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Meta führt Zwei-Stunden-Limit für Jugendliche ein

Meta verschärft den Jugendschutz bei Instagram und Facebook. Jugendliche in den USA sollen beide Plattformen zusammen höchstens zwei Stunden täglich nutzen können. Hinzu kommen eine nächtliche Sperre, stummgeschaltete Benachrichtigungen während der Schulzeit und neue Einstellungen für Eltern.

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Meta verschärft die Schutzmaßnahmen für Jugendliche auf Instagram und Facebook. Im Rahmen einer Vereinbarung mit einer überparteilichen Gruppe von 52 Generalstaatsanwälten aus US-Bundesstaaten, Territorien und dem District of Columbia soll unter anderem ein tägliches Nutzungslimit eingeführt werden. Die Vereinbarung muss allerdings noch gerichtlich genehmigt werden.

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Quickread: Auf einen Blick
  • Meta plant ein tägliches Zwei-Stunden-Limit für Instagram und Facebook zusammen
  • Die Vorgaben gelten für Nutzer unter 18 Jahren in teilnehmenden US-Regionen
  • Zwischen Mitternacht und 6 Uhr werden viele Funktionen gesperrt
  • Eltern erhalten zusätzliche Kontroll- und Informationsmöglichkeiten
  • Die Vereinbarung muss noch gerichtlich genehmigt werden

Zwei Stunden für Instagram und Facebook zusammen

Für Nutzer unter 18 Jahren soll künftig standardmäßig ein tägliches Zeitlimit von zwei Stunden gelten. Dabei zählt die Nutzung von Facebook und Instagram zusammen. Auch mehrere Konten sollen berücksichtigt werden, sofern Meta erkennt, dass diese derselben Person gehören.

Jugendliche können die Beschränkung nicht selbst deaktivieren. Dafür ist die Zustimmung eines Elternteils erforderlich. Direktnachrichten sind von dem Zeitlimit ausgenommen.

Zusätzlich führt Meta einen sogenannten Night Mode ein. Zwischen Mitternacht und 6 Uhr sollen Jugendliche unter anderem keine Beiträge, Stories, Reels oder Inhalte im Feed ansehen und veröffentlichen können. Auch diese Einschränkung betrifft Direktnachrichten nicht.

Während der üblichen Schulzeit will Meta außerdem Benachrichtigungen reduzieren. Zwischen 8 und 15 Uhr werden Push-Mitteilungen standardmäßig stummgeschaltet. Ausnahmen gelten unter anderem für Direktnachrichten sowie Sicherheitsmeldungen zum Konto.

Erinnerungen nach jeweils 15 Minuten

Meta will Jugendliche zudem regelmäßiger auf ihre Nutzungsdauer hinweisen. Nach jeweils 15 Minuten durchgehender Nutzung soll eine Erinnerung erscheinen. Weitere Hinweise gibt es bei einer täglichen Nutzungszeit von 60 und 90 Minuten.

Auch beim Feed erhalten Jugendliche mehr Kontrolle. Sie können einen nicht algorithmisch personalisierten Feed als Standard festlegen. Eltern sollen diese Einstellung ebenfalls verpflichtend aktivieren können.

Autoplay lässt sich für Teenager künftig ebenfalls abschalten. Zudem werden Zahlen zu Likes und Reaktionen bei Beiträgen standardmäßig verborgen. Filter, die kosmetische Eingriffe oder besonders starkes Make-up simulieren, sollen für Jugendliche nicht verfügbar sein.

Meta verstärkt Alterskontrollen

Teil der Vereinbarung sind außerdem Änderungen bei der sogenannten Age Assurance. Meta will seine Systeme verbessern, um Konten von Kindern unter 13 Jahren sowie falsch als erwachsen gekennzeichnete Konten von Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren zu erkennen.

Age Assurance erklärt!

Unter „Age Assurance“ versteht man Verfahren, mit denen Online-Dienste das ungefähre oder tatsächliche Alter eines Nutzers feststellen. Meta will damit unter anderem Kinder unter 13 Jahren und falsch als erwachsen registrierte Jugendkonten besser erkennen.

Eltern erhalten zusätzliche Kontrollmöglichkeiten. Meta will sie beispielsweise informieren, wenn ein Jugendlicher ein weiteres Konto verknüpft oder mit einem potenziell verdächtigen Account interagiert. Außerdem sollen Eltern regelmäßig Informationen zur Nutzung und zu versuchten Änderungen an den Schutzfunktionen erhalten.

Milliardenvergleich mit US-Bundesstaaten

Die neuen Maßnahmen sind Teil einer Vereinbarung mit US-Behörden, die auch eine Zahlung von rund 18 Milliarden US-Dollar vorsieht. Die Summe soll über zehn Jahre verteilt werden und kann unter anderem für Initiativen zum Schutz von Jugendlichen im Internet eingesetzt werden.

Rund 5,3 Milliarden US-Dollar dieses Betrags sind allerdings an zusätzliche Bedingungen geknüpft. Meta fordert TikTok und YouTube auf, ebenfalls ein tägliches Nutzungslimit von einer Stunde, einen Nachtmodus und Maßnahmen zur Altersüberprüfung einzuführen. Beide Unternehmen sollen zudem jeweils einen entsprechenden finanziellen Beitrag leisten.

Sollten andere Plattformen dem vorgeschlagenen Standard folgen, würde Meta seine eigenen Regeln nochmals verschärfen. Das Limit soll dann auf eine Stunde pro App sinken. Der Night Mode würde zudem bereits um 22 Uhr beginnen und bis 7 Uhr dauern.

Die meisten vereinbarten Schutzmaßnahmen sollen zehn Jahre gelten. Für Zeitlimit und Night Mode ist zunächst eine Laufzeit von fünf Jahren vorgesehen. Bei einer Beteiligung anderer großer Plattformen würde auch diese auf zehn Jahre verlängert.

Zunächst nur in den USA

Die Vereinbarung betrifft teilnehmende US-Bundesstaaten und -Territorien. Meta hat bislang nicht angekündigt, die neuen Zeitbeschränkungen in dieser Form auch international einzuführen.

Die neuen Regeln bauen auf den sogenannten Teen Accounts auf, die Meta 2024 für Instagram eingeführt hatte. Damit hatte das Unternehmen bereits verschiedene Schutzmaßnahmen für minderjährige Nutzer standardmäßig aktiviert.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Das Zwei-Stunden-Limit ist deutlich weitreichender als viele bisherige Jugendschutzfunktionen, weil Jugendliche es nicht selbst abschalten können. Allerdings wird sich zeigen müssen, wie zuverlässig Meta minderjährige Nutzer und deren Zweitkonten erkennt. Zudem gelten die Vorgaben zunächst nur in den USA. Metas Forderung an TikTok und YouTube zeigt außerdem, dass der Konzern verhindern will, mit strengeren Regeln allein dazustehen.

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