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Claris Connect

Apple Tochter FileMaker kehrt zum Firmennamen Claris zurück

FileMaker kehrt zum ursprünglichen Namen Claris zurück, der vor 21 Jahren abgelegt wurde. „Raider heißt jetzt Twix und sonst ändert sich nix“, lautet ein bekanntes Beispiel in der Vermarktung von Schokolade. Doch während Mars immer mal wieder seine Karamell-umhüllte Kekswaffel unter dem alten Markennamen verkauft, damit die Rechte daran nicht verfallen, benennt sich Apple Tochterunternehmen FileMaker aus anderen Gründen um. 

Nach zwei Jahrzehnten unter dem Namen FileMaker kehrt das Tochterunternehmen von Apple zum ursprünglichen Firmennamen „Claris“ zurück. Über diesen Schritt informiert der neue CEO Brad Freitag im Unternehmensblog, allerdings noch unter filemaker.com. Die Umbenennung ist ganz klar Ausdruck einer neuen strategischen Ausrichtung in der Software-Sparte bei Apple. Dafür ist die namensgebende Datenbank-Anwendung FileMaker nicht geeignet. FileMaker denkt in Dateien und Datensätzen. Die neue Software – so erläutern es FileMaker-Mitarbeiter – bewegt sich von der digitalen Evolution zur digitalen Transformation. Die Software der Zukunft löst Probleme der vernetzten Arbeitswelt. 

Claris Connect
Als Plattform soll Claris auf vier Prinzipien bestehen: Cloud, Mobile, APIs und neue Technologien rund um AI, AR und VR. Zielgruppe sind eindeutig – wie bei der Datenbank FileMaker, über deren Zukunft übrigens kein Wort verloren wird – Unternehmenskunden, die in der Kombination aus eigenen Apps und externen Cloud-Diensten eventuelle Probleme schneller lösen können. Claris Connect wird ab Herbst 2019 auf Einladung verfügbar, verkündet das Unternehmen bei seiner jährlichen Entwicklerkonferenz, der DevCon 19, die vom 5. bis zum 8. August 2019 in Orlando, Florida, stattfindet. Eine breitere Distribution ist ab 2020 vorgesehen. 

Basis von Claris Connect ist die jüngste Übernahme von Stamplay durch FileMaker, respektive Apple. Entsprechende Gerüchte gab es im März 2019. Ebenfalls im März wurde Brad Freitag als neuer CEO bei FileMaker installiert. Im April 2019 erhielt die Werbeagentur Siegel+Gale den Auftrag, das Claris-Rebranding zu begleiten. 

Strategisch passt Claris Connect zu Aussagen von Craig Federighi, der als Leiter der Software-Abteilung bei Apple im Zusammenhang mit der Neuauflage des Mac Pro immer mal wieder von „Pro Workflows“ gesprochen hat, wobei die Automatisierung in anderen Pro-Anwendungen von Apple nicht mit den Unternehmens-Anwendungen von FileMaker vergleichbar sind. FileMaker verfügt nach eigenen Angaben über gut 50.000 Kunden und über eine Millionen Endbenutzer. 

Claris begann 1986 als Tochtergesellschaft von Apple für die ursprünglich mit dem Macintosh ausgelieferten Anwendungen MacWrite, MacPaint und MacDraw. In den 90er-Jahren kam die Datenbank FileMaker hinzu, deren Windows-Version seinerzeit zu den erfolgreichsten Softwares von Apple gehörte. Zudem gab es besondere Angebote, bei denen die Anwendung Claris Works zum Lieferumfang der Mac-Computer gehörte. In Grundzügen führt Apple viele Produkte von Claris weiter. Claris Emailer steht in einer gedachten Linie zu Apple Mail. Aus Claris Impact wurde das Präsentationsprogramm Keynote. Die Tabellenkalkulation Numbers hat ihren Vorläufer in Claris Resolve. Zwischen Apple Works, Claris Works und iWork bestehen ebenfalls enge Verwandtschaften.

Als jedoch 1998 die Umbenennung in FileMaker erfolgte, verschickte Netflix noch DVDs mit der Post und Apple befand sich in der Krise. Mit Ausnahme der Datenbank FileMaker spielten die Claris-Programme keine Rolle mehr. Der von Steve Jobs vorgestellte iMac sollte die Wende einläuten. Jetzt wendet sich das Blatt erneut und Apple möchte mit Claris Connect in neue Consulting-Bereiche vorstoßen. Dort warten SAP, HP und IBM.

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