Apple kassiert ab

Apple zwingt Patreon-Creators in teures In-App-Kaufsystem

Apple gibt Patreon eine neue Frist: Bis November 2026 müssen alle Creators auf das In-App-Kaufsystem umsteigen – mit bis zu 30 Prozent Provision.

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Apple hat eine neue Frist für die Plattform Patreon gesetzt: Bis zum 1. November 2026 müssen alle Creators vom bisherigen Abrechnungssystem auf das In-App-Kaufsystem des App Store umsteigen. Andernfalls droht der App die Entfernung aus dem App Store, wie TechCrunch berichtet. Die ursprüngliche Deadline war bereits einmal verschoben worden.

Quickread: Auf einen Blick
  • Apple fordert von Patreon, bis 1. November 2026 alle Creators auf das In-App-Kaufsystem umzustellen – sonst droht App-Store-Entfernung.
  • Apple kassiert 30 Prozent Provision auf In-App-Käufe, nach einem Jahr sinkt die Gebühr auf 15 Prozent.
  • Creators können Preise in der iOS-App erhöhen oder die Gebühr selbst tragen – Zahlungen über die Website umgehen Apples Provision.

Patreon-Creators müssen auf Apples Bezahlsystem umsteigen

Patreon ist eine Plattform, auf der Content-Creators wie YouTuber Zahlungen von ihren Fans erhalten können – eine wertvolle Einnahmequelle neben Werbung und Sponsoring. Apple betrachtet diese Zahlungen von Unterstützenden an Creators als digitale Güter, für die das Unternehmen eine Provision beanspruchen kann.

Bereits im August 2024 hatte Apple Patreon aufgefordert, zum In-App-Kaufsystem zu wechseln. Die ursprüngliche Frist war November 2025, wurde jedoch nun um ein Jahr verlängert. Laut TechCrunch nutzen derzeit nur noch vier Prozent der Patreon-Creators das alte Abrechnungssystem – der Großteil hat bereits gewechselt.

Hohe Provisionen für Apple – Mehrkosten für Creators oder Fans

In-App-Käufe erklärt!

In-App-Käufe sind digitale Transaktionen, die direkt innerhalb einer App getätigt werden – etwa für Abonnements, virtuelle Güter oder Premium-Inhalte. Apple verlangt für solche Käufe in iOS-Apps standardmäßig eine Provision von 30 Prozent, die nach einem Jahr auf 15 Prozent sinkt. Entwickler müssen Apples Bezahlsystem nutzen, wenn sie digitale Inhalte oder Dienstleistungen verkaufen, was seit Jahren für Kontroversen sorgt.

Apple kassiert standardmäßig eine Provision von 30 Prozent auf In-App-Käufe und Abonnements. Nach einem Jahr reduziert sich diese auf 15 Prozent. Patreon bietet seinen Creators zwei Optionen: Entweder sie erhöhen ihre Preise ausschließlich in der iOS-App oder sie übernehmen die Gebühr selbst und behalten plattformübergreifend einheitliche Preise bei.

Eine Alternative für Nutzende auf iPhone und iPad besteht darin, die Zahlung über die Patreon-Website abzuwickeln. Auf diesem Weg lässt sich die App-Store-Provision umgehen. Patreon selbst zeigt sich enttäuscht darüber, wie Apple mit dieser Richtlinie umgeht.

Hintergrund: Rechtliche Auseinandersetzungen um App-Store-Gebühren

Die Entwicklung bei Patreon steht im Kontext größerer rechtlicher Auseinandersetzungen um Apples App-Store-Praktiken. Im Mai 2025 hatte ein Gericht Apple aufgefordert, Entwicklern zu erlauben, Kundinnen und Kunden über Kaufoptionen außerhalb einer App zu informieren, ohne dafür Gebühren zu erheben. Daraufhin kündigte Patreon an, eine App-Aktualisierung einzureichen, die Zahlungen außerhalb des In-App-Kaufsystems ermöglichen sollte.

Diese Änderungen führten dazu, dass Patreon-Nutzende in den USA die Möglichkeit erhielten, Apples 30-Prozent-Gebühr zu umgehen. Apple verlangte jedoch später, dass solche Zahlungsvorgänge in einem externen Browser stattfinden müssen. Die nun gesetzte November-Frist zeigt, dass Apple trotz rechtlicher Rückschläge weiterhin auf der Integration seines Bezahlsystems besteht.

Patreon hat eine FAQ-Seite mit weiteren Details für Creators veröffentlicht. Die Plattform wird sich an die neuen Vorgaben halten müssen, auch wenn sie die Herangehensweise von Apple kritisiert.

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