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Mehr als nur Sommer und Sonne

Das Mac-Life-Länderporträt: Smartes Spanien

Die viertgrößte Volkswirtschaft der Europäischen Union geht mit gutem Beispiel voran und setzt vermehrt auf Digitalisierung in allen Gesellschaftsbereichen. In Spanien gibt es mitdenkende Städte wie Barcelona und Santander. In der kleinen Stadt am Atlantik wird erforscht, was es für die Einwohner tatsächlich bedeutet, in einer Smart City zu leben. Wir stellen Ihnen die Veränderungen in unserem Länderporträt vor.

Es sieht so aus, als hätte Spanien den Sprung in eine digitale Zukunft geschafft, denn die wohl intelligenteste Stadt Europas liegt im Norden der iberischen Halbinsel. Der kleine Küstenort Santander ist seit 2010 der Prototyp einer mitdenkenden Stadt. Mehr als 20.000 Sensoren auf einer Fläche von sechs Quadratkilometern sorgen dafür, dass es in dem beliebten Badeort effizient und ressourcenschonend zugeht. Dafür täglich mehr als 150 verschiedene Daten erhoben und verarbeitet.

Die Sensoren messen zum Beispiel Lichtverhältnisse, Druck, Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Bewegungen von Fahrzeugen wie Taxis oder Polizeifahrzeuge. Auch Busse übermitteln ihre Position und Geschwindigkeit. Santander ist eine digitale Stadt. Die 180.000 Einwohner und Besucher können auf einem digitalen Stadtplan in Echtzeit nachsehen, ob ein Parkplatz frei ist. Lichtzeichen lotsen dann zum nächstgelegenen freien Parkplatz. Am Ziel angekommen kann dann der benötigte Parkschein ganz einfach in einer App bezahlt werden.

Auch überquellende Müllcontainer an der Straße gehören der Vergangenheit an. Die eingebauten Sensoren melden automatisch, wenn eine festgelegte Füllhöhe erreicht ist. So lassen sich die Routen der Müllabfuhr wesentlich effizienter und ökonomischer planen.

Die intelligente Straßenbeleuchtung meldet nicht nur durchgebrannte Birnen von alleine, auch dimmen die Laternen ihr Licht, wenn gerade niemand durch die Straße geht. Sensoren in den Grünanlagen messen die Regenmenge und melden, wann gesprengt werden muss.Wer eine Beschwerde bei der Stadt einreichen möchte oder Anregungen geben will, der nutzt auch hierfür eine der städtischen Apps. Für die intelligente Organisation der Stadt sorgten Professor Luis Muñoz von der Universidad de Cantabria und sein zwanzigköpfiges Team. Der Projektkoordinator für „SmartSantander“ entwickelte aus Santander und seinen Bürgern ein Testlabor für Anwendungen und Geräte, die das Internet der Dinge nutzen.

Barcelona Digital City

Auch Barcelonas Plan ist es, bis 2020 eine digitale Stadt zu werden. Der Dreijahresplan sieht vor, ein innovatives urbanes Modell zu adaptieren, bei dem die digitale Wirtschaft eine zentrale Rolle spielen soll. Schritt für Schritt soll aus Barcelona eine intelligente Stadt werden, wobei jegliche technologische Neuerung nur der Verbesserung der Lebensqualität und der Einbindung der Bürger dienen soll.

Hierfür will Barcelona rund zehn Millionen Euro investieren, weitere 65 Millionen Euro will die Regierung für die Modernisierung der Infrastruktur bereitstellen. Bereits 2015 wurde Barcelona für seine technischen Innovationen ausgezeichnet und als smarteste Stadt vor New York und London geehrt.

Valencia Smart City

Auch Valencia setzt auf ein smartes City Management. Mit der eigenen städtischen App „App Ciudad Valencia“ und der „Platforma Vlci“ will die Großstadt (im Großraum Valencia leben rund 1,8 Millionen Menschen) die Lebensqualität seiner Bürger verbessern und die Infrastruktur effizienter nutzen. Die App bietet standortbezogene Echtzeitinformationen über Busse, Leihfahrräder, Abfallbehälter und Parkplätze. Konfigurierbare Alarme erlauben es den Nutzern, sich individuell über aktuelle Verkehrsnachrichten, Notfälle und Veranstaltungen informieren zu lassen. Auf der smarten City-Platform werden die von Sensoren erhobenen Daten ausgewertet. Wie in Santander sind in Valencia Müllcontainer, Grünanlagen, Straßenlaternen und vieles mehr an das Internet der Dinge angeschlossen.

Waldbrände

Besonders nützlich sind die intelligenten Sensoren bei der Lokalisierung und der Bekämpfung von Waldbränden. Verschiedene Parameter, die sich bei Waldbränden ändern, werden an den Bäumen erfasst. So messen die Sensoren zum Beispiel die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und den CO2 -Gehalt in der Luft. Wenn sich bei den Parametern etwas ändert, wird gegebenenfalls die Feuerwehr informiert und mit Hilfe der GPS-Koordinaten zu dem vermeintlichen Waldbrand geführt.


Apple Pay

Kontaktloses Bezahlen ist auch in Spanien schon lange verbreitet. Meist wird hier auf Near-Field-Communication und Android-Apps gesetzt. Seit Dezember 2016 ist noch eine weitere Methode für das mobile Bezahlen verfügbar – Apple Pay. Neben der größten Bank in Spanien „Santander“ bieten noch drei weitere spanische Banken Apple Pay für ihre Kunden an. Inzwischen können Apple-Pay-Kunden mit ihrem iPhone oder ihrer Apple Watch bei rund 27 großen Handelsketten bezahlen. Neben den Modemarken Zara und Bershka sind auch Kaufhausketten wie Carrefour und El Corte Ingles dabei.

Mobilfunk

Spanien ist, laut der Konsumforscher von Kantar Worldpanel, der fünftwichtigste Smartphone-Markt in Europa. Android-Geräte dominieren auch in Spanien den Markt, wobei sich Apple mit einem Anteil von knapp 10,2 Prozent der verkauften Smartphones im Januar 2017 einen respektablen Marktanteil sichern konnte.

Die größte Mobilfunkmesse der Welt, der „Mobile World Congress“ findet in Barcelona statt. Jedes Jahr werden die neuesten Produkte rund um den Mobilfunk präsentiert. 2016 wurde ein Rekord mit 100.000 Mobilfunk-Interessierten aufgestellt.

Im „Global Competitiveness Index 2016-17“ vom Weltwirtschaftsforum konnte sich Spanien um einen Rang verbessern auf den 32 Platz von 138. Deutschland liegt auf Platz fünf. Es sieht so aus, als hätte Spanien den Sprung in eine digitale Zukunft geschafft.

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Die Sensoren verbrauchen auch Energie? Rechnet sich dann das Fimmen? Vor allem, weil Dimmen nicht wirklich viel Energie spart. Wie sieht es mit der Strahlenbelastung aus, gibt es da Werte?

Und wieder, unvermeidlich, Werbung für bargeldloses Zahlen. Gibt es da Daten über den Prozentsatz der Betrugsfälle? Daten müssten ja genug vorhanden sein...

Ich frage mich, wie es Deutschland auf den 5. Platz dieses Rankings geschafft hat...