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Äpfel und Birnen

Kolumne: Apple TV+ kommt besser spät als nie

Besser spät als nie: Mit Apple TV+ steigt der iPhone-Hersteller ins Videostreaming-Geschäft ein. Auch wenn das Feld schon von anderen beackert wird, ist dies ein Schritt in die richtige Richtung, findet Frank Krug in seiner aktuellen Kolumne für Mac Life.

Man hat sich lange in Cupertino damit abgefunden, das Rad erfunden zu haben. Und es den anderen überlassen, inzwischen die schnittigeren Autos zu bauen. Aber irgendwann wird jeder Lorbeer welk, und so hat sich Apple nun endlich dazu aufgerafft, beim allgemeinen Geschacher ums Videostreaming kräftig mitzumischen.

„Apple TV+“ heißt der Streamingdienst, der etablierten Anbietern wie Netflix oder Amazon Prime Paroli bieten soll. Es ist gut und mehr als überfällig, sich auf diesem Gebiet zu bewegen, auch wenn die Chancen gering sind, dort in naher Zukunft Ausrufezeichen setzen zu können. Ein weiteres Zögern hätte aber zwangsläufig dafür gesorgt, dass der Zug endgültig abgefahren wäre. So springt man immerhin noch auf den hinteren Wagen auf und kann sich im Laufe der nächsten Zeit gezielt nach vorn arbeiten – es muss schließlich nicht unbedingt von Nachteil sein, nicht in jeder Disziplin das Tempo vorzugeben. Manchmal ist es taktisch ganz sinnvoll, sich hinten ans Hauptfeld dranzuhängen und im richtigen Moment zum Schlusssprint anzusetzen. Das notwendige finanzielle Potenzial dazu ist zumindest vorhanden. Zwar mutet die Summe von einer Milliarde US-Dollar, die Apple derzeit bereit ist, in exklusive Filminhalte zu investieren, relativ klein an, wenn man sich demgegenüber die mindestens sieben Milliarden US-Dollar vor Augen hält, die Netflix in seine Eigenproduktionen investiert.

Es zeugt allerdings von einer realistischen Einschätzung der eigenen Möglichkeiten, wenn Apple dieses „One More Thing“ nicht wie die üblichen Spektakel inszeniert. Im Vergleich zur gewohnten Theatralik der sonstigen Produktvorstellungen kam die „Showtime“-Keynote fast ein wenig bescheiden und demütig daher.

Aber vielleicht steckt auch mehr dahinter? Der für lange Zeit gültige Anspruch, Apple-Inhalte ausschließlich über Apple-Geräte abrufbar zu halten, löst sich immer mehr auf. Was lange Zeit als undenkbar galt, nämlich dass Apple-Dienste über die Hardware anderer Hersteller abrufbar werden, wird immer mehr zum Alltag. Ein notwendiges Übel, das auch Apple in Kauf nehmen muss, wenn man im Kampf der großen Technologiekonzerne um Marktanteile im Spiel bleiben will. Sich dem zu verweigern wärme töricht und würde die eigene Existenz gefährden. Letztendlich geht es schließlich darum, die Menschen an so vielen Orten wie möglich ins eigene System einzubinden. Und wenn dies bedeutet, dass man wie der Kuckuck seine Eier auch in fremde Nester legt, spricht ganz bestimmt nichts dagegen.

Frank Krug ist freier Autor, lebt in Berlin und schreibt regelmäßig für die Mac Life.

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Herr Krug verkennt die Realität und verschweigt Details die Apple das Leben extrem schwer auf dem Streamingmarkt machen werden.
Es ist korrekt das Netflix mit 7 Milliarden ein ordentliches Budget für seine Inhalte zu Verfügung stellt, man vergisst aber das Netflix im Gegenzug dazu Verpflichtungen von fast 15 Milliarden bedienen muss. Das ist für Apple erst einmal ein Vorteil. Da die Menge an verfügbaren Geldreserven bei Apple sicherlich besser ist als bei Netflix. Nur vergisst der Autor allerdings das der Superplayer Disney mit seinem eigenen Streamingdienst in den Startlöchern steht und alle seine Inhalte (Disney, Pixar, Marvel, Star Wars, Fox usw usw) exklusiv anbieten wird . Bei Netflix und Prime wird schon fleissig abgezogen und es ist schwer zu glauben das Disney in irgendeiner Form etwas vom seinem Kuchen abgeben wird. Zudem geht Disney+ mit einem absoluten Kampfpreis an den Start, den wird Apple nicht bedienen können einfach schon allein aus dem Grund das Apple die Inhalte erst produzieren muss und das Geld muss ja auch wieder irgendwo herkommen, da werden auch keine exklusiven hochwertigen Inhalten helfen. Der Preis zählt und wird es immer.

Totgeburt.und wenn jetzt jeder Anbieter anfängt seinen eigenen exclusiven Kram anzubieten wird ein Großteil der Leute eh keine Lust mehr auf 5 verschiedene Abos haben.