iPad mini 8: Apple verteidigt 60-Hz-Display – Tester widerspricht
Das neue iPad mini 8 bringt zahlreiche Verbesserungen mit, darunter ein größeres OLED-Display, den A20 Pro Chip und ein dünneres Gehäuse. Bei der Bildwiederholrate bleibt Apple allerdings bei 60 Hz. Die aus dem iPad Pro bekannte ProMotion-Technologie mit bis zu 120 Hz fehlt weiterhin. Im Test von The Verge kritisiert Redakteur David Pierce diese Entscheidung und widerspricht damit auch Apples Erklärung.
- Das iPad mini 8 besitzt erstmals ein 8,5 Zoll großes OLED-Display.
- Apple verzichtet weiterhin auf ProMotion mit 120 Hz.
- Apple verweist auf schnellere Pixelreaktionen und weniger Bewegungsunschärfe.
- Ein Tester von The Verge kritisiert die weiterhin sichtbaren Unterschiede bei Bewegungen.
- Der Verkaufsstart erfolgt am 6. November 2026.
Apple verweist auf Vorteile der OLED-Technik
Apple hatte bereits im Gespräch mit dem YouTuber Christopher Lawley erklärt, warum das neue iPad mini trotz OLED-Display weiterhin mit 60 Hz arbeitet. David Pakula, Vice President of Hardware Design bei Apple, verwies dabei auf die deutlich schnelleren Reaktionszeiten der OLED-Pixel im Vergleich zur bisherigen LCD-Technik.
Dadurch sollen Bewegungsunschärfen reduziert werden. Tatsächlich können OLED-Pixel ihren Zustand wesentlich schneller ändern als die Flüssigkristalle eines klassischen LCD-Panels. Das bedeutet allerdings nicht, dass eine höhere Bildwiederholrate überflüssig wird.
Genau an diesem Punkt setzt die Kritik von David Pierce an. Der Journalist hält die schnelleren Pixelreaktionen nicht für einen gleichwertigen Ersatz für 120 Hz. Besonders beim Scrollen, Zoomen und bei der Bedienung mit dem Apple Pencil seien Unterschiede weiterhin wahrnehmbar.
Die Bildwiederholrate gibt an, wie oft ein Bildschirm seinen Bildinhalt pro Sekunde aktualisiert. Bei 60 Hz geschieht das 60-mal, bei 120 Hz entsprechend 120-mal. Eine höhere Bildwiederholrate kann Bewegungen flüssiger erscheinen lassen und die Reaktionszeit bei der Bedienung verbessern.
Davon zu unterscheiden ist die Pixelreaktionszeit. Sie beschreibt, wie schnell einzelne Bildpunkte ihre Darstellung ändern können. OLED-Displays sind hier meist besonders schnell. Eine kurze Pixelreaktionszeit ersetzt allerdings keine höhere Bildwiederholrate.
Tester bemängelt Darstellung bei Bewegungen
Im Alltag mache sich die niedrigere Bildwiederholrate laut Pierce selbst bei einfachen Aufgaben bemerkbar. Beim Scrollen durch Webseiten könne er Texte auf einem 120-Hz-Display auch während der Bewegung noch gut erkennen. Auf dem iPad mini mit 60 Hz würden sie dagegen schneller unscharf erscheinen.
Auch die Bedienung mit dem Apple Pencil empfindet er als weniger flüssig. Bewegungen des Stifts wirkten etwas ruckeliger als auf Geräten mit höherer Bildwiederholrate. Gerade bei kreativen Anwendungen und Spielen sei der Unterschied relevant.
Für Pierce ist das fehlende ProMotion zwar kein grundsätzliches Ausschlusskriterium. Die Bildwiederholrate habe aber einen spürbaren Einfluss auf das Nutzungserlebnis, den schnellere OLED-Pixel allein nicht ausgleichen könnten.
OLED bringt trotzdem deutliche Verbesserungen
Abseits der 60-Hz-Beschränkung bewertet der Tester das neue Display positiv. Apple hat die Bildschirmdiagonale von 8,3 auf 8,5 Zoll vergrößert und setzt erstmals beim iPad mini auf OLED statt LCD.
Die neue Displaytechnik ermöglicht unter anderem tiefere Schwarzwerte und einen höheren Kontrast. Apple gibt ein Kontrastverhältnis von 2.000.000:1 an. Gleichzeitig steigt die maximale Helligkeit bei gewöhnlichen SDR-Inhalten von zuvor 500 auf 600 Nits. Bei HDR-Inhalten sind in der Spitze bis zu 1.200 Nits möglich.
Auch die Leistung legt mit dem A20 Pro Chip zu. Hinzu kommen ein dünneres und leichteres Gehäuse sowie ein nach IP67 gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen geschütztes Design.
Das iPad mini 8 kann bereits vorbestellt werden und kommt am 6. November 2026 auf den Markt. Mit der Standardkapazität von 128 GB startet es bei 749 Euro.
Die Entscheidung gegen ProMotion bleibt damit einer der auffälligsten Kompromisse des neuen Modells. Technisch bietet das OLED-Panel zwar mehrere Vorteile gegenüber dem Vorgänger, bei der Darstellung von Bewegungen kann es ein Display mit 120 Hz jedoch nicht vollständig ersetzen.

Gerade bei einem Tablet, das auch für handschriftliche Notizen, Zeichnungen und Spiele genutzt wird, wäre eine höhere Bildwiederholrate wünschenswert gewesen. Angesichts des gestiegenen Einstiegspreises fällt dieser Verzicht besonders auf. Wer hauptsächlich liest oder Videos anschaut, wird sich daran vermutlich weniger stören als Nutzer, die bereits an ein 120-Hz-Display gewöhnt sind.









