Gurman kritisiert Apple

AirPods Max 2 und Co.: Apples Produktupdates enttäuschen Beobachter

Bloomberg-Reporter Mark Gurman kritisiert Apples aktuelle Produktstrategie scharf. Viele Neuankündigungen seien nur minimale Updates mit neuen Chips.

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Bloomberg-Reporter Mark Gurman hat in seinem aktuellen „Power On“-Newsletter eine kritische Analyse der jüngsten Apple-Produktankündigungen veröffentlicht. Seine Kernaussage: Viele der in diesem Monat vorgestellten Produkte seien „so inkrementell wie eh und je“ – also nur minimale Weiterentwicklungen bestehender Geräte.

Quickread: Auf einen Blick
  • Mark Gurman kritisiert Apples jüngste Produktankündigungen als zu inkrementell und bezeichnet die AirPods Max 2 als reines Chip-Update.
  • Viele neue Produkte wie MacBook Air, MacBook Pro und iPad Air erhielten hauptsächlich schnellere Chips, aber kaum echte Innovationen.
  • Trotz der Kritik verzeichnet Apple weiterhin Rekordumsätze, was zeigt, dass Kundinnen und Kunden die Produkte dennoch kaufen.

AirPods Max 2: Mehr Marketing als Innovation?

Besonders deutlich wird Gurmans Kritik bei den AirPods Max 2. Die Bezeichnung „2“ für das Nachfolgemodell hält er für eine „massive Übertreibung“, da die Kopfhörer im Wesentlichen nur den H2-Chip erhalten hätten und ansonsten kaum Neuerungen bieten würden.

H2-Chip erklärt!

Der H2-Chip ist Apples proprietärer Prozessor für Kopfhörer und wurde 2022 eingeführt. Er ermöglicht fortschrittliche Audio-Features wie verbesserte aktive Geräuschunterdrückung, Adaptive Audio und Personalized Volume. Im Vergleich zum Vorgänger H1 bietet er deutlich mehr Rechenleistung für komplexe Audio-Verarbeitungsaufgaben.

Zwar bringen die AirPods Max 2 durchaus neue Funktionen mit: verbesserte aktive Geräuschunterdrückung, bessere Klangqualität, Adaptive Audio, Personalized Volume, Conversation Awareness, Voice Isolation und Live Translation. Doch all diese Features seien primär eine Folge des H2-Chips, der bereits 2022 vorgestellt wurde, argumentiert Gurman.

Das Problem mit der „2“

„Das eigentliche Problem ist die ‚2‘ im Namen“, schreibt der Bloomberg-Journalist. Historisch gesehen würde eine solche Nummerierung bedeutende Hardware-Änderungen signalisieren. Bei den AirPods Max 2 fehle jedoch dieser Innovationssprung komplett.

Tatsächlich gibt es keinerlei Design-Änderungen im Vergleich zur vorherigen Generation. Selbst das umstrittene Smart Case bleibt in seiner unpopulären Form erhalten. „Wie beim früheren USB-C-Update fühlt sich diese Aktualisierung so an, als wäre sie darauf ausgelegt, die Verkaufszahlen zu stützen, anstatt das Produkt voranzubringen“, fügt Gurman hinzu.

Chip-Updates dominieren die Produktpalette

Auch andere Produkte, die Apple in diesem Monat vorgestellt hat, folgen diesem Muster. Das MacBook Neo beeindruckt zwar als Apples bisher günstigstes neues MacBook, und das Studio Display XDR erfüllt viele Wünsche der Nutzenden. Doch viele weitere Produkte erhielten lediglich schnellere Chips und sonst kaum Neuerungen: MacBook Air, MacBook Pro, iPad Air, iPhone 17e und das reguläre Studio Display.

Erfolg trotz Kritik

Interessanterweise kaufen Kundinnen und Kunden weiterhin Apple-Produkte. Das Unternehmen meldete im letzten Quartal einen Umsatzrekord. Dennoch schließt Gurman seinen Artikel mit einer nachdenklichen Bemerkung: „Stellt euch vor, die jüngsten Produktaktualisierungen selbst wären so beeindruckend wie die Werbung dafür.“

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