Wenn Apple am Mittwoch Abend der Weltöffentlichkeit das iPhone 5 präsentiert, geht es um nichts weniger als die Frage über die Zukunft Apples. Der Druck, der auf dem Erfinder des ersten, salonfähigen Tochscreen-Smartphones lastet, dürfte nie so hoch gewesen sein wie heute.
Die Spielregeln haben sich geändert
Apple ist vom Jäger zu Gejagten geworden. Als Steve Jobs Anfang 2007 das iPhone der ersten Generation enthüllte, wurden er und Apple belächelt. Dies bediente die DNA des so genialen Technologie-Gurus Jobs auf motivierende Weise: Als Underdog gegen die Großen dieser Welt anzukämpfen, das lag ihm besonders. Was 1984 noch „Big Blue“ IBM und in den neunziger Jahren Microsoft waren, hieß 2007 Nokia oder Blackberry. Nur kurze Zeit später erklomm Apple den Olymp des Mobilfunk-Marktes mit einem bahnbrechenden Siegeszug und hatte mit seiner Vision einmal mehr einen kompletten Markt umgekrempelt. Apple wurde Weltmarktführer. Kurzzeitig.
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Denn Google brauchte nicht lange, um aufzuholen. Im nicht zu bändigenden Willen, mobile Suchanfragen langfristig zu möglichst 100 Prozent auf Google leiten zu können, wurde das Android-Betriebssystem kostenfrei an Hersteller wie Samsung, LG und Motorola lizenziert, die sich wiederum auf ihre Stärken konzentrieren konnten: die Hardwareproduktion.
Heute führt Apple zwar noch die Zahl der Website-Zugriffe über iOS ebenso an wie die in App-Stores getätigten Umsätze. Aber längst werden in der Summe mehr Android-getriebene Smartphones verkauft als iPhones.
Der Fluch der Aktie
Dies wäre nicht wirklich schlimm, wenn die Regeln des Aktienmarktes vom wertvollsten Unternehmen der Welt nicht erwarteten, dass es überdurchschnittliche Leistungen, Wachstumsraten und Gewinne erbringt.
Schaut man objektiv auf Android und die modernsten Smartphone-Modelle wie etwa das Galaxy S III, so muss man neidlos anerkennen: Weder Betriebssystem noch Hardware stehen den Apple-Angeboten nach. Im Gegenteil: Die geballte Innovationskraft der Wettbewerber führt ein ums andere Mal dazu, dass Apple rein technisch geschlagen wird. Hinzu kommt, dass Googles Dienste wie Kalender, Web-Dokumente und Adressbücher einen hohen Zuspruch bei Privatleuten sowie Klein- und Mittelständlern finden. Sie bieten Komfort und Microsoft-Exchange-ähnliche Leistungen zum Nulltarif an. Und – wen wundert’s – in das Android-Betriebssystem sind diese deutlich besser integriert als in Apples iOS.
Rein technisch wird Apple inzwischen von den Mitbewerbern ein um das andere Mal geschlagen." alt="" src="/files/data/editors/2012_17/0fb1ce22078210e57021ccf3d20cfade_1336113774.jpg" align="middle" height="339" width="510">
Selbst bei der Menge der angebotenen Apps und deren Qualität hinkt Google nicht mehr hinterher. Kaum ein Softwarehaus würde sich heute trauen, diesen Markt auszulassen. Und so erscheinen immer mehr Apps zeitgleich für beide Systeme.
Worin soll die besondere Leistung noch liegen?
Da fragt man sich: Wie kann Apple die Ansprüche der Aktionäre und Nutzer noch übertreffen? Schon lange hat der Gerüchte-Hype um die neuen Apple-Geräte dazu geführt, dass sich weltweit Hunderttausende Köpfe Gedanken über das technisch Machbare machen und Dutzende Konzeptstudien mit den logischen nächsten Funktionen eines iPhones entstehen und übers Web millionenfach verbreitet werden. Zwangsläufig bleibt da für Apple wenig Luft, mit Überraschungen einen drauf zu setzen.
Genau genommen kommt es längst nicht mehr auf die Technik an. Ob nun 200 MHz mehr oder weniger, das dürfte heute zu keinem Kaufanreiz führen. Auch iOS ist inzwischen betagt, wirkt gegen ein Windows 8 Metro-Style, das ja so auch nicht mehr heißen darf, beinahe altbacken.
Innovationen müssen also her. Ob es nun ein Fingerabdruck-Scanner wird, der die PIN-Eingabe ersetzt, ein exzellentes 3D-Display (unwahrscheinlich) oder die Perfektionierung von Siri beziehungsweise ein integriertes Buchungs- und Bezahlsystem basierend auf der NFC-Technologie. Apple muss es gelingen, am Mittwoch neben Technik auch Funktionen vorzustellen, die durch ihre Innovationskraft und Exklusivität eine nicht zu bändigende Begierde auslösen wie einst beim iPhone der ersten Generation. Etwas, das dem Unternehmen aus Cupertino wieder einen Vorsprung von 6 bis 9 Monaten im Wettstreit um die technologische Marktführerschaft auszuarbeiten vermag.
Das iPhone 4S ließ das Bedürfnis der Kundschaft nach Innovationen weitestgehend unerfüllt." alt="" src="/files/data/editors/2011_40/a48a6401f25280339f48c126fd4681d0_1317758410.png" align="middle" height="291" width="510">
Schon das iPhone 4S wusste zunächst nicht zu überzeugen. Siri – im Grunde genommen nicht wirklich etwas Neues – konnte als wirksame Marketing-Maschine genutzt werden, und die Kamera auf den zweiten Klick, äh Blick, Käufer begeistern. Doch ansonsten blieben die Innovations-Bedürfnisse der Kunden eher unerfüllt.
Was, wenn Apple auch diesmal nicht restlos begeistert?
Nun, der Aktienkurs würde abgestraft, der Wert des Unternehmens einbrechen. Google hingegen das Vertrauen der Aktienmärkte gewinnen und Hardwarehersteller wie Samsung wären noch stärker motiviert. Auf zwei oder drei Jahre dürfte es Apple nicht wirklich schaden, doch langfristig dürfte das Technologie-Imperium wieder zurück in die Nische gedrängt werden. Eine Rolle, die Apple zweifellos beherrscht.
Es bleibt für Apple-Fans jedoch die Hoffnung auf die Vorstellung von ganz Besonderem. Und natürlich berichten wir live auf maclife.de!



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"führt ein ums andere Mal dazu, dass Apple rein technisch geschlagen wird"
Dies ist eine lächerliche Aussage! Android-Phones haben zwar schnellere 4-Kern-CPUs, die benötigen sie aber auch, weil das Grundkonzept ihres Betriebssystems schlecht ist. Java (selbst mit einem guten Precompiler), Garbage Collection usw. führt dazu, dass Android deutlich mehr Hardware-Power benötigt als iOS, um einigermassen ähnlich schnell zu erscheinen.
Schliesslich finden sich selbst in Android-Foren immer wieder Diskussionen über unerklärliches Ruckeln und Hänger, selbst bei aktuellen Geräten (und erst Android 4.1 scheint viele lang mitgeschleppte Software-Performance-Probleme insbesondere auch auf Tablets einigermassen entschärft zu haben).
Nicht zu vergessen die desolate Update-Politik der meisten Android-Smartphone-Hersteller. Da kauft man häufig ein Gerät mit veralteter Systemversion und ein einfaches Update vom Hersteller ist nicht garantiert, man muss frickeln - ein No-Go für den grössten Teil der Anwender!
Und Apps für Tablets gibt es massiv weniger als fürs iPad. Da verliert Android auf ganzer Front! Auch für die Smartphones gibts weiterhin mehr Premium-Apps für iOS als für Android. Nur bei Image-Apps und Apps für Dienstleistungen hat Android inzwischen einigermassen aufgeholt!
Auch eine etwas lächerliche Aussage von Dir bezüglich Java. Generell ist Java ist nicht sehr viel langsamer als C++ Code und einen Garbage Collector hat auch ObjC in der neuesten Version.
Und für die Version des Smartphone OS interessieren sich doch auch nur so Spinner wie wir. Sicher ca. 50% der iOS und Android Smartphone User interessiert sich keinen Deut um die Version auf Ihrem Telefon - hauptsache es telefoniert.
Reto, du hast leider absolut keine Ahnung! Objective-C auf iOS hatte noch nie einen Garbage Collector! Du bist offensichtlich kein Entwickler, ich schon. Darum kann ich auch klar darauf bestehen, dass Java NIE so schnell wie C++ sein kann (vielleicht meintest du C#, also C sharp unter Window .NET, das ist tatsächlich ebenfalls eine per prekompiliertem Bytecode interpretierte Sprache ähnlich wie Java).
Habe nie was von ObjC auf iOS gesagt, ich sage ObjC hat einen GC. Du hast einfach nur pauschal losgebrüllt gegen Android und deine Aussagen stimmen einfach so nicht wirklich.
Und ja ich meinte C++, auf App Level schenkt sich das nicht viel gegen Java. Aber dir geht es ja nicht um etwas ernsthaftes sondern nur um das Detail das kein Mensch braucht.
Das mit der keine Ahnung gebe ich also auch gerne zurück.
Ach Blödsinn, ich erwähnte den GC im Vergleich zwischen Android und iOS, also war dein Einwand absolut unsinnig in diesem Zusammenhang.
Java ist ein absoluter Unsinn auf einer Mobilplatform, dabei bleibe ich, das ist auch absolut kein Detail, nur braucht es dafür ein tiefgehendes Verständnis...
Also viel mehr als ein 4 Zoll Display und angepasste ("zeitgemäße") Hardware sollten wir nicht erwarten. Alles andere würde mich sehr überraschen.
...Weder Betriebssystem noch Hardware stehen den Apple-Angeboten nach...
Äh,habt Ihr mal n Plastebomber von Samsung in der Hand gehabt?
Und das Durcheinander bei Android, was die Versionen angeht? So ein Chaos gibt´s nicht nochmal. Beispiel Galaxy SII mit 2.3 und Galaxy S+ mit 2.3 sind trotz der selben Versionnummer unterschiedlich. Dann das Updategehabe, welche noch recht jungen Android-Handy kein Upgrade mehr erhalten. Überhaupt keine Klarheit.
Die Geräte werden unter der Haube immer besser. Würde Apple ständig neue Spielereien implementieren, wie es Samsung tut, würde die Usability flöten gehen.
Dinge, die vielleicht noch fehlen sind weniger technische Herausforderungen, sondern von der Philosophie Apples abhängig. Tausend Gesten für jede Funktion merkt sich kein Mensch. Wer das bei Apple erwartet, sollte das Lager wechseln, weil er dort besser bedient ist. Samsung baut sicherlich keine schlechten Geräte. Aber man sollte Äpfel halt nicht mit Birnen vergleichen.
Es ist nicht immer das technisch Machbare gefragt, sondern viel mehr das Sinnvolle.
Es wird bestimmt nicht bei jedem jährlichen Produktzyklus, und auch nicht alle zwei Jahre, das Rad neu erfunden. Das ist ein von den Medien herbei gebeteter Hype.
Wie immer wird am Ende der Kunde entscheiden. Ich glaube ich weiss auch schon wie.
Sorry, aber ich wäre weder enttäuscht noch traurig wenn das Gerät die selbe Display-Größe behalten würde, begrüße ich doch sehr das immer gleich gebliebene Fordere des Gerätes.
Übrigens, schaut euch die Evolution des Macbooks an. iBooks, Gleich Gleich Gleich, Macbook Pro, Gleich Gleich Gleich, Facelift, Gleich Gleich Gleich, Facelift, Gleich Gleich Gleich -> Macbook Retina (großer Facelift - aber immer noch "das selbe"
Ich finde MacLife hat mit diesem "bedenklichen" Bericht vollkommen Recht.
Der morgige Tag wird entscheiden über Fall oder Abstieg des Konzerns. Die Erwartungen sind so hoch wie nie zuvor. Alle Welt schaut auf die "wertvollste Firma" der Neuzeit. Und wie ich meine hat Apple da keine besonders guten Karten. Was soll noch Neues und Innovatives kommen? Apples treibender Motor und Ideengeber Steve Jobs ist nicht mehr da. James Cook scheint es irgendwie nicht zu gelingen diese klaffende Lücke zu schließen. Apple dümpelt seid seinem Tod irgendwie im Nirgendwo herum. Die Begeisterung, die früher bei seinen legendären Keynotes zu spüren war ist irgendwie nicht mehr vorhanden. Auch die technischen Möglichkeiten, Neues auf den Markt zu werfen sind praktisch erschöpft. Die Patentklagen zwischen Apple und Samsung haben solch ein hohes Maß erreicht, das man hier mit Neuerungen sehr vorsichtig sein muss.
Als Beispiel: Ohne dass das iPhone 5 auf dem Markt ist hat Samsung angekündigt, im Falle der Vorstellung von LTE-Datenfunks im neuen Gerät gegen Apple klagen zu wollen.
Gibt es damit eine neue Runde im Rechte-Krieg?
Mit der kürzlich gewonnenen Patentklage hat man hier (so scheint) es ein Raubtier erweckt, das sich nun erbittert auf seinen Angreifer stürzt.
Ich befürchte Steve Wozniak hat mit seiner damaligen Aussage: "Die Androide werden gewinnen" Recht.
Zu mächtig ist Google mit seiner großen Hardware-Armada geworden und zu allein steht Apple da, um hier etwas entscheidendes in die Schlacht werfen zu können.
Persönlich wäre ich allerdings auch froh, wenn der ganz große Hype um den angebissenen Apfel endlich vorbei sein und sich Apple wieder auf sein Kerngeschäft, den Mac konzentrieren würde.
Apple hat sich selten um die Vergleichbarkeit von Hardware-Spezifikationen gekümmert und ist bisher recht gut damit gefahren. Das iPhone ist schnell genug, groß genug und hat ein wichtiges Feature, das die Konkurrenz nicht hat. Die perfekte Integration in den Rest der "Apple-Welt".
Das Thema NFC wurde ja bereits im Vorfeld heiß diskutiert, scheint aber kein Thema mehr für das iPhone 5 zu sein. Alternativ setzt Apple ja angeblich auf ein netzwerk-/Barcode-basiertes System. Vorteil: alle iPhones mit iOS6-Unterstützung können das Feature nutzen, da es Hardwareunabhängig ist.
Ist auch nur ein Vorteil wenn sich genügend Akzeptanzstellen finden. Die grossen Kreditkartenplayer werden sich da von Apple nicht ins Business spucken lassen und NFC so richtig in die Geschäfte drücken. Erste Anzeichen dazu gibt es.
Abstieg von Apple, das ich nicht lache. So schnell geht das nicht. Ich weiß ja nicht, was ihr mit diesem populistischen Bericht erreichen wollt, liebe Maclife-Redaktion, und was ihr alle vom neuen iPhone erwartet, liebe Maclife-Leser, aber das Ding ist immer noch ein Mobiltelefon - und zwar eines, das funktioniert. Das hoffe ich doch. :)
Ich finde auch das dies ein guter Artikel ist und die Bedenken gerechtfertig sind.
Wenn es bei dem bleibt was bekannt oder bereits spekuliert wird für morgen Abend dann müsste die Aktie einen grossen Ruck nach unten machen. Nicht das ich der Meinung bin die Aktie oder Apple hat es verdient, aber die Analysten und gesamte Finanzwelt spinnt doch einfach.
Nokia hat vor paar Tagen eine gute Präsentation abgeliefert und dennoch sackte die Aktie stark ab. Ich denke das neue Lumia hat einige gute Aspekte und interessante Technologie. Nicht das die Aktie einen höhenflug machen müsste, aber für mich ist es eine plausible Zukunft für Nokia. Langfristig (2+ Jahre) sehe ich einen grossen Teil der Business Anwender bei Windows 8 Phones, wenn schon die ganze Firma mit Win arbeitet macht das Sinn.
Noch damit es klar ist, mein Büro und Privat ist alles mit Macs bestückt. Auch Tablets und Phones (bis aufs erste) habe ich alle. Ist einfach nur meine Einschätzung der Situation ohne eine der vielen rosa Fanbrillen auf.
Der Bericht ist eher populistisch als bedenklich.
Und für die ewig gestrigen, das Kerngeschäft von Apple ist schon lange nicht mehr der Mac!
"Heute führt Apple zwar noch die Zahl der Website-Zugriffe über iOS .." - da würde ich mich doch mal fragen, warum das so ist. Ich vermute, dass der Rest der Android-Plastikteile noch beim Händler steht, weil noch nicht abgekauft.
Wie dem auch sei - der Autor hat die Philosophie von Apple nicht begriffen. Es geht nicht dadrum, die eierlegende Wollmilchsau zu erfinden, sondern dem Kunden das perfekte Benutzererlebnis zu bescheren.
Und das bekommen die Herrschaften aus Cupertino immer noch hin. Nicht mehr, nicht weniger.
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