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iPad der 7. Generation

Das neue iPad im Test: Das Tablet der Wahl

Apple präsentiert die inzwischen siebte Generation des Ur-iPad. Während der Preis niedrig bleibt, wächst das Display und ein neuer Anschluss kommt hinzu. Dennoch bleibt das iPad das Tablet mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Beim iPhone räumt Apple endlich mit dem Namens-Chaos auf und bietet ab sofort ein normales iPhone und ein iPhone Pro. Beim MacBook haben Nutzer ebenfalls nur noch die Wahl zwischen zwei Geräten, nämlich dem MacBook Air und dem MacBook Pro. Beim iPad ist es etwas komplizierter. Zählt man das iPad mini mit hinzu, gibt es  vier verschiedene Tablets von Apple. Mit der nun erhältlichen 7. Generation des Einstiegs-iPad (ohne Namenszusatz) dürfte die Wahl dennoch nicht schwer fallen.

Nicht mehr ganz frisches Design

Wer die siebte Auflage des iPad aus ihrer Verpackung nimmt, der erkennt sofort die Ähnlichkeit zum älteren iPad Pro mit 10.5-Zoll-Display und dem aktuellen iPad Air. Wer alle drei Geräte mit der Rückseite nach oben nebeneinander legt, wird es schwer haben sie auseinanderzuhalten. Apple verwendet im Grunde fast das selbe Design für alle drei Modelle – bis auf die Verwechslungsgefahr ist dies aber keine schlechte Entscheidung, denn das Design hat sich bewährt. 

Im Grunde hat sich seit dem Ur-iPad wenig am Äußeren wenig getan, die Apple-Tablets werden nur von Jahr zu Jahr dünner. Lediglich das iPad Pro hat Apple im vergangenen Jahr auch beim Design runderneuert. Unter anderem, um das Profi-Tablet bereits äußerlich von den anderen beiden Geräten abzugrenzen.

Und auch wenn das nun zu 100 Prozent aus recyceltem Aluminium hergestellte Gehäuse des neuen iPad nicht unendlich modern aussieht, liegt es doch gut in der Hand, hält einiges aus und bringt mit der verbauten Hardware knapp 500 Gramm auf die Waage. An der Unterseite befinden sich zwei Lautsprecher und der Lightning-Anschluss. USB-C, wie beim iPad Pro, sucht man vergeblich. Dafür besitzt das iPad der 7. Generation, im Gegensatz zum iPad Pro, weiterhin einen Kopfhöreranschluss.

Die Kamera ist kein Foto-Wunder

Die Hauptkamera löst mit 8 Megapixeln auf
Die Hauptkamera löst mit 8 Megapixeln auf (Bild: Mac Life)

Auf der Rückseite des iPad ist außer dem Apple-Logo und dem iPad-Schriftzug nur noch die Kamera zu finden. Diese scheint das selbe Modell zu sein, wie beim Vorgänger und dem iPad der 5. Generation. Auch im aktuellen iPad Air ist sie verbaut. 

Sie löst mit 8 Megapixeln auf und besitzt eine f/2.4-Blende und kann Videos in 1080p drehen. Mit der 12-Megapixel-Kamera des iPad Pro oder gar den drei Linsen des iPhone 11 kann diese Kamera natürlich nicht mithalten. Auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die mit ihrem iPad alle Urlaubsschnappschüsse machen, einen Porträt- oder Nachtmodus, ein Weitwinkelobjektiv oder Zeitlupenvideos sucht man beim iPad vergeblich. Apple selbst legt den Fokus der Kamera eher auf die Möglichkeit damit Dokumenten zu scannen und dafür reicht sie auch aus. Wer mehr damit machen möchte, sollte eher zum iPhone oder einer Kompakt-Kamera greifen.

Die Frontkamera des iPad löst nur mit 1,2 Megapixeln auf und ermöglicht auch nur 720p-Videos.

Das Display wächst

Im neuen iPad verbaut Apple nun ein Retina-Display mit 10.2 Zoll und nicht mehr 9,7 Zoll wie beim Vorgänger. Das Bild ist scharf, bietet eine tolle Farbdarstellung und ist aus den verschiedensten Winkeln gut einsehbar. Mit 500 Nits ist es genauso hell wie das Display des iPad Air und bietet nur etwas weniger als die 600 Nits des iPad Pro. Diese Helligkeit reicht auch für einen sonnigen Arbeitstag im Freien aus, das Display spiegelt allerdings weiterhin relativ stark und muss, im Gegensatz zum Air und Pro, ohne Antireflex-Beschichtung auskommen. Die beiden seitlichen Displayränder sind etwas geschrumpft, allerdings nicht ganz so dünn wie beim iPad Air. Hier macht sich die im Vergleich etwas kleinere Displaygröße am meisten bemerkbar.

Im Vergleich zum iPad Air und iPad Pro verzichtet Apple beim iPad der 7. Generation aber weiterhin auf ein laminiertes Display. Zwischen Display und Glasscheibe liegt also eine minimale Luftschicht, was dann auffällt, wenn man von der Seite auf die Ränder des Displays sieht. Dieser vermeintliche Nachteil hat aber einen sehr positiven Nebeneffekt. Bricht das Frontglas des iPad, muss nicht die gesamte Displayeinheit ersetzt werden, ein Wechsel des Glases reicht aus. Dies ist im Vergleich zum Komplettaustausch günstiger. Dies spiegelt sich auch in Apples Reparaturkosten für Serviceleistungen außerhalb der Garantie wieder. Kostet der Austausch eines iPad der 7. Generation bei Apple 280 Euro, schlägt dieser beim iPad Air schon mit 420 Euro zu Buche. 

Die Performance ist besser als auf dem Papier 

Geekbench 5 Single-Core-Score Multi-Core-Score
iPad (7. Generation) 721 1411
iPad Air (3. Generation) 1110 2863
iPad Pro (11 Zoll) 1115 4408

Der im iPad verbaute A10 Chip ist keine Neuerfindung, stammt er doch aus dem Jahr 2016 und wurde erstmals im iPhone 7 verbaut. Doch auch im neuen iPad schlägt er sich noch immer gut, was der reine Blick auf die Benchmark-Ergebnisse nicht vermuten lässt. 

Das grafisch sehr aufwendige Spiel Oceanhorn 2, in Apples Gaming-Flatrate Arcade erhältlich, braucht zwar knapp 20 Sekunden um zu starten, aber selbst das aktuelle iPad Pro mit seinem A12X-Chip startet das Spiel nicht schneller. Auf beiden Geräten läuft Oceanhorn 2 im Anschluss flüssig und ohne Probleme. Die Bildbearbeitungs-App Affinity Photo ist auf dem iPad in unserem Test ebenfalls problemlos nutzbar. Im Vergleich zum iPad Pro nimmt sich die Anwendung auf dem Einstiegs-iPad etwas mehr Zeit, um zum Beispiel Filter anzuwenden, dies fällt aber auch nur im direkten Vergleich auf. 

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Der A10 treibt das iPad also zuverlässig an und wird dies auch noch mehrere Jahren flüssig tun. Apple bietet rund fünf Jahre Software-Support für seine Geräte. Solange wird also auch das iPad und der verbaute Prozessor mit Updates versorgt.

Jetzt auch mit echten Tasten

Auch das iPad ist jetzt zum Smart Keyboard kompatibel
Auch das iPad ist jetzt zum Smart Keyboard kompatibel (Bild: Apple)

Erstmals besitzt das iPad auch den Smart Connector. Dessen bisher einzige Funktion ist die Anbindung an das Smart Keyboard von Apple. Es wird darüber mit Strom versorgt und automatisch gekoppelt, sobald es per Magneten am iPad haftet. Das positive daran: Das Smart Keyboard ist jetzt nicht mehr dem iPad Air und iPad Pro vorbehalten, auch am iPad darf jetzt mit echten physischen Tasten getippt werden. Der Nachteil: Der Preis ist mit 179 Euro viel zu hoch. Das war er bereits vor zwei Jahren beim iPad Pro 10.5 Zoll, für welches das Smart Keyboard ursprünglich entwickelt wurde. Doch in Verbindung mit dem Einstiegs-iPad stimmt das Verhältnis zwischen Geräte- und Tastaturpreis einfach nicht mehr. Für den Preis von zwei Tastaturen gibt es schließlich schon ein ganzes iPad. 

Wer sich davon nicht abschrecken lässt, der bekommt eine extrem dünne Tastatur, welche dennoch ein angenehmes Schreibgefühl bietet und zusammengefaltet als Displayschutz dient. Allerdings gibt es einen relativ großen Markt für Bluetooth-Tastaturen und auch einige Modelle, die speziell für das iPad entworfen wurden. Ein Blick auf das Angebot außerhalb von Apple kann sich hier lohnen.   

Im Vergleich zum iPad Air verschwimmen die Grenzen

Das Tablet-Portfolio von Apple ist so vielseitig wie nie. Das iPad ist das Gerät für Bildungseinrichtungen und Kunden die ein Einstiegs-Tablet benötigen. Das iPad Air ist für Menschen, die etwas mehr Leistung und Speicher benötigen und das iPad Pro für Kunden, die damit sogar komplexere Aufgaben wie 4K-Videos und Bildbearbeitung stemmen. Das iPad mini findet in Freunden kleinerer Displays seine Käufer. So einfach und gut. Doch mit dem iPad der 7. Generation verwischt die Grenze zwischen dem Einstiegs-Tablet und dem iPad Air.

Man könnte fast soweit gehen und den Air die Daseinsberechtigung absprechen. Beide Tablets arbeiten mit dem Pencil der 1. Generation zusammen und sind zum Smart Keyboard kompatibel. Beide laden per Lightning und besitzen einen Touch-ID-Sensor. Das Gehäuse ist fast identisch, lediglich beim Air 0,6 mm dünner. Das Display des iPad ist im Gegensatz zum Air nicht laminiert, dies erkennt aber nur wer wirklich darauf achtet und bereits mit einem laminierten Display gearbeitet hat. Und auch die 0,3 Zoll Unterschied in der Displaydiagonale sind zu vernachlässigen. Der A10 Fusion Chip des iPad ist schwächer als der A12 Bionic Chip des Air, aber auch nicht langsam. Apps starten schnell, Spiele laufen flüssig und Ladezeiten halten sich in Grenzen. Für das laminierte Display, etwas mehr Speicher und den besseren Prozessor verlangt Apple beim iPad Air 549 Euro, also 170 Euro mehr als beim iPad. Man muss schon sehr gut überlegen, ob die oben genannten Punkten einem selbst den Preisunterschied rechtfertigen. Wer sein Tablet möglichst lange nutzen möchte, der sollte zum Air greifen, denn mit dem A12 ist es etwas besser für die Zukunft gerüstet. Für alle anderen ist das iPad das Tablet der Wahl.

Fazit: Das iPad ist ein „no-brainer“

Das Cambridge Dictionary beschreit die englische Wortkombination „no-brainer“ als eine sehr einfache Entscheidung oder eine offensichtliche Sache. Also etwas, um das man sich nicht groß Gedanken machen muss. Das neue iPad der 7. Generation ist ein solcher no-brainer. Wer ein Einstiegs-Tablet sucht, der kann mit diesem iPad fast nichts falsch machen. Selbst der Preis ist, für Apple leider fast untypisch, im Vergleich zur Leistung und der Verarbeitung gerechtfertigt. Wenn man etwas kritisieren möchte, dann bleibt eigentlich nur der geringe Einstiegs-Speicher von 32 GB. Für einhundert Euro gibt es allerdings auf Wunsch auch 128 GB Speicher. Wer mehr benötigt, der muss zum iPad Air greifen, welches mit 64 GB startet und maximal auf 265 GB aufrüstbar ist.  

Im Grunde ist das neue iPad für alle die ein Tablet brauchen und  nicht bereits mit einem aktuellen iPad Pro oder Air gearbeitet haben die richtige Wahl. Wer ein iPad der 5. Generation oder älter besitzt, für den lohnt sich der Umstieg. Wer hingegen den Vorgänger nutzt, dem bietet die 7. Generation zu wenig Neuerungen, um eine Neuanschaffung zu rechtfertigen.    

Testergebnis
ProduktnameiPad (7. Generation)
HerstellerApple
Preisab 379 €
Webseitewww.apple.de
Pro
  • Preis-Leistung unschlagbar
  • Smart Connector
  • Größeres Display
Contra
  • Nur 32 GB Speicher im Einstiegsgerät
Bewertung
1.2
sehr gut
 

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Was hat das iPad 7 nun an Mehrwert gegenüber dem iPad 6 ?
Unterm Strich:
+ 1GB RAM
+ 0,5" größeres Display, mit mehr Bildpunkten aber immernoch die selbe Pixeldichte
+ Smartconnector für Apple Tastatur (es gibt schon jede Menge BT Keyboards für das iPad 6, die wesentlich günstiger sind, selbst das Topmodel von Brydge).

- Microsoft App nur noch mit Abo nutzbar (wegen 0,2")
- teurer als das iPad 6
- restliche Hardware unverändert

... was für ein bescheidener Artikel ... oh man

Das Smart-Keyboard erst 2 Jahre alt? Also kommt schon, das wisst ihr doch besser. Das Smart Keyboard kam 2015 mit dem ersten iPad Pro und gab es auch 2016 beim iPad Pro 9,7“. Damit schreibe ich hier übrigens gerade. Damit ist es 4 und nicht 2 Jahre alt.
Aber damit kommen wir zu meiner Frage. Vielleicht an User die es probiert haben. Das Smart-Keyboard für die 9,7“ iPad Pros ist gebraucht für um 30€ zu haben. Meines kostete mit Versand 40€ und ist in einem Top Zustand. Da frage ich mich, ob dieses Keyboard am neuen iPad auch funktioniert?

Dieser iPad hat NICHT das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Grundversion hat 32 GB was deutlich zu wenig ist, 64 GB müssen es schon sein wenn man Photos zeigen und Filme zum Anschauen mitnehmen will. Mit 64 GB gibts aber nicht, also die 128 GB Version. Und da hat man dann fast den gleichen Preis wie ein 64 GB iPad Air 3. Der Vergleich ist dann:

Der iPad Air 3 64 GB hat weniger Speicherplatz als der 128 GB iPad 7, ist aber deutlich schneller (A12 Bionic statt der alten A10), bessere Front-Kamera (7 vs 1.2 MP), deutlich besserer Bildschirm, etc und ist vor allem zukunftssicherer da seine CPU länger unterstützt werden wird.

Kein Wunder daß Mac Life einen immer schlechteren Ruf bekommt wenn solche Artikel veröffentlicht werden. Das ist amateurhaft.

Das trifft so in mehrfacher Hinsicht nicht zu.
Zum einen sind 32gb für ein content consuming device ausreichend, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Die hohen verfügbaren Speicherkapazitäten scheinen manch einen zum Datenmessie zu machen.
Zum anderen ist der A12 zwar technisch gesehen schneller als der A10, im Alltag merkt man das aber definitiv nichts.
Bei der Zukunftssicherheit könnte man durchaus überlegen, aber ich glaube nicht das Apple den A10 schnell aus den Updates rausnehmen wird wenn man bedenkt das gerade erst ein neues Gerät damit vorgestellt wurde.

19 Fehler beim ersten Durchlesen entdeckt, ist das nicht zu viel, gerade weil hier mehrheitlich Kinder lesen?