iPhone Duo: Apple erklärt, warum ein Notizbuch das Design geprägt hat
Apple hat mit dem iPhone Duo sein erstes faltbares iPhone vorgestellt. In einem Interview mit GQ geben mehrere Verantwortliche nun Einblicke in die Entwicklung des Geräts. Dabei geht es nicht nur um das Scharnier und die beiden Displays, sondern auch um eine überraschend analoge Inspirationsquelle: das klassische Notizbuch.
- Apple ließ sich beim Format des iPhone Duo von klassischen Notizbüchern inspirieren.
- Die Proportionen orientieren sich am internationalen A-Papierformat.
- Das Scharnier arbeitet mit einem variablen Drehmomentprofil.
- iOS soll sich beim Aufklappen wie eine Erweiterung des bisherigen Bildschirms anfühlen.
- Das iPhone Duo erscheint am 23. Oktober.
Ein Notizbuch als Vorlage
Molly Anderson, Vice President of Industrial Design bei Apple, zufolge spielte die Vertrautheit eines Notizbuchs eine wichtige Rolle bei der Entwicklung. Menschen wüssten bereits, wie sich ein solches Format in der Hand oder in der Tasche anfühlt. Apple habe deshalb nach einer Form gesucht, die im geschlossenen Zustand kompakt bleibt und geöffnet deutlich mehr Fläche bietet.
Auch die Proportionen des iPhone Duo sind demnach nicht zufällig gewählt. Sie orientieren sich am internationalen A-Papierformat. Dessen Seitenverhältnis bleibt beim Halbieren beziehungsweise Verdoppeln einer Fläche gleich. Dadurch kann das iPhone Duo laut Apple sowohl geöffnet als auch geschlossen ähnliche Proportionen beibehalten.
Scharnier soll sich je nach Öffnungswinkel anders verhalten
Besondere Aufmerksamkeit habe Apple auch dem Scharnier gewidmet. Anderson beschreibt ein variables Drehmomentprofil: Zu Beginn soll sich das iPhone Duo vergleichsweise leicht öffnen lassen, anschließend steigt der Widerstand so an, dass das Gerät geöffnet bleibt und flach liegen kann.
Damit ist gemeint, dass ein Scharnier je nach Öffnungswinkel unterschiedlich viel Widerstand bietet. Beim iPhone Duo soll es sich zunächst leicht öffnen lassen und anschließend genügend Kraft aufbringen, um das Gerät stabil geöffnet zu halten.
Die Abstimmung des Scharniers ist für ein Foldable entscheidend, da sich dessen Verhalten unmittelbar auf die Bedienung auswirkt. Zu wenig Widerstand erschwert das Halten bestimmter Winkel, während ein zu straffes Scharnier das Öffnen unnötig erschweren kann.
iOS soll beim Aufklappen vertraut bleiben
Auch bei der Software wollte Apple nach Angaben von Steve Lemay, Vice President of Human Interface Design, keinen harten Wechsel zwischen zwei Bedienkonzepten. Das Aufklappen soll sich vielmehr so anfühlen, als würde sich das bereits verwendete iPhone vergrößern.
Bedienelemente sollen deshalb an nachvollziehbaren Positionen bleiben. Nutzer sollen nach dem Öffnen des Geräts nicht erneut nach einer zuvor verwendeten Schaltfläche suchen müssen. Eine Animation unterstützt diesen Eindruck: Beim Aufklappen wirkt es so, als würde das innere Display unter der bisherigen Ansicht größer werden.
Einflüsse von iPhone, iPad und Mac
Für die Oberfläche des iPhone Duo hat Apple laut Lemay Erfahrungen aus mehreren Produktkategorien zusammengeführt. Neben bisherigen iPhones dienten auch das iPad und sogar der Mac als Vorbilder. Lemay bezeichnet das Ergebnis sinngemäß als eine Zusammenstellung bewährter Elemente dieser Geräte.
Damit versucht Apple offenbar, die zusätzliche Displayfläche zu nutzen, ohne Nutzern ein vollständig neues Bedienkonzept aufzuzwingen. Gleichzeitig eröffnet das größere Display neue Möglichkeiten für Apps und Multitasking.
Apple rechnet mit neuen Ideen von Entwicklern
Wie sich das iPhone Duo nach dem Marktstart weiterentwickelt, soll nach Apples Vorstellung auch von App-Entwicklern abhängen. Lemay erwartet Anwendungen und Bedienkonzepte, die das eigene Designteam derzeit noch nicht vorhergesehen habe. Einige dieser Ideen könnten später wiederum Einfluss auf das Produkt selbst haben.
Das iPhone Duo soll am 23. Oktober erscheinen. Vorbestellungen beginnen am 16. Oktober.









