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Pressestimmen zum faltbaren iPhone

iPhone Duo im Test: Revolution oder teurer Kompromiss? Das sagt die Fachpresse

Apples erstes faltbares iPhone ist bei der Fachpresse angekommen – und die Urteile fallen durchaus unterschiedlich aus. Während Display und Verarbeitung fast überall überzeugen, sehen einige Tester noch deutliche Schwächen bei Software, Kameras und Bedienung. Besonders interessant sind die unterschiedlichen Ergebnisse bei der Akkulaufzeit.

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Nach dem ersten ausführlichen Test von 9to5Mac sind inzwischen zahlreiche weitere Reviews zum iPhone Duo erschienen. Unter anderem haben The Verge, Wired, Gizmodo, Tom’s Guide, TechRadar und COMPUTER BILD Apples erstes faltbares Smartphone auf die Probe gestellt. Dabei zeichnet sich ein recht klares Bild ab: Die Hardware überzeugt, die Alltagstauglichkeit hängt allerdings stark davon ab, wie man das Gerät verwendet.

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Quickread: Auf einen Blick
  • Faltdisplay, Scharnier und Verarbeitung erhalten nahezu durchgehend Lob
  • Software und App-Kompatibilität sorgen für unterschiedliche Bewertungen
  • Kameras liefern gute Bilder, eine Telekamera und Face ID fehlen
  • Akkutests reichen je nach Verfahren von 13 Stunden bis über 20 Stunden
  • The Verge und Wired vergeben jeweils 7/10, PetaPixel 7,5/10

Die Bewertungen reichen von ausgesprochen begeistert bis zurückhaltend. Während Gizmodo das iPhone Duo mit vier von fünf Punkten bewertet und als besonders gelungenes Foldable einordnet, vergeben The Verge und Wired jeweils sieben von zehn Punkten. PetaPixel landet bei 7,5 von zehn Punkten. Die Unterschiede liegen weniger in der Beurteilung der Hardware als vielmehr in der Frage, ob das neue Format im Alltag tatsächlich einen Mehrwert bietet.

Das Faltdisplay überzeugt fast alle Tester

Beim 7,6 Zoll großen Innendisplay herrscht weitgehend Einigkeit. Besonders die matte Nanotextur-Oberfläche wird von mehreren Testern hervorgehoben. Sie reduziert Reflexionen und sorgt dafür, dass die typische Falte in der Mitte des Displays kaum sichtbar ist.

Nanotextur-Display erklärt!

Beim iPhone Duo verwendet Apple eine matte Nanotextur-Oberfläche auf dem faltbaren Innendisplay. Sie streut einfallendes Licht und reduziert dadurch störende Spiegelungen. Gleichzeitig fällt die typische Falte an der Scharnierstelle optisch weniger auf. Vollständig verschwunden ist sie allerdings nicht: Unter bestimmten Lichtbedingungen bleibt sie sichtbar und lässt sich weiterhin ertasten.

The Verge bestätigt diesen Eindruck, weist allerdings darauf hin, dass sich die Falte weiterhin ertasten lässt. Unter bestimmten Lichtbedingungen oder aus seitlichen Blickwinkeln sei sie auch sichtbar. COMPUTER BILD kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Erst nach längerem Suchen habe sich ein Winkel finden lassen, in dem der Falz deutlich zu erkennen war.

Auch Gizmodo, Wired und Tom’s Guide loben die Verarbeitung und den Klappmechanismus. Für Tom’s Guide ist das Duo sogar das bislang am besten gestaltete Foldable im eigenen Test. Das Scharnier lässt sich in unterschiedlichen Winkeln positionieren, während das Gehäuse trotz der beweglichen Konstruktion einen hochwertigen Eindruck hinterlässt.

Ganz ohne Nachteile ist das Display allerdings nicht. Tom’s Guide bemängelt, dass die matte Beschichtung Farben etwas weniger kräftig erscheinen lässt. Die geringeren Spiegelungen gehen also mit einem kleinen Kompromiss bei der Bildwirkung einher.

Kompaktes Format, aber nicht unbedingt handlich

Deutlich unterschiedlicher fallen die Urteile über die Abmessungen aus. Apple setzt auf ein vergleichsweise breites Format mit einem 5,4 Zoll großen Außendisplay. Zusammengeklappt erinnert das Duo damit eher an einen kleinen Reisepass als an ein klassisches Smartphone.

Wired hält die Abmessungen grundsätzlich für gelungen und sieht im Außendisplay ausreichend Platz für alltägliche Aufgaben. The Verge betrachtet das dagegen kritischer. Das Display sei für viele typische Smartphone-Anwendungen zu klein und verleite dazu, das Gerät häufiger aufzuklappen.

Ähnlich argumentiert PetaPixel. Der Tester empfindet das Duo als ungünstige Mischung aus einem zu kleinen Außendisplay und einem insgesamt zu breiten Gehäuse. Eine komfortable Einhandbedienung sei weder im geöffneten noch im geschlossenen Zustand möglich.

Hinzu kommt das Gewicht. Mit 254 Gramm ist das iPhone Duo schwerer als das iPhone 18 Pro Max und deutlich schwerer als Samsungs Galaxy Z Fold 8, das lediglich 201 Gramm wiegt. Besonders bei längerer Nutzung macht sich dieser Unterschied laut Wired bemerkbar.

Software: Zwischen gelungenem Multitasking und Kinderkrankheiten

Eine der interessantesten Meinungsverschiedenheiten betrifft die Software. Apple hat die Bedienoberfläche für das faltbare Format angepasst und ermöglicht unter anderem die parallele Verwendung zweier Apps.

Gizmodo sieht darin eine der großen Stärken des Geräts. Der Wechsel zwischen den beiden Displays und die Multitasking-Funktionen seien durchdacht umgesetzt. Auch Tom’s Guide lobt die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten und die Integration von Hard- und Software.

The Verge und Wired sehen hingegen deutlichen Nachholbedarf. Anders als auf dem iPad lassen sich zwei nebeneinander geöffnete Apps beispielsweise nicht beliebig in ihrer Größe verändern. Apple schreibt eine gleichmäßige Aufteilung vor. Auch die Möglichkeiten zur parallelen Darstellung von Apps sind stärker eingeschränkt als bei manchen Android-Foldables.

Ein weiteres Problem betrifft Apps von Drittanbietern. Während bereits angepasste Anwendungen wie Slack den zusätzlichen Platz sinnvoll ausnutzen, zeigen andere Apps lediglich eine schmale Smartphone-Ansicht mit schwarzen Balken.

Wired berichtet allerdings auch von schnellen Fortschritten. Noch während des Testzeitraums erhielten unter anderem Instagram, Threads und Slack Anpassungen für das Duo. Die Software dürfte damit zu den Bereichen gehören, in denen sich die Nutzungserfahrung in den kommenden Monaten besonders deutlich verändern kann.

Kameras: Gute Bilder, aber keine Pro-Ausstattung

Bei der Kameraausstattung sind sich die Tester weitgehend einig. Die Bildqualität ist ordentlich bis sehr gut, erreicht in bestimmten Situationen aber nicht das Niveau der aktuellen Pro-iPhones.

Der wichtigste Kritikpunkt ist das fehlende Teleobjektiv. Das iPhone Duo bietet eine Hauptkamera und eine Ultraweitwinkelkamera mit jeweils 48 Megapixeln, verzichtet aber auf eine zusätzliche optische Telekamera.

COMPUTER BILD bescheinigt der Hauptkamera eine Bildqualität auf dem Niveau des iPhone 18 Pro. Beim vierfachen Zoom falle das Duo dagegen deutlich zurück. Gizmodo sieht die Kameras ebenfalls eher als gute Alltagslösung denn als Ersatz für die Pro-Modelle.

PetaPixel kritisiert zusätzlich die Handhabung beim Fotografieren. Im geschlossenen Zustand sei es schwierig, das vergleichsweise breite Gerät sicher zu halten, ohne dabei Teile des Bildschirms oder Bedienelemente zu verdecken.

Auch der Verzicht auf Face ID wird mehrfach angesprochen. Stattdessen nutzt Apple einen seitlich integrierten Fingerabdrucksensor. Wired hält die Umstellung nach einer kurzen Eingewöhnungszeit für machbar, während PetaPixel Touch ID im Alltag als umständlich empfindet.

Akkulaufzeit: Die Messungen unterscheiden sich deutlich

Besonders interessant sind die Akkutests, denn hier liefern die verschiedenen Redaktionen teils deutlich unterschiedliche Ergebnisse. Ein direkter Vergleich ist allerdings nur eingeschränkt möglich, weil sich Testverfahren, Displaynutzung und Belastung unterscheiden.

Tom’s Guide erreicht im standardisierten Akkutest 13 Stunden und 20 Minuten. Dabei wurde auf dem großen Innendisplay bei 150 Nits Helligkeit kontinuierlich über das 5G-Netz im Internet gesurft. Das gleichzeitig getestete Galaxy Z Fold 8 kam auf 10 Stunden und sechs Minuten. Das iPhone 18 Pro Max hielt unter denselben Bedingungen 17 Stunden und 31 Minuten durch.

TechRadar meldet aus dem eigenen Labortest dagegen eine Laufzeit von rund 13 Stunden für das iPhone Duo. Samsungs Galaxy Z Fold 8 erreichte dort 14 Stunden und 20 Minuten und lag damit vor dem Apple-Gerät. Im Alltag kam der TechRadar-Tester mit dem Duo auf ungefähr 14 Stunden Nutzung.

Noch bessere Ergebnisse ermittelte COMPUTER BILD. Im dortigen Akkutest hielt das iPhone Duo bei dauerhafter Nutzung des großen Faltdisplays 18 Stunden und zehn Minuten durch. Damit lag es vergleichsweise nah am iPhone 18 Pro Max mit 19 Stunden und 43 Minuten. Bei ausschließlicher Nutzung des Außendisplays überschritt das Duo sogar die Marke von 20 Stunden. Das Galaxy Z Fold 8 kam im Test von COMPUTER BILD auf knapp zwölf Stunden.

Auch bei den persönlichen Alltagserfahrungen gibt es Unterschiede. Gizmodo berichtet von etwa 5,5 bis 7,5 Stunden aktiver Bildschirmzeit. Wired hatte an gewöhnlichen Tagen häufig noch rund 40 Prozent Akkuladung übrig. Ein Tester von The Verge musste dagegen mindestens einmal während des Arbeitstags nachladen, während seine Kollegin nach etwa 6,5 Stunden Bildschirmzeit noch rund 30 Prozent Restladung verzeichnete.

PetaPixel beschreibt die Akkulaufzeit als gerade noch ausreichend und meldet nach einem langen Tag mit moderater bis intensiver Nutzung knapp 30 Prozent Restladung. Men’s Health hatte bei normaler Nutzung nach 17 Stunden dagegen noch 43 Prozent übrig.

Die Ergebnisse zeigen vor allem eines: Das iPhone Duo kann einen kompletten Tag durchhalten, die tatsächliche Laufzeit hängt aber erheblich von der Nutzung ab. Besonders häufiges Arbeiten auf dem großen Innendisplay wirkt sich auf den Energieverbrauch aus.

Auch die Ladegeschwindigkeit wurde untersucht. Tom’s Guide erreichte mit Apples 40-Watt-Netzteil nach 15 Minuten einen Akkustand von 42 Prozent, nach 30 Minuten waren es 66 Prozent. TechRadar kam mit einem 45-Watt-Ladegerät nach einer halben Stunde auf 60 Prozent. Die unterschiedlichen Ergebnisse können auch mit den jeweiligen Testbedingungen zusammenhängen.

Für wen lohnt sich das iPhone Duo?

Bei der grundsätzlichen Bewertung gehen die Meinungen der Fachpresse auseinander.

Gizmodo ist überzeugt, dass Apple vom späten Einstieg in den Foldable-Markt profitiert hat. Display, Scharnier und Software greifen nach Ansicht der Redaktion bereits bei der ersten Generation bemerkenswert gut ineinander.

Auch TechRadar bewertet das Gerät ausgesprochen positiv. Besonders die Leistung des A20 Pro, das nahezu faltenfreie Display und die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten überzeugen. Der hohe Preis und die fehlende Telekamera bleiben allerdings gewichtige Nachteile.

Wired kommt trotz Lob für die Hardware nur auf sieben von zehn Punkten. Vor allem die noch nicht angepassten Apps und die eingeschränkten Multitasking-Möglichkeiten verhindern eine bessere Bewertung.

Noch deutlicher formuliert The Verge die Kritik. Das Duo sei ein interessantes Gerät für technikbegeisterte Frühkäufer, könne andere Nutzer aber durch seine ungewohnten Bedienkonzepte und Einschränkungen eher frustrieren.

PetaPixel stellt schließlich die grundsätzliche Sinnfrage. Das Duo sei hervorragend verarbeitet, löse aber kaum Probleme, die sich nicht bereits mit einem klassischen iPhone und einem iPad bewältigen ließen. Gleichzeitig bringe es Einschränkungen zurück, die bei herkömmlichen Smartphones längst überwunden seien.

Damit wird auch der größte Unterschied zwischen den Reviews deutlich: Während einige Tester gerade die neue Geräteklasse und ihre Möglichkeiten schätzen, bewerten andere das Duo vor allem danach, wie gut es ein klassisches iPhone ersetzen kann.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Apple scheint beim iPhone Duo vor allem die technischen Schwierigkeiten faltbarer Smartphones überzeugend gelöst zu haben. Die Kritik richtet sich weniger gegen das Display oder die Verarbeitung als gegen die Kompromisse, die das Format im Alltag erzwingt. Ein kleineres Außendisplay, mehr Gewicht, fehlende Kamerafunktionen und noch nicht vollständig angepasste Software sind bei einem Smartphone dieser Preisklasse keine Nebensächlichkeiten.

Positiv überrascht die Akkulaufzeit, die in mehreren Tests besser ausfällt, als man es von einem faltbaren Gerät erwarten würde. Allerdings zeigen die unterschiedlichen Messungen auch, wie stark das Ergebnis von der Nutzung abhängt.

Das iPhone Duo ist damit kein uneingeschränkter Ersatz für ein iPhone Pro. Es bietet neue Möglichkeiten, verlangt dafür aber einige Zugeständnisse. Wer den großen Bildschirm regelmäßig nutzt, bekommt einen echten Mehrwert. Wer überwiegend klassische Smartphone-Aufgaben erledigt, dürfte mit einem herkömmlichen iPhone weiterhin besser bedient sein.

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