde(!) Besuchern monatlich ist YouTube eine Macht, die man gar nicht zu groß einschätzen kann. Käme YouTube auf einen Schnitt von 25% zahlenden Nutzern, sprächen wir von 250.000.000 Menschen – gegenüber den 12.500.000 Menschen, die Willens sind, Spotify Geld zu geben. Anders gerechnet: Um auf 12,5 Millionen zahlende Nutzer zu kommen, müsste nicht wie bei Spotify jeder vierte Nutzer auf den Bezahlzug aufspringen, sondern nur jeder achtzigste.

Dabei werde der YouTube-Dienst, so die FT weiter, weit mehr bieten als nur Musik-Streaming. Ebenfalls inklusive sein soll die Möglichkeit, Videos ohne Werbung zu schauen und Musik offline vorzuhalten.

iTunes/Beats und Amazon

Eine ähnlich große Konkurrenz lauert nach wie vor in Cupertino. Praktisch alle Menschen, die sich mit der Materie auseinandersetzen, erwarten, dass es den Beats-Musik-Streamingdienst in dieser Form nicht mehr lange geben wird und dass ein Verschmelzen mit iTunes nur eine Frage der Zeit ist.

Und auch Amazon ist immer für eine Überraschung gut und stets gewillt den eigenen Prime-Dienst um Funktionen und Angebote zu erweitern. Es dürfte niemanden verwundern, stiege auch Amazon aggressiver in den Musik-Streaming-Markt ein.

Für Spotify könnte das bedeuten, dass dieses das letzte Mal war, dass man solch hohe Steigerungsraten verkünden konnte.

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Ich bin ein Premium-Spotify-User und mag generell dieses Modell. Was mich bei Spotify in letzten Monaten immer wieder mehr ankotzt, ist, dass ständig Musik rausfliegt. Man kann sich einfach nicht darauf verlassen, dass man noch morgen seine Lieblingskünstler hören kann. Alles offline zu machen ist auch keine Lösung, ganz davon abgesehen, dass das nur für max. 3333 Titel geht. Konfrontiert man Spotify mit diesem Fakt (Musik ist weg), sagen sie nur, dass wenn es nach ihnen ginge, würde alle Musik der Welt drin sein usw... Wenn da von YT oder Apple was besseres kommt, bin ich der erste der wechselt.

Und was mich ankotzt ist die Tatsache, dass ich bei diesem Schwarz-Schwarz-Design nichts mehr erkenne. Also hab ich's erst einmal gekündigt.

Und ich hab Spotify Premium gekauft, weil mir das Schwarz ausgezeichnet gut gefällt. Dafür hab ich rdio gerne vom iPhone runter geschmissen.

Gefällt mir auch nicht! Außerdem haben sie bei Full-Screen-Ansicht die Prev/Play/Next-Tasten auf die linke seite verschoben (früher rechts). Ich frage mich WARUM? WARUM muss man immer wieder was ändern?!? Und dazu dieses "alles schwarz" Scheiß. Und es gibt seit ein paar Versionen keine Albenansicht mit großen Covern, wenn man alle Alben sehen will. Nur eine Liste mit kleinen Bildchen. Scheiße!

ich bin auch Premium Kunde und möchte es nicht mehr missen. Ich habe auch schon oft Musik gekauft, nachdem ich sie bei Spotify gehört habe. Die Muskbranche ist in einem Umbruch. Künstler die hier nicht mitmachen, werden auch bald nicht mehr im Fokus stehen.

Die armen Künstler, müssen sich auch schon mit niedrig Vergütungen abfinden.
Wer damit nicht einverstanden ist fliegt raus egal wie gut man ist.

Es geht aber nicht nur um die Künstler, die damit Geld verdienen. Da sind die Leute, die die Mikrofone für das Schlagzeug aufbauen, die Kabel verlegen, die alles richtig einstellen, die Abmischen, die Kaffee holen....
Dann die Leute, die für Konzerte die Bühne aufbauen, die Scheinwerfer ausrichten, die Boxen aufstellen....
Alle diese Leute gehören zur Maschinerie dazu und wollen auch leben und bezahlt werden.
Sicher, man sieht immer nur den 'armen' Musiker. Aber der wäre nichts ohne die vielen Leute im Hintergrund, sonst würde niemand seine Musik zu hören bekommen.
Zwar ist es heute mit relativ geringen Mitteln möglich, gute Aufnahmen im heimischen Wohnzimmer zu machen, aber es gibt immer noch einen (hörbaren) Unterschied zwischen einer Aufnahme im Schlafzimmer und in einem professionellen Studio. Und das kommt nunmal nicht von allein!

Was haben Studiotechniker, TonIngs, Konzertveranstalter, Putzfrau und Sekretärin mit Spotify zu tun?