Apple schluckt die Preise

Apple will iPhone 18 trotz massiv steigender Speicherkosten nicht teurer machen

Trotz massiv steigender Kosten für Arbeitsspeicher will Apple die Preise für das iPhone 18 offenbar stabil halten. Analyst Ming-Chi Kuo erklärt die Strategie.

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Apples iPhone 18 wird trotz steigender Speicherkosten voraussichtlich zum gleichen Einstiegspreis angeboten wie das aktuelle Modell. Das berichtet der bekannte Apple-Analyst Ming-Chi Kuo unter Berufung auf Branchenquellen. Obwohl das Unternehmen mit deutlich höheren Kosten für Arbeitsspeicher konfrontiert ist, plant Apple offenbar, die Mehrkosten zu absorbieren, anstatt sie an die Kundschaft weiterzugeben.

Quickread: Auf einen Blick
  • Apple zahlt bis zu 25 Prozent mehr für Arbeitsspeicher, will aber die iPhone-18-Einstiegspreise stabil halten.
  • Das Unternehmen nutzt seine Marktmacht, um Lieferverträge zu sichern und absorbiert die Mehrkosten strategisch.
  • Kurzfristige Gewinneinbußen sollen später durch das Services-Geschäft kompensiert werden.

Speicherpreise steigen um bis zu 25 Prozent

Die Halbleiterindustrie erlebt derzeit erhebliche Engpässe bei DRAM-Komponenten, die hauptsächlich durch die hohe Nachfrage aus dem KI-Sektor verursacht werden. Chip-Hersteller priorisieren die Produktion von hochwertigem Arbeitsspeicher für KI-Server gegenüber den in Smartphones verwendeten Komponenten. Dies führt zu Preissteigerungen von zehn bis 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Apple verhandelt die Speicherpreise quartalsweise mit seinen Zulieferern. Für das zweite Quartal 2026 werden weitere Preiserhöhungen erwartet, die ähnlich ausfallen dürften wie die bereits im ersten Quartal eingetretenen Steigerungen. Diese Entwicklung wird sich direkt auf die Gewinnmargen des iPhone auswirken.

Apple nutzt Marktposition als strategischen Vorteil

DRAM erklärt!

DRAM steht für Dynamic Random Access Memory und bezeichnet den Arbeitsspeicher in Smartphones und Computern. Im Gegensatz zum dauerhaften Flash-Speicher werden hier Daten nur temporär gespeichert, solange das Gerät eingeschaltet ist. Je mehr DRAM ein Gerät hat, desto mehr Apps und Prozesse können gleichzeitig flüssig laufen – besonders wichtig für rechenintensive KI-Funktionen.

Laut Kuo ist Apple jedoch in der Lage, trotz der schwierigen Marktsituation Lieferverträge zu sichern. Der Analyst betont, dass viele andere Smartphone-Hersteller – insbesondere solche ohne Fokus auf KI-Funktionen – selbst bei Zahlungsbereitschaft keine Garantie für ausreichende Komponentenversorgung erhalten. Die Tatsache, dass Apple solche Vereinbarungen treffen kann, zeige die enorme Verhandlungsmacht des Unternehmens.

Apple verfolgt laut Kuo eine klare Strategie: Das Unternehmen nutzt das Marktchaos zu seinem Vorteil, sichert sich die benötigten Chips, absorbiert die Mehrkosten und gewinnt dadurch Marktanteile. Die kurzfristigen Gewinneinbußen sollen später durch das lukrative Services-Geschäft kompensiert werden.

Preisstabilität als Wettbewerbsvorteil

Apple hat bereits beim iPhone 17 gezeigt, dass es in der Lage ist, Komponentenkosten aufzufangen. Das Basismodell des iPhone 17 startete weiterhin bei 799 US-Dollar. Lediglich beim iPhone 17 Pro erhöhte Apple den Preis um 100 US-Dollar – allerdings verdoppelte das Unternehmen gleichzeitig den Mindestspeicher von 128 GB auf 256 GB.

Für das iPhone 18 erwartet Kuo, dass Apple die Preise „so weit wie möglich“ stabil halten wird. Zumindest der Einstiegspreis der iPhone-18-Modelle soll unverändert bleiben. Diese Strategie könnte Apple helfen, sich in einem zunehmend preissensiblen Markt von der Konkurrenz abzuheben.

Weitere Herausforderungen in der Lieferkette

Neben dem Arbeitsspeicher könnten in den kommenden Monaten auch andere Komponenten knapp werden. Besonders LPDDR- und NAND-Speicher sind von Engpässen und Preiserhöhungen betroffen. Es wird spekuliert, dass diese Entwicklung zu Preissteigerungen bei Smartphones verschiedener Hersteller führen könnte.

Apple muss möglicherweise während der Bekanntgabe der Quartalszahlen am 30. Januar, die das erste Geschäftsquartal 2026 (Oktober bis Dezember 2025) abdecken, auf die steigenden Speicherpreise eingehen. Analysten und Investoren werden genau beobachten, wie sich die Situation auf Apples Gewinnmargen auswirkt.

Die iPhone-18-Reihe wird für Herbst 2026 erwartet. Gerüchten zufolge soll das Basismodell mit 12 GB Arbeitsspeicher ausgestattet werden – 50 Prozent mehr als beim iPhone 17. Diese Erhöhung ist vor allem den Anforderungen der geräteinternen KI-Verarbeitung geschuldet, die Apple mit seiner Apple-Intelligence-Plattform vorantreibt.

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