Nichts Geringeres als die ‘Zukunft der Zeitung’ stand am vergangenen Mittwoch auf der Agenda im Guggenheim-Museum in New York. Zweifelsohne ambitionierte Aussichten, die einem Medienprojekt zugesprochen werden, dass auf den ersten Blick lediglich als ‘ein weiteres’ iPad-Magazin auftritt. Den Startschuss zu ‘The Daily’, als zukünftigen Heilsbringer des Pressewesens, ließ sich Medienmogul und Geldgeber der digitalen Tageszeitung Rupert Murdoch nicht nehmen. Der 79-jährige Wirtschafts-Tycoon, welcher sein Imperium bereits aufbaute als die Welt noch mit schmierigen Bleisatz-Buchstaben druckte, leitete in die Veranstaltung ein. “Neue Zeiten verlangen nach einem neuen Journalismus”, der “kein Papier, keine Druckmaschinen und keine Lastwagen” mehr erfordert. An Superlativen wurde nicht gespart. Als “digitale Renaissance” feierte man auf 20-Präsentationsminuten die Heft-Entwicklung, für die über 120 Redakteure in den vergangenen sechs Monaten 30 Millionen US-Dollar verpulverten.
Doch die Millionensumme soll nicht blenden. Das Medienkonglomerat News Corporation betreibt 24-Stunden TV-Netzwerke wie FOX oder renommierte Zeitungen wie das Wall Street Journal, die erheblich mehr Kleingeld verschlingen. Nicht zu vergessen sind Erfolgsinvestitionen wie ‘Myspace’, das für 560 Millionen US-Dollar im Jahr 2005 eingekauft wurde, und zwecks Unbedeutsamkeit seit Vorgestern wieder zum Verkauf steht.
All You Can Eat
Und auch ‘The Daily’ startet zum Kampfpreis. Für wöchentlich 99 Cent, umgerechnet 14 Cent pro Tag/Ausgabe, ist die Chance nicht gering, das der eine oder andere Abonnent über die zweiwöchige Gratis-Probezeit hinaus am Blatt hängenbleibt. Für unter 500.000 US-Dollar soll sich die Gazette an sieben Tagen der Woche produzieren lassen. Eine halbe Million Abonnenten sind demnach notwendig, um kostendeckend zu arbeiten. Bei weltweit 15 Millionen verkauften iPads ist das keine unrealistische Vorstellung. Trotzdem drückt auch die ‘große’ News Corporation liebevoll den üblichen 30-Prozent-Anteil jedes bezahlten Abos an Apple ab. Sondervereinbarungen gibt es nach Aussage von Rupert Murdoch zumindest nicht im ersten Jahr. Zusätzliche Kosten sollen durch Werbeanzeigen kompensiert werden. Alle Statistik-Werkzeuge zur Mediendaten-Analyse, die Nutzerklicks auswerten, sind bereits integriert. Die Lizenzvereinbarungen, die man beim ersten Start des Programms abnickt, sorgten daher ohne Verwunderung bereits für Aufruf.
Wettkampf im Web
Fest steht: Ein gemütlicher Sonntagsspaziergang durch den App Store ist für ‘The Daily’, trotz Apples Werbetrommel, nicht zu erwarten. Die Konkurrenz ist überwältigend. Über 9.000, oft komplett kostenlose Nachrichtenanwendungen sind bereits als Gegenspieler aufgestellt. Die restlichen Mitbewerber sind über den Webbrowser zu erreichen. ‘The Daily’ kann sich dagegen nur durch gute Inhalte und eine anspruchsvolle Aufbereitung wehren. Beides lässt zum jetzigen Zeitpunkt zu wünschen übrig.
Mit einer Kombination aus CoverFlow und Minority Report ist das Layout-Konzept durchaus gelungen. Ruckelnde und zuckelnde Bilder-Karusselle trüben jedoch die optisch ansprechende Präsentation und verhindern eine kontrollierte Bedienung. Wie man flüssiges Scrolling richtig programmiert, schnürte Twitter-App-Entwickler Loren Brichter dem Technik-Kompetenzteam in einem kurzen YouTube-Video auf die Nase. Oder war ‘The Daily’ von Beginn an für die zweiten leistungsstärkere iPad-Generation entworfen?
Alles auf eine Karte
Durchaus bemerkenswert ist jedoch das Bekenntnis des weltgrößten Medienkonglomerates zum iPad. Murdoch unterstrich in der bunten Runde von Fragen und Antworten, dass auch alle anderen “bedeutenden Tablets” das neu entworfene Zeitungsformat zu erwarten haben. In den nächsten drei Jahren sieht er den Markt jedoch allein in Apples Hand. Sorgsam behütet schlummert an dieser Stelle auch weiterhin das integrierte Auto-Abo-Modell, nach dem sich so viele Verlagshäuser die Finger lecken. Apples Vizepräsident für Internetdienste Eddy Cue verwies lediglich auf eine Ankündigung “in naher Zukunft”. Tja.
Aber auch für ‘The Daily’ bleiben noch viele Fragen offen. Warum die App trotz ‘neuen Zeiten und neuem Journalismus’ ausschließlich im US-Store erhältlich ist, bleibt ein Rätsel. Ebenso unverständlich: Alte Ausgaben hält das Netz (über Suchmaschinen-Anfragen) weiterhin vor, für eine Index-Aufstellung bedarf es jedoch inoffizieller (Nutzer-)Bemühungen. Auch politische und thematische Stoßrichtungen bleiben abzuwarten - derzeit findet sich die Kategorie ‘Klatsch’ prominent an zweiter Position der Lese-Rubriken.
War das also nun der sagenumwobene Start für die Zukunft der Zeitung? Abwarten. Der wahre Testlauf beginnt eh erst nach der zweiwöchigen Sponsor-Bewährungsfrist, wenn Leser erstmals mit dem eigenen Geldbeutel abstimmen müssen …
Wer ist Alexander Olma?
Alexander Olma verSchrieb sich bereits vor über vier Jahren dem iPhoneBlog.de, das er mittlerweile hauptberuflich als ‘Ein-Mann-Show’ mit täglich neuen Text-, Foto-, und Video-Inhalten füttert. Als freier Journalist arbeitet er außerdem für diverse Online- und Print-Angebote und nimmt an (Video-)Podcast-Projekten teil.







Artikel kommentieren
Bei 15Mio verkauften iPads weltweit würden die Chancen aufs Überleben dramatisch steigen, würde man The Daily auch weltweit anbieten…
Bei der Nennung Organza, können wir nicht ignorieren anderen floralen Details, die zu verhandeln
brautkleider als Basis für eine florale Spitze applique bedienen ist. Wenn Sie lace hinzufügen, um den Organza, wird der Blick sich leicht und frisch, die einen Garten wachsen auf Ihre hochzeitskleider wie. Es ist eine große subtile und romantische Details, wenn es getan in weißen abendkleider.
Diskutieren Sie mit!
Damit Sie Artikel auf maclife.de kommentieren können, müssen Sie sich bitte einmalig registrieren – bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Die Moderation der Kommentare liegt allein bei maclife.de – kritische Kommentare und sachliche Diskussionen sind erwünscht, Beschimpfungen & Beleidigungen werden gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.