Führungswechsel bei Apple

Ternus soll Jobs-Ära zurückbringen

John Ternus übernimmt im September die Führung bei Apple. Laut Bloomberg soll er einen entscheidungsfreudigeren Stil pflegen als Tim Cook.

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Apple-CEO Tim Cook tritt zum 1. September zurück, und sein Nachfolger John Ternus soll laut einem neuen Bericht von Bloomberg eine deutlich entscheidungsfreudigere Führung an den Tag legen – ähnlich wie einst Mitbegründer Steve Jobs. Der bisherige Hardwarechef wird damit einen anderen Führungsstil etablieren als Cook, der für seine eher beratende und konsensorientierte Herangehensweise bekannt ist.

Quickread: Auf einen Blick
  • John Ternus wird am 1. September neuer Apple-CEO und soll entscheidungsfreudiger agieren als Tim Cook.
  • Ternus reorganisiert bereits die Hardwareentwicklung mit Fokus auf KI und sprach sich gegen Vision Pro und das Autoprojekt aus.
  • Tim Cook bleibt als Executive Chairman erhalten und wird Ternus weiterhin beraten.

Ternus setzt auf klare Entscheidungen statt endloser Diskussionen

Ein wesentlicher Grund für die Wahl von Ternus als Nachfolger liegt in seiner Bereitschaft, konkrete Entscheidungen zu treffen. Eine Person, die eng mit beiden Führungskräften zusammengearbeitet hat, beschreibt den Unterschied deutlich: Während Cook bei der Wahl zwischen Option A oder B eher eine Reihe von Fragen stelle, wenn er Bedenken habe, treffe Ternus eine klare Entscheidung – auch wenn diese später als richtig oder falsch bewertet werden könnte.

Diese Herangehensweise markiert einen Wandel weg von der Ära, in der wichtige Produktentscheidungen kollektiv von einer kleinen Gruppe von Top-Führungskräften getroffen wurden. Ternus wird voraussichtlich einen zentralisierteren Ansatz verfolgen, bei dem er als alleiniger Entscheidungsträger fungiert.

Reorganisation und KI-Fokus als Zeichen des Wandels

Bereits Anfang April hat Ternus Berichten zufolge die Hardwareentwicklungsabteilung neu strukturiert. Im Zentrum steht eine neue KI-Plattform, die die Produktentwicklung beschleunigen und die Gerätequalität verbessern soll. Ternus zeigt sich entschlossen, künstliche Intelligenz schnell im gesamten Unternehmen einzusetzen, um die Abläufe zu optimieren – ein deutliches Signal seiner Bereitschaft, klare Entscheidungen zu treffen und notwendige Veränderungen voranzutreiben.

Executive Chairman erklärt!

Ein Executive Chairman ist eine Führungsposition im Vorstand eines Unternehmens, die zwischen operativer Geschäftsführung und reiner Aufsichtsfunktion angesiedelt ist. Im Gegensatz zu einem reinen Chairman hat ein Executive Chairman weiterhin aktive Aufgaben im Unternehmen und berät die Geschäftsführung. Diese Rolle wird oft von ehemaligen CEOs übernommen, um ihr Wissen und ihre Erfahrung weiterhin einzubringen, ohne die täglichen Geschäfte zu leiten.

Der neue CEO hat seinen Mitarbeitenden bereits mitgeteilt, dass er eng in die Hardwareentwicklung eingebunden bleiben wird. Dies deutet auf einen schärferen Fokus auf Produkte hin, der sich vom bisherigen Ansatz unterscheiden könnte.

Kritische Stimme bei gescheiterten Projekten

Ternus’ Fähigkeit, auch gegen den Strom zu schwimmen, zeigt sich in seiner Haltung zu zwei großen Apple-Projekten. Er soll sich sowohl gegen die Entwicklung der Vision Pro ausgesprochen haben, die sich als Flop erwies, als auch gegen das autonome Autoprojekt des Unternehmens, das letztlich nach Investitionen von rund zehn Milliarden US-Dollar eingestellt wurde. Diese Bereitschaft zum Widerspruch könnte sich als wertvoll erweisen, wenn es darum geht, Ressourcen auf erfolgversprechende Projekte zu konzentrieren.

Übergabe im September geplant

Cook wird die Zügel am 1. September an Ternus übergeben – rechtzeitig, damit dieser die Markteinführung der iPhone-18-Pro-Modelle sowie des ersten faltbaren iPhone im selben Monat begleiten kann. Cook selbst wird Apple weiterhin in einer neuen Rolle als Executive Chairman beraten und dem Unternehmen somit erhalten bleiben.

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