Vampire Crawlers
Deckbuilder (Mac/Steam): Ein Vampire-Survivors-Ableger als rundenbasierter Deckbuilder? Statt mit sich selbst wild um sich schießenden Helden durch Monsterhorden zu waten, zieht man nun also Karten aus der Hand und kombiniert sie in aufsteigender Reihenfolge der Manakosten zu immer wuchtigeren Kettenreaktionen.
Beide bieten 27 Zoll und 5K, zwischen ihnen liegen aber 700 Euro Preisunterschied. Was der BenQ besser kann, was er vermisst lässt und für wen er die richtige Wahl ist: unser ausführlicher Test.
Wer will, spielt bedächtig-taktisch, wer den ultimativen Dopamin-Schub sucht, klickt sich im Stakkato durch die bunten Kartenstapel. Die Präsentation des Spiels hat zwar Stil, wirkt aber dem Zeitalter betagter Videospiel-Konsolen entliehen. Dafür läuft das Spiel aber auch auf schwachbrüstigen Macs zackig.
Wer ein iPad oder iPhone besitzt, kann auf die App für unterwegs warten, die noch 2026 erscheinen soll. Oder kauft schlicht beide Versionen: Vampire Crawlers ist via Steam zum fairen Preis von 9,99 Euro erhältlich.
Fazit: Der Rausch von Vampire Survivors in Kartenform. Clever umgesetzt, elegant entschleunigt und erneut gefährlich suchterzeugend.
Warum die Finnen die besseren Geschichten erzählen
Die Finnen und ihre Geschichten: Housemarque legt mit Saros nach, Remedy schickt bald schon Control Resonant hinterher – und beide Studios teilen eine seltene Qualität. Sie trauen ihrem Publikum zu, unvollständige Erzählungen selbst zusammenzusetzen. Saros nimmt Fragmente einer Raumfahrer-Tragödie über den Planeten Carcosa, mischt Sci-Fi mit kosmischem Horror und lässt Lovecrafts Schatten durchs Bild flackern. Alan Wake und Control tun Vergleichbares mit nordischem Unterholz und bürokratischer Albtraumlogik. Wer einmal erlebt hat, wie befriedigend es ist, sich eine Story selbst zu erarbeiten, empfindet die erklärungsgesättigten Erzählungen vieler Blockbuster-Spiele als ermüdend. Die finnische Schule produziert Videospiele, die selbst nach dem Abspann noch wirken. Das ist in einer Branche, die das Prinzip gedankenloser Zeitvernichtung neu erfunden hat, nicht wenig.
Saros
Third-Person-Action (PS5): Housemarques Nachfolger zu Returnal sieht diesem auf den ersten Blick ähnlich: Third-Person-Action, ein Gewitter an tödlichen Projektilen, eine feindselige Welt, die nach jedem Tod ein wenig anders aussieht. Doch Saros erzählt persönlicher. Arjun Devraj, verkörpert von Schauspieler Rahul Kohli, sucht auf dem Planeten Carcosa nach Vermissten, während eine unheilvolle Finsternis alles überzieht. Dauerhafte Waffen- und Rüstungsupgrades nehmen dem Roguelite die aus Returnal berühmt-berüchtigten Frustspitzen, die Zweite-Chance-Mechanik erleichtert den Einstieg. Das Studio, dessen Wurzeln bis in Amiga-Zeiten reichen, feiert mit Saros ohne Frage sein Magnum opus. Saros ist ein Playstation-5-Exklusivtitel und kostet 79,99 Euro.
Oceanhorn 3
Action-Rollenspiel: Weit über ein Jahrzehnt nach dem ersten Oceanhorn führt „Cornfox & Brothers“ die Reihe zu ihrem Abschluss. „Legend of the Shadow Sea“ spielt 1000 Jahre nach dem Vorgänger: Die letzte schwebende Insel des Himmelsreichs ist ins Schattenmeer gestürzt, und gemeinsam mit der Technopiratin Em und ihrer Crew erkundet man eine Welt aus versunkenen Tempeln und technologischen Artefakten. Die finnischen Entwickler bleiben ihrer Linie treu und liefern einmal mehr ein Action-Rollenspiel mit Zelda-Genen, Titanenkämpfe, Puzzles und Ausrüstungsbasteln im Talentbaum. Neu ist unter anderem eine optionale Ego-Perspektive. Die Grafik zählt zum Ansehnlichsten, was Apple Arcade bietet. Auf einem iPad Pro mit M4 oder auf dem Mac läuft alles geschmeidig, Controller-Unterstützung inklusive. Für Vision Pro wird das Spiel ebenfalls angeboten. Querverweise auf Serienfiguren wie Blackhat freuen Kennerinnen und Kenner, Einsteigende finden über die in sich geschlossene Erzählung bequemen Zugang.
Flow Free+
Logik-Puzzle: Flow Free+ bringt den Puzzle-Klassiker von Big Duck Games werbefrei auf Apple Arcade. Das Prinzip bleibt elegant: gleichfarbige Punkte mit Leitungen verbinden, ohne sich zu kreuzen, bis das Gitter lückenlos gefüllt ist. Über 9.000 Rätsel plus tägliche Herausforderungen sorgen für Beschäftigung auf Jahre. Perfekt für Zwischendurch – auf dem iPhone in der Bahn, auf dem iPad am Küchentisch oder auf dem Mac in einer kurzen Mittagspause.
Cronos: The New Dawn
Survival-Horror (Mac/Steam): Bloober Teams Ruf definierte sich bislang zwischen ambitioniertem Psychohorror und dessen erratischer Umsetzung. Mit „Cronos: The New Dawn“ stellen die Polen diesen Ruf gerade. Seit dem 28. April ist das ursprünglich im Herbst 2025 erschienene Spiel nativ für Apple Silicon verfügbar, MetalFX-Upscaling und Raytracing werden unterstützt.
Das Setting: ein postapokalyptisches Polen, dessen Ruinen sich mit Zeitrissen ins sozialistische Krakau der Achtziger verbinden. Als Traveler ND-3576 gilt es, menschliche Essenzen zu bergen, bevor die als „Der Wandel“ bezeichnete Katastrophe alles ins Formlose transformiert.
Spielerisch bedient sich Cronos bei den Genre-Klassikern Dead Space und Alan Wake. Ressourcen wie etwa Munition sind immer knapp, Feuer ist Pflicht: Verbrennt man erlegte Gegner nicht, verschmelzen noch lebende Mutanten mit den Kadavern und werden nochmals stärker. Diese Mechanik zwingt zu taktischem Vorgehen – ein eleganter Kniff, der im Survival-Horror-Genre neue Akzente setzt und fast jeden Kampf zu einer Entscheidung über Prioritäten macht. Bei Erstveröffentlichung gab der Schwierigkeitsgrad Anlass zur Kritik, der jüngst nachgereichte Temporal-Diver-Modus senkt die Einstiegshürde für weniger Hartgesottene.
Die Stärken des Spiels liegen in seiner Atmosphäre, der bedrückenden Soundkulisse und seiner Story irgendwo zwischen Filmen und Serien wie 12 Monkeys, Dark und Annihilation. Weniger trittsicher ist Cronos im Erzähltempo. Aufgrund der Notwendigkeit, viele Wege mehr als einmal gehen zu müssen, wird das Spiel wortwörtlich in die Länge gestreckt. Das Zielpublikum sind alle, die Resident Evil mögen – aber ohne Zombie-Klamauk und mit literarischem Anspruch. Das Spiel kostet 59,99 Euro.
Fazit: Atmosphärischer Sci-Fi-Horror mit cleverer Spielmechanik, erstklassig auf Apple Silicon portiert. Eine klare Empfehlung für Genre-Freunde mit gefestigtem Nervenkostüm.

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.
Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.
Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.




