VOM MACBOOK PRO ZUM MACBOOK AIR

Erfahrungsbericht: Mein MacBook Air und ich

25.12.11 | 21:02 Uhr - von Justus Zenker
(Bild: Apple Webseite)

MacBook Air oder kein MacBook Air, das ist hier die Frage. Oder besser gesagt, die Frage die ich mir vor wenigen Monaten stellte. Mein erster Mac, ein MacBook Pro von Anfang 2008, gab nur zweieinhalb Jahre später den Geist auf. Die stolzen 400 Euro, die Apple für die Reparatur verlangte, legte ich zur Seite, verkaufte den defekten Mac für gut 300 Euro und investierte den Gesamtbetrag in ein 13-Zoll-MacBook-Pro. Ein halbes Jahr später, im Sommer 2011 präsentierte Apple die neue MacBook-Air-Serie und in mir keimte die Idee eines erneuten Wechsels auf …

Das MacBook Air gab es zwar schon länger, die Mid-2011-Modellreihe stattete Apple jedoch erstmals mit der neuesten Generation Intel-Prozessoren vom Typ „Sandy Bridge” aus und verdoppelte zudem den Arbeitsspeicher auf vier Gigabyte. Ein weiterer wichtiger Vorteil gegenüber dem Vorgänger: Endlich wieder eine Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung. Ja, das Sommer-Upgrade machte das MacBook Air zu einer ernsthaften Alternative zu meinem MacBook Pro.

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Der Hauptgrund für meinen Wunsch nach einem Air war einfach. Das Air ist mit 1,35 Kilogramm fast halb so schwer wie das MacBook Pro mit seinen 2,41 kg. Ein gutes Kilo weniger klingt zwar nicht nach nicht sonderlich viel Ballast, für uns digitale Nomaden ist das Notebook aber in der Regel genau so fester Bestandteil des Survivalkits wie für andere das Schweizer Taschenmesser – ein Kilo weniger ist da durchaus willkommen.

Der zweite Grund liegt in der schnellen Reaktionszeit des Air. Im Gegensatz zu allen anderen Macs setzt Apple bei den luftigen Laptops, unter anderem aus Platz- und Energiespargründen, auf eine Solid State Disk, kurz SSD. Ein netter Nebeneffekt der Flashspeicher-Bausteine ist deren Leistungsvorsprung gegenüber herkömmlichen, rotierenden Festplatten. Nicht nur der Startvorgang, sondern auch Programme werden um Einiges beschleunigt. Der Mac fühlt sich dadurch insgesamt zackiger an.

Die Qual der Wahl

Ein MacBook Air sollte es sein, so weit so gut. Doch welches Modell genau? Würden 28 Zentimeter Bildschirmdiagonale (11”) genügen oder mussten es doch 33 Zentimeter (13”) sein? Wie viel Speicherplatz benötigte ich und sollte ich mir ein Upgrade auf einen besseren Prozessor gönnen?

Das preiswerteste Air für 949 Euro liefert Apple mit einem 11-Zoll-Bildschirm und 64 Gigabyte Flashspeicher. Bei einem ersten Test im Apple Store verblüffte und schreckte mich die geringe Größe gleichzeitig ab. Zum Surfen schön und gut, für die regelmäßige Textarbeit jedoch (fast wortwörtlich) ein Krampf. Nicht schlimm, erleichterte mir das Ausschlussprinzip doch die Wahl ein wenig: 13 Zoll mit 128 oder 256 GB SSD. Oder in entscheidenderen Zahlen ausgedrückt: Zwischen 1.249 Euro und 1.499 Euro.

Sollte ich mich für das teuerste Air entscheiden, könnte ich auch noch den Core-i5-Prozessor durch den flotteren i7-Bruder ersetzen lassen. Bei der 128-GB-Variante ermöglicht Cupertino das Upgrade nicht. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Auch nicht schlimm, der Unterschied zwischen i5 und i7 ist sowieso gering, die SSD austauschbar und die anderen technischen Eigenschaften gleich. Die Entscheidung fiel also auf die 13-Zoll-Variante mit 128 GB SSD, 1,7 GHz Dual-Core Intel Core i5 Prozessor und 4 GB Arbeitsspeicher.

Der Wechsel lohnt sich

Das Air überzeugte mich im Vergleich zu dem bisherigen 13-Zoll-MacBook-Pro bereits von Anfang an: Der Bootvorgang ging schneller vonstatten als das Aufwecken eines iPhone 3G aus dem Standby-Modus, kein nervendes Lüftergeräusch, kaum Hitze-Entwicklung und eine angenehme Akkulaufzeit – natürlich nur solange auf Flash-lastige Webseiten oder Flash-Videos verzichtet wird. Läuft Adobe Flash jedoch längere Zeit im Hintergrund, macht auch der sonst faule MacBook-Air-Lüfter Anstalten zum Helikopter zu mutieren.

Nach einigen Monaten im Dauereinsatz hat auch die Geschwindigkeit etwas abgenommen. Denn im Laufe der Zeit sammeln sich einige Anmeldeobjekte wie EyeTV, Dropbox, GeekTool und weitere an, die den Bootvorgang etwas entschleunigen. Der alte „Trick“ aus Windows-Zeiten, den Rechner regelmäßig neu aufzusetzen, hilft auch unter OS X. Allerdings wird die Wiederherstellung bei schmalbandigen DSL-Verbindungen wie meiner 2-Mbit-Leitung zur Geduldsprobe. Ein DVD-Laufwerk würde einiges an Zeit sparen - das Air muss aber ohne auskommen. Dennoch vermisse ich das Laufwerk ansonsten kaum – für meine DVDs sind andere Geräte zuständig, die Musik wird sowieso von iTunes verwaltet.

Doch bleiben wir bei iTunes. Denn das Mitführen meiner 80-GB-iTunes-Bibliothek ist bei 128 GB SSD-Speicher so gut wie unmöglich. War die Bibliothek (als unkomfortable Zwischenlösung) bisher auf einer externen USB- Festplatte gespeichert, löst inzwischen iTunes Match das Problem wie von Geisterhand. Alternativ kann iTunes aber auch zu Hause auf eine Netzwerkfestplatte ausgegliedert werden. Nur iPhoto fordert weiterhin den Anschluss der externen (und leider auch langsamen) USB-Festplatte.

Noch ein Manko im Vergleich zum MacBook Pro möchte ich erwähnen: Die Lautsprecher des MacBook Air sind aufgrund ihrer geringen Größe nicht wirklich leistungsstark. Wer gerne laut Musik hört, stösst an Bauform-bedingte Grenzen: Mehr als ein Krächzen geben die Miniatur-Lautsprecher bei hoher Lautstärke nicht von sich. Vom Apple Store wurde der Ton meines Macs als „grenzwertig” eingestuft – vielleicht habe ich ja Glück und die Lautsprecher geben den Geist noch vor Ablauf des ersten Jahres den Geist auf. Zumindest am Schreibtisch aber lösen externe Boxen das Problem, unterwegs hilft der Griff zum Kopfhörer.

Fazit

Alles in allem bin ich glücklich über den vollzogenen Tausch. Der mangelnde Festplattenspeicher ist im Großen und Ganzen der einzige Nachteil, der mich im Alltag hin und wieder ein wenig nervt. Das verringerte Gewicht bei deutlich erhöhter Geschwindigkeit lässt diesen Nachteil jedoch schnell in Vergessenheit geraten. Und auch dieses Problem wird sich mit hoffentlich sinkenden Flashspeicher-Preisen in den nächsten Jahren lösen …

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Bild von Gast

Dem Bericht kann ich zu 100% zustimmen. Auch ich hab den Wechsel von einem 15" MB Pro auf ein Air gewagt und bist dato nicht bereut... Das Problem mit dem wenigen "Festplatten" Platz habe ich mit einem OWC 480 GB gelöst

Bild von Donovan19

Völlig mit dir einverstanden. Aber insgesamt, verdient diese Aufmerksamkeit Einheit - so nehme ich diesen Artikel in einen Blog
http://www.private-guides.com/

Bild von Gast

Ich sitze hier gerade mit einem 11er MBA auf der Couch. Ton geht über einen Belkin Bluetooth-Dongle an die Teufel-Boxen und EyeTV über den Netstream DTT ohne Kabel. Lediglich der Akku ist immer schnell leer... Die Bildschirmgröße ist bei den vielen Vollbild-Programmen absolut ausreichend für mich. Ein tolles Gerät und 1150 Euro war eine gute Investition!

Bild von Gast

Ich nutze ein MacBook Air 13 Zoll von Anfang 2011, also noch vor der Umstellung auf die neuen Prozessoren. Ich habe zuvor lange überlegt, ob der Rechner nicht zu schwach sei und ob ich nicht lieber zu einem klassischen MacBookPro greifen solle. Nach knapp einem Jahr ist klar: Das MacBook Air ist super und es war die richtige Entscheidung. Das Gerät ist dank SSD schnell und trotzdem sehr leicht. Und auf dem Schreibtisch steht ein 27-Zoll-Cinema-Display, weshalb zumindest zu Hause genug Monitor zur Verfügung steht.

Bild von Gast

Wie setzt du den Computer denn "regelmäßig" neu auf?
SSD mit Nullen überschreiben und dann Lion neu drauf packen? Wäre toll, wenn du hier ne' kurze Antwort postest oder mal einen Artikel schreibst!
Stimme dir übrigens voll zu. Das MBA ist hervorragend für unterwegs und für die Couch! :)

Bild von Gast

Etwas weniger Rechtschreibfehler im Artikel wären angenehm.

Bild von Gast

Ich bin vor wenigen Wochen auf ein 13" MBA mit 256GB-Festplatte umgestiegen. Davor hab ich 1 Jahr lang einen iMac verwendet. Allerdings wollte ich nicht mehr an den Schreibtisch gefesselt sein, weswegen ich mir zuerst ein 15" MacBook Pro bestellt habe. Nach ein paar Tagen ist mir jedoch klar geworden, dass ich so viel Rechenleistung gar nicht brauche und ein dünneres, leichteres und so gut wie geräuschloses Notebook toll wäre. Daraufhin habe ich das 15er MBP retourniert und mir das 13er MBA bestellt.
Es war die richtige Entscheidung. Ich bin sehr zufrieden. Nur das Display könnte etwas besser sein, denn die Farbdarstellung ändert sich in der Vertikalen sehr schnell - merkt man vor allem bei grauen Flächen.

Bild von Gast

Da ich keine Lust habe mich mit mangelndem Speicherplatz rumzuärgern habe ich einfach ein MBP 15" early 2011 i7 mit SSD 120GB extra (alte 500GB blieben drin) und 8 GB RAM selbst ausgestattet, DVD Laufwerk raus.

Zwar wohl etwas schwerer als das MBAir aber richtig Feuer unterm Arsch und auch ordentlich Speicher, externe USB-Laufwerke kommen für mich nur zum Sichern in Frage.

Wie verhält sich den iTunes mit Match, wenn ein Titel eigentlich in der Bib ist aber grad nciht erreichbar, weil die externe nicht angeschlossen ist? Wird er dann einfach ohne Mucken gestreamt?

lg

Bild von Gast

Kann die Ansichten im Artikel zu 75% nachvollziehen, aber
1.) meine Lautsprecher klingen sauber und sind mehr als ausreichend laut
2.) den Preisunterschied von 128 zu 256 GB Speicher betrachte ich als gerechtfertigt, gerade weil der Autor im Fazit (mit seinen 128 GB) über zu wenig Speicher klagt

Bild von jogi311

"Der alte „Trick“ aus Windows-Zeiten, den Rechner regelmäßig neu aufzusetzen, hilft auch unter OS X"
Ohne Worte ...

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