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iCloud-Crashkurs

iCloud verstehen und nutzen

Apples iCloud ist Funktion, Schnittstelle und Datenspeicher zugleich. Mit iCloud+ gibt es darüber hinaus eine kostenpflichtige Komponente. Wir dröseln das alles einmal auf und zeigen Ihnen, wie Sie iCloud sinnvoll nutzen.

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Seit mehr als 15 Jahren begleitet die iCloud alle Apple-Geräte. Damals präsentierte Steve Jobs Apples neues Cloud-Angebot in seinem letzten Auftritt auf einer Apple-Bühne kurz vor seinem Tod. Dabei sollte iCloud alle bisherigen Cloud-Funktionen von Apple ersetzen. Besonderes Augenmerk legte Jobs dabei auf iTunes und den iTunes Store, die Synchronisation zwischen Dokumenten-Apps wie Pages, Numbers und Keynote sowie Foto-Funktionen der neuen iCloud. Der Begriff „iCloud“ stand bereits in der ersten Präsentation für eine Vielzahl von Bedeutungen: Datensynchronisation von Medien und Dokumenten, Backup-Möglichkeiten für das iPhone oder auch Datenspeicher für Dateien und Fotos. Wir erklären ausführlich, was iCloud alles kann und wie Sie es am besten nutzen.

Sommer-Angebot

Was ist eine (i)Cloud?

Hinter dem Begriff „Cloud“ (englisch für „Wolke“) verbirgt sich ein externer Datenspeicher, der Ihre Dateien an einem zentralen, aber entfernten Ort für Sie speichert. Dieser Datenspeicher nimmt neue Dateien an und lässt alle Ihre Geräte auf diese neuen Dateien zugreifen oder kopiert diese automatisch auf alle Geräte. Bei Apple heißt dieser Speicher und alle damit verbundenen Funktionen „iCloud“. Wenn Sie Ihre Fotos beispielsweise in der iCloud speichern, dann müssen Sie Ihre iPhone-Schnappschüsse nicht mehr mühsam auf jedes weitere Gerät händisch übertragen. Stattdessen greifen diese Geräte automatisch auf die iCloud zu, in der das iPhone neue Fotos ablegt.

Darüber hinaus bietet Apples iCloud aber viele weitere Funktionen an, die sich durch eine tiefe Integration in Apples Geräte und durch viele praktische Automatismen von anderen Clouddiensten unterscheiden. Die iCloud kann unter anderem automatische Backups von Ihrem iPhone und iPad machen, sodass Sie Ihre alten Daten bei der Einrichtung eines neuen Gerätes sofort weiter nutzen können. Apples eigene Apps wie Erinnerungen, Notizen oder Safari tauschen ihre Inhalte drahtlos und automatisch mittels iCloud zwischen Ihren Geräten aus. 

Viele Drittanbieter nutzen diese Schnittstelle ebenfalls, um Rezepte, Erinnerungen oder Videoabspielstände zwischen Geräten zu synchronisieren. Darüber hinaus bietet Apple mit iCloud+ einen kostenpflichtigen Dienst an, der Ihr Speicherkontingent erhöht, weitere Funktionen freischaltet und sogar eine eigene App anbietet.

Was iCloud sichert

Um eine Übersicht der in iCloud gespeicherten Daten zu bekommen, navigieren Sie auf Ihrem Apple-Gerät zu Ihrem Apple Account. Diesen finden Sie in den Einstellungen (iPhone und iPad) oder Systemeinstellungen (Mac) ganz oben bei Ihrem Profilbild. Tippen oder klicken Sie darauf und wählen Sie „iCloud“. Bei „In iCloud gesichert“ tippen oder klicken Sie auf „Alle anzeigen“. Sie erhalten nun eine Liste aller Funktionen und Apps, die iCloud nutzen. Einträge mit dem Status „Ein“ können Sie für weitere Einstellungen öffnen. Alle anderen deaktivieren Sie mit dem Schalter. Weiter unten finden Sie alle Apps von Drittanbietern, die ebenfalls iCloud nutzen.

Backup und Synchronisation

Eine der wichtigsten und besten Funktionen von Apples iCloud ist die automatische Datensicherung für iPhone, iPad und Apple Vision Pro. Wie Sie diese einrichten, zeigen wir im Workshop. Nach der Einrichtung sichert Ihr iPhone oder iPad automatisch die wichtigsten Daten in der iCloud, sobald Sie das Gerät nachts aufladen. Das ist besonders praktisch, wenn Sie Ihr Gerät ersetzen müssen. Das kann bei Diebstahl, Verlust oder beim Upgrade auf ein neues Modell der Fall sein. Dann wählen Sie bei der Einrichtung des neuen Gerätes „Aus iCloud-Backup wiederherstellen“ aus. Damit holt sich das neue Gerät Daten und Informationen wie Geräteeinstellungen, das Layout des Home-Bildschirms oder das Apple-Watch-Backup als Teil des iPhone-Backups drahtlos aus der iCloud zurück.

Für den Mac gibt es bis heute keine drahtlosen iCloud-Backups. Stattdessen können Sie den Mac-Schreibtisch und den Dokumenten-Ordner in die iCloud synchronisieren. Dazu öffnen Sie ein Finder-Fenster und wählen in der Menüzeile „Finder > Einstellungen“ aus. Setzen Sie den Haken bei „Ordner ‚Schreibtisch‘ und ‚Dokumente‘ synchronisieren“. Das sichert alle Daten in den beiden Ordnern zusätzlich in der iCloud, sodass Sie diese mit anderen Geräten wie iPhone und iPad nutzen können. Aber Achtung: Auf dem Mac kann die Datenmenge schnell sehr groß werden, sodass Sie diese Funktion am besten mit einem kostenpflichtigen iCloud+-Abo nutzen. Dann stehen Ihnen mehr als 5 GB für den Datenaustausch zur Verfügung.

In den Geräteeinstellungen finden Sie eine Übersicht aller iCloud-Funktionen und der iCloud-Speichernutzung.
In den Geräteeinstellungen finden Sie eine Übersicht aller iCloud-Funktionen und der iCloud-Speichernutzung. (Bild: Screenshot)

Darüber hinaus ist iCloud eine Schnittstelle zum Datenaustausch für viele Apps. Apples eigene Anwendungen wie Notizen, Erinnerungen und Safari können damit Ihre Inhalte, Einträge und Lesezeichen zwischen Ihren Geräten austauschen. Aber auch viele App-Entwickler setzen auf die iCloud zum einfachen und drahtlosen Datenaustausch. Diese fragen Sie aber nach der Installation, ob Sie Ihre Daten via iCloud synchronisieren wollen. In den Geräteeinstellungen können Sie bei Ihrem Apple Account unter „iCloud“ und „In iCloud gesichert“ eine komplette Auflistung aller Anwendungen finden, die ihre Daten so austauschen. Dort finden Sie neben dem Schalter eine Anzeige, wie groß die synchronisierte Datenmenge ist.

So geht’s: iPhone-Backups nutzen

Schritt 1

(Bild: Screenshot)

Die Optionen für iPhone-Backups finden Sie in der Einstellungen-App. Tippen Sie hier auf Ihren Namen oben in der Übersicht. Anschließend wählen Sie „iCloud > iCloud-Backup“ und aktivieren den ersten Schalter.

Schritt 2

(Bild: Screenshot)

Direkt unter dem Backup-Schalter finden Sie einen weiteren mit der Aufschrift „Backup über mobile Daten“. Wenn Sie einen Mobilfunkvertrag mit einem begrenzten Datenvolumen haben, sollten Sie ihn deaktivieren.

Schritt 3

(Bild: Screenshot)

Um die Datenmenge des Backups zu verkleinern, tippen Sie weiter unten auf Ihr iPhone bei den Geräte-Backups. Wenn Sie Apps vom Backup ausschließen wollen, deaktivieren Sie die Schalter in der App-Liste.

Das ist das iCloud Drive

Dieser unsichtbare Datenaustausch ist aber nicht alles, was die iCloud anbietet. Mit dem „iCloud Drive“ gibt es einen eigenen Cloud-Speicher für alle Dateien, die Sie selbst dort ablegen und synchronisieren möchten. Das können einzelne Pages-Dokumente sein, aber auch alle anderen Dateien auf Ihrem Mac, PC oder mobilen Gerät. Das iCloud Drive ist ein eigener Speicherort in der Seitenleiste des Mac-Finders. Auf mobilen Geräten wie iPhone und iPad finden Sie das iCloud Drive in der Dateien-App. 

Das iCloud Drive sichert Ihre abgelegten Dateien und Ordner in der Cloud. Damit können Sie diese einzelnen Dateien oder ganzen Ordner schnell und einfach mit anderen teilen. Das iCloud Drive ermöglicht beim Teilen dann, das geteilte Dokument mit der anderen Person im Team zu bearbeiten, anstatt einfach nur eine simple Kopie zu senden. Das geht mit selbst angelegten Ordnern ebenfalls. Wenn Sie also im Team an einer Präsentation oder an einem Text arbeiten möchten, dann bietet sich das iCloud Drive als gemeinsamer Speicherort für alle Beteiligten und ihre Dateien an.

Um Daten und Dateien drahtlos auszutauschen, gibt es das iCloud Drive.
Um Daten und Dateien drahtlos auszutauschen, gibt es das iCloud Drive. (Bild: Screenshot)

Fotos mit iCloud nutzen

Apples Fotos-Anwendung setzt ebenfalls auf eine tiefe iCloud-Integration. Das macht die Anwendung zu einer der wichtigsten und beliebtesten iCloud-Funktionen, die Apple anbietet. Damit können Sie Ihre Schnappschüsse und Bilder einerseits in einem eigenen Backup sichern und somit vor Datenverlust schützen. Sollten Sie Ihr iPhone verlieren, beschädigen oder ersetzen, dann kommen Ihre iCloud-Fotos ganz einfach auf Ihr neues Gerät mit. Gleichzeitig ist iCloud die einfachste Schnittstelle, um die eigenen Bilder auf allen Geräten synchron zu halten und nutzen zu können. Damit nutzen Sie das letzte Urlaubsfoto als iPad-Hintergrund, richten ein neues Mac-Profilbild ein oder genießen Foto-Rückblicke als Slideshow via Apple TV im Heimkino. Wie Sie die iCloud-Funktionen für Fotos nutzen, zeigen wir Ihnen im Workshop auf der nächsten Seite.

Darüber hinaus besitzt die Fotos-App einige praktische iCloud-Funktionen, um die eigenen Bilder mit Freunden und der Familie zu teilen. Besonders nützlich sind geteilte Foto-Alben. Damit tauschen Sie ausgewählte Fotos zwischen allen Mitgliedern des Albums aus. Sie und alle anderen fügen ausgewählte Fotos zu dem Album hinzu (siehe Workshop). Diese Bilder erscheinen dann bei allen anderen Mitgliedern des Albums als Benachrichtigung. Bei Bedarf importieren Sie die Bilder in Ihre eigene Fotos-Mediathek. Sie können die Bilder darüber hinaus mit einem „Gefällt mir“ markieren und Kommentare hinzufügen. Das kann unübersichtliche Messenger-Gruppen für den Austausch von Fotos ersetzen. Einziger Nachteil: Um als Mitglied in einem geteilten Album Bilder selbst teilen zu können, müssen Ihre Kontakte ebenfalls Apples Fotos-App nutzen. Die Android-Fans im Freundes- oder Bekanntenkreis können auf die Web-Ansicht auf icloud.com ausweichen, um dort die Alben zu betrachten. Sollten diese keinen Apple Account haben, dann können Sie das geteilte Album komplett öffentlich im Web teilen. Dann benötigen Ihre Kontakte lediglich den öffentlichen Link zum Album. Das veröffentlicht die Bilder dann aber frei zugänglich im Internet und sollte nicht für private und sensible Bilder genutzt werden.

Das ist iCloud+

Apple bietet die iCloud zunächst als kostenfreies Angebot an. Allerdings erhalten Sie dabei einen Online-Speicher von mageren 5 GB. Wer das iPhone-Backup und zusätzlich die Foto-Funktionen mit der iCloud nutzt, überschreitet diese Menge schnell. Deshalb gibt es mit iCloud+ ein kostenpflichtiges Abo, das nicht nur den Speicher erhöht. Damit erhalten Sie weitere Funktionen wie das Privat-Relay zum sicheren Surfen in Safari, individuelle E-Mail-Adressen für die Anmeldung bei Online-Diensten sowie die App „Einladungen“ zum Erstellen von Veranstaltungseinladungen. Besonders nützlich: Das Abo von iCloud+ können Sie mittels Familienfreigabe mit bis zu fünf anderen Apple Accounts teilen und gemeinsam nutzen. Die Preise starten bei 0,99 Euro pro Monat für 50 GB Online-Speicher und enden bei 59,99 Euro pro Monat für 12 TB Speicher.

Eine weitere Möglichkeit zum Austausch der eigenen Bilder ist die geteilte Fotomediathek. Damit können bis zu sechs verschiedene Apple Accounts ihre Aufnahmen direkt und gemeinsam teilen und nutzen. Dann können alle Mitglieder Fotos hinzufügen, bearbeiten und löschen. Sie können neue Schnappschüsse sogar direkt aus der Kamera-App in der geteilten Mediathek speichern und somit sofort austauschen. Beachten Sie dazu den gelben Hinweis „Geteilte Mediathek“. Mit dem gelben Knopf in der linken oberen Ecke ändern Sie den Speicherort auf Ihre persönliche Mediathek. Das sollten Sie beim Aufnehmen von Videos und beim Einfangen neuer Bilder stets beachten, damit es keine unangenehmen Überraschungen für die anderen Mediatheken-Mitglieder gibt. Wer also in der Familie die nächste Geburtstagsparty planen möchte, sollte vielleicht keine Geschenk-Ideen als Fotos festhalten, wenn das Geburtstagskind ebenfalls Mitglied der geteilten Mediathek ist. Die geteilte Mediathek richten Sie in den Fotos-Einstellungen ein. Ein Apple Account fungiert dann als Ersteller der geteilten Mediathek und kann alle anderen als Mitglieder einladen. Der verbrauchte iCloud-Speicherplatz wird dann nur auf das Konto des Erstellers angerechnet.

Gibt es Alternativen zu iCloud?

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares Jein. Es gibt zwar viele andere Clouddienste, die ähnliche Funktionen anbieten. Neben Apple gibt es eigene Cloud-Angebote von Microsoft, Google, Dropbox und vielen weiteren Anbietern. Damit erhalten Sie ebenfalls ein eigenes Cloud-Drive zum Speichern von Dateien, können Ihre Fotos drahtlos zwischen Geräten austauschen oder nutzen Anwendungen wie Erinnerungen, Kalender und Notizen mit eigenen Cloud-Funktionen. Mit Nextcloud gibt es sogar eine offene Software aus Deutschland, mit der Sie Ihre Daten selbst hosten und verwalten können oder gegen eine geringe Gebühr auf einem europäischen Server eines Drittanbieters hosten lassen.

Alternativen wie Nextcloud sind schlechter in Apples Systeme integriert als iCloud.
Alternativen wie Nextcloud sind schlechter in Apples Systeme integriert als iCloud. (Bild: Screenshot)

Allerdings haben all diese Alternativen keine enge Verdrahtung in die Betriebssysteme von Apple. Der Austausch von Fotos ist mittels iCloud stets schneller und einfacher als bei den erwähnten Alternativen. Apples Software-Qualität ist meistens besser als bei Open-Source-Alternativen wie den Nextcloud-Angeboten. Wer seine Daten also nicht auf Apples Servern speichern möchte, findet ausreichend Alternativen und Möglichkeiten. Oftmals allerdings auf Kosten der Benutzbarkeit. Für wen sich dieser Tausch lohnt, kann jeder selbst entscheiden.

So geht’s: iCloud-Fotos nutzen

Schritt 1

(Bild: Screenshot)

Um iCloud-Fotos zu aktivieren, öffnen Sie die Einstellungen auf Ihrem iPhone. Tippen Sie anschließend auf „[Ihr Name] > iCloud > Fotos“ in der Übersicht. Der Schalter „Dieses iPhone synchronisieren“ muss aktiviert sein. 

Schritt 2

(Bild: Screenshot)

Weiter unten in der Liste haben Sie die Wahl zwischen „iPhone-Speicher optimieren“ und „Laden und Originale behalten“. Damit bestimmen Sie die Qualität und Dateigröße der auf dem iPhone gespeicherten Bilder.

Schritt 3

(Bild: Screenshot)

Aktivieren Sie außerdem den Schalter bei „Geteilte Alben“ in der Übersicht. Damit können Sie Fotoalben mit anderen teilen. Wählen Sie dazu ein Foto aus der Mediathek und tippen auf den Teilen-Knopf links unten.

Schritt 4

(Bild: Screenshot)

Wählen Sie „Zu geteiltem Album hinzufügen“ und tippen unten auf den Album-Auswähler. Hier finden Sie alle bisherigen geteilten Alben. Ganz oben tippen Sie auf „Neues geteiltes Album“, um eins zu erstellen.

Schritt 5

(Bild: Screenshot)

Anschließend geben Sie dem neuen Album einen Namen. Im zweiten Schritt wählen Sie die Mitglieder des Albums aus. Dazu tippen Sie den Namen von Kontakten ein und wählen aus der Liste entsprechend aus.

Schritt 6

(Bild: Screenshot)

Alternativ teilen Sie eine gesamte Fotomediathek mit bis zu fünf anderen. Wechseln Sie dazu zurück in die iCloud-Einstellungen. Beim Eintrag „Geteilte Mediathek“ starten Sie den Einrichtungsprozess und folgen den Schritten.

Christian Steiner // Freier Autor
Christian Steiner

Für Christian Steiner, derzeit in Wuppertal lebend, ist Apple-Geschichte kein Nostalgietrip, sondern Aufklärungsarbeit. In seiner Rubrik „Ein Blick zurück“ bei der Mac Life nimmt er die wichtigen Momente aus Apples Unternehmensgeschichte unter die Lupe, ordnet sie ein und erklärt, warum sie bis heute nachwirken. Als junger Familienvater interessiert ihn dabei auch, wie Apple-Produkte das Familienleben verbessern können.

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