Quelle: https://www.maclife.de/news/apples-neue-steuertricks-sollen-eu-staaten-4-milliarden-euro-kosten-100104263.html

Autor: Andreas Donath

Datum: 22.06.18 - 20:52 Uhr

Apples neue Steuertricks sollen EU-Staaten 4 Milliarden Euro kosten

Der Technikkonzern Apple zahlt seit 2015 zwar mehr Steuern, aber immer noch
relativ wenig, zeigt eine neue Studie.  Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Den EU-Staaten entgehen durch Apples Steuertricks Einnahmen in Höhe von vier bis 21 Milliarden Euro in den Jahren 2015 bis 2017, schätzt ein neuer Report, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Der iPhone-Konzern versteuere seine europäischen Gewinne demnach nur mit zwei bis neun Prozent. 

Die Zahlen stammen aus einer Studie im Auftrag der Linksfraktion im Europäischen Parlament, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Die EU-Kommission hatte Apple vorgeworfen, im Jahr 2014 nur 0,005 Prozent Steuern zu zahlen. Die neuen Werte liegen deutlich darüber, sind im Vergleich aber immer noch gering: Üblich sind in Deutschland mehr als 20 Prozent. Jeder durchschnittliche Arbeitnehmer wird bestätigen, dass selbst das im Vergleich zu seiner persönlichen Steuerbelastung noch recht wenig ist.

Lesetipp

Tim Cook bekennt sich zu Irland – trotz EU-Steuerforderungen

Der Apple-Chef war in dieser Woche in Europa unterwegs. Stationen in Amsterdam und Irland standen auf dem Programm und lieferten schöne Bilder.... mehr

Apple widerspricht der Darstellung, heißt es bei der Süddeutschen Zeitung: Apple zahle stattdessen Steuern in Milliardenhöhe in den USA. Irland hatte 2015 seine Steuergesetze geändert und ein Schlupfloch geschlossen, dass Apple genutzt hatte. Der Konzern hat danach seine irischen Geschäfte neu geordnet. 

"Unsere Studie zeigt, dass Apple nach wie vor weltmeisterlich seine Steuern drückt", sagt Martin Schirdewan von der Linkspartei, der für seine Fraktion im Sonderausschuss des Europäischen Parlaments sitzt, der sich mit Steuerhinterziehung und Steuervermeidung beschäftigt. "Das zeigt auch, dass die von der irischen Regierung unternommenen Reformen nicht mehr als Schall und Rauch waren."