Apple TV 4K vorgestellt: Mehr Leistung und neue Siri – mit Einschränkungen in der EU
Apple hat die vierte Generation des Apple TV 4K vorgestellt. Nach vier Jahren erhält der Streaming-Player damit ein umfangreiches Hardware-Upgrade. Neben einem leistungsfähigeren Prozessor stehen eine neue KI-gestützte Siri, eine verbesserte Fernbedienung und erweiterte Funktionen für Heimkino und Smart Home im Mittelpunkt. In Deutschland liegt der genannte Preis bei 349 Euro. Der Verkaufsstart ist für den 13. November 2026 vorgesehen.
- Apple stellt die vierte Generation des Apple TV 4K mit A19-Chip vor
- Bis zu 50 Prozent mehr CPU-Leistung und doppelte GPU-Leistung
- Drei integrierte Mikrofone und eine präziser ortbare Siri Remote
- Surround Sound mit vier kompatiblen HomePods möglich
- Siri AI startet zunächst nicht in der EU – Verkaufsstart am 13. November 2026
A19-Chip bringt deutlich mehr Leistung
Im neuen Apple TV 4K arbeitet der A19-Chip, der gegenüber dem bisherigen Modell mit A15 Bionic eine höhere Rechen- und Grafikleistung bieten soll. Apple spricht von einer um bis zu 50 Prozent schnelleren CPU und einer bis zu doppelt so hohen GPU-Leistung.
Davon sollen insbesondere die Navigation durch tvOS, Animationen und anspruchsvollere Apps profitieren. Auch für Spiele über Apple Arcade steht damit mehr Leistung zur Verfügung.
Neu ist außerdem ein dedizierter Hardware-Decoder für AV1. Der Videocodec ermöglicht eine effizientere Komprimierung von Videoinhalten und kann dadurch bei vergleichbarer Bildqualität weniger Bandbreite benötigen.
AV1 ist ein moderner Videocodec, der Videodateien effizient komprimiert. Dadurch lassen sich hochauflösende Inhalte bei vergleichbarer Bildqualität mit weniger Daten übertragen. Das kann insbesondere beim 4K-Streaming die benötigte Internetbandbreite reduzieren. Ein integrierter Hardware-Decoder übernimmt die Wiedergabe, ohne den Hauptprozessor stark zu belasten.
Siri AI soll die Bedienung grundlegend erweitern
Die auffälligste Neuerung betrifft die Sprachsteuerung. Apple integriert mit Siri AI eine neue Generation seines Sprachassistenten, die auf Apple Intelligence basiert.
Nutzer sollen künftig deutlich natürlichere Fragen stellen können. Beispielsweise lässt sich nach preisgekrönten Serien suchen oder nach Hintergrundinformationen zu einer laufenden Sendung fragen. Die Ergebnisse erscheinen je nach Situation in einer bildschirmfüllenden Ansicht oder als kompakte Einblendung über dem aktuellen Inhalt.
Siri AI soll außerdem den persönlichen Kontext berücksichtigen können. In Verbindung mit einem kompatiblen iPhone könnte der Assistent beispielsweise eine Serie finden, die zuvor in einer Nachricht empfohlen wurde.
Für die Sprachsteuerung besitzt das neue Apple TV 4K erstmals drei integrierte Fernfeldmikrofone. Damit lassen sich Sprachbefehle auch ohne Fernbedienung auslösen. Eine Echounterdrückung soll dafür sorgen, dass der Assistent selbst bei laufendem Fernsehton reagieren kann.
Allerdings sind die neuen KI-Funktionen nicht überall verfügbar.
Siri AI startet zunächst nicht in Deutschland
Zum Marktstart wird Siri AI laut Apple ausschließlich als Beta in den USA, Australien, Kanada, Indien, Neuseeland, Singapur, Südafrika und Großbritannien angeboten. Unterstützt wird zunächst Englisch.
Deutschland und andere EU-Länder gehören nicht zu den aufgeführten Startregionen. Apple weist zudem ausdrücklich darauf hin, dass Siri AI unter iOS und iPadOS zunächst nicht in der Europäischen Union verfügbar sein wird.
Das ist besonders relevant, weil Siri AI auf dem Apple TV ein kompatibles iPhone oder iPad mit aktivierter Apple Intelligence voraussetzt. Für Funktionen, die persönliche Informationen berücksichtigen, wird ebenfalls ein entsprechend eingerichtetes Gerät benötigt.
Die neue Hardware allein reicht somit nicht aus, um sämtliche angekündigten KI-Funktionen verwenden zu können.
Immerhin unterscheidet Apple zwischen der neuen Siri AI und der grundlegenden Sprachsteuerung über die eingebauten Mikrofone. Letztere unterstützt laut Hersteller unter anderem Deutsch. Ob und in welchem Umfang sämtliche Sprachfunktionen zum deutschen Verkaufsstart bereitstehen, muss sich noch zeigen.
Apple nennt bislang keinen Termin für die Einführung von Siri AI in der EU. Interessant ist außerdem, dass die neue KI-Version grundsätzlich auch auf Apple TV 4K der zweiten und dritten Generation unterstützt werden soll. Siri AI ist damit kein exklusives Merkmal der neuen Hardware.
Neue Siri Remote lässt sich präziser orten
Auch die mitgelieferte Siri Remote erhält eine Überarbeitung. Ihr grundsätzliches Design bleibt erhalten, allerdings erweitert Apple die Suchfunktionen.
Die Fernbedienung unterstützt nun die präzise Ortung über Apples „Wo ist?“-Netzwerk. Auf einem kompatiblen iPhone lässt sich damit genauer bestimmen, in welcher Richtung und Entfernung sich die Fernbedienung befindet.
Außerdem kann die neue Siri Remote einen Ton abspielen, um das Auffinden zu erleichtern.
Für die präzise Suche wird allerdings ein kompatibles iPhone benötigt. Apple nennt unter anderem das iPhone 17 und neuere Modelle, wobei das iPhone 17e ausdrücklich ausgenommen ist. Die Verfügbarkeit kann zudem regional variieren.
Vier HomePods für Surround Sound
Eine weitere Neuerung betrifft die Tonausgabe. Das Apple TV 4K der vierten Generation kann erstmals vier kompatible HomePods zu einem gemeinsamen Surround-System verbinden.
Unterstützt werden HomePod mini 2 und HomePod der zweiten Generation. Dabei müssen die Lautsprecher vorne und hinten jeweils passende Paare bilden. Unterschiedliche Modelle lassen sich somit beispielsweise als vorderes und hinteres Lautsprecherpaar kombinieren.
Das System erkennt laut Apple automatisch die Positionen der Lautsprecher im Raum und passt Laufzeiten sowie Lautstärke entsprechend an. Dadurch soll die Einrichtung ohne aufwendige manuelle Kalibrierung möglich sein.
Die Funktion setzt allerdings vier separat erhältliche HomePods voraus. Sie ist außerdem auf das neue Apple TV 4K beschränkt und steht nicht auf älteren Generationen zur Verfügung.
Mehr Möglichkeiten für das Smart Home
Neben der Wiedergabe von Filmen und Serien positioniert Apple das neue Apple TV 4K erneut als Steuerzentrale für das vernetzte Zuhause.
Mit kompatiblen Türklingeln können Benachrichtigungen direkt auf dem Fernseher erscheinen. Nutzer sollen Besucher sehen, mit ihnen sprechen und unterstützte Smart-Home-Geräte bedienen können.
Apple erweitert außerdem die Verarbeitung von Aufnahmen aus HomeKit Secure Video. Mithilfe von Apple Intelligence sollen Kamerabilder automatisch beschrieben und Benachrichtigungen zusammengefasst werden.
Auch hier gibt es Einschränkungen: Für die Einrichtung der KI-gestützten Videobeschreibungen ist ein kompatibles iPhone oder iPad erforderlich. Hinzu kommt ein geeigneter iCloud+-Tarif. Die Anzahl unterstützter Kameras hängt vom jeweiligen Abonnement ab.
Für die Verarbeitung sensibler Informationen setzt Apple unter anderem auf geschützte Bereiche innerhalb des A19-Chips. Mikrofoninformationen sollen dort getrennt vom übrigen System verarbeitet werden. Bei komplexeren Siri-Anfragen kann zudem Apples Private Cloud Compute zum Einsatz kommen.
Preis und Verfügbarkeit in Deutschland
Das neue Apple TV 4K soll ab dem 13. November 2026 erhältlich sein. Vorbestellungen starten laut Apple bereits am 13. Oktober in den USA und 29 weiteren Ländern und Regionen. In Deutschland kostet die Set-Top-Box 349 Euro.
Damit bewegt sich das Gerät weiterhin im oberen Preisbereich der Streaming-Player. Das gilt insbesondere, wenn zusätzliche HomePods für das neue Surround-System angeschafft werden sollen.
Zu den möglichen Einschränkungen gehört außerdem, dass bestimmte KI-Funktionen künftig kostenpflichtig werden könnten. Apple weist in den Fußnoten darauf hin, dass einige serverbasierte Apple-Intelligence-Funktionen täglichen Nutzungslimits unterliegen und erweiterte Kontingente später gegen Bezahlung angeboten werden sollen.
Ob und in welchem Umfang das auch die Nutzung von Siri AI auf dem Apple TV betrifft, geht aus den bisherigen Angaben nicht eindeutig hervor.








