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Mail-Apps

Die besten E-Mail-Apps für den Mac

Diese E-Mail-Clients bringen Ordnung ins Postfach.

Von   Uhr
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Diese Apps haben wir getestet
  • Canary Mail
  • Edison Mail
  • Apple Mail
  • Microsoft Outlook
  • Proton Mail
  • Spark Mail

Je mehr Menschen von zu Hause arbeiten, desto wichtiger wird die E-Mail für den Alltag. Schließlich lässt sich vieles schwerer mit Kolleginnen und Kollegen klären, wenn man nicht mehr im selben Raum sitzt. Doch auch privat spielt die E-Mail eine große Rolle: Geburtstagsgrüße, Gutscheine, Reisepläne und vieles mehr landen im digitalen Postfach statt im Briefkasten.

Herbst-Angebot

Umso wichtiger ist eine gute E-Mail-App auf dem Mac. Für viele Nutzerinnen und Nutzer ist das Apple Mail, das seit dem letzten Vergleichstest tatsächlich enorme Fortschritte gemacht hat. Doch die Auswahl ist groß — und wer immer beim Voreingestellten bleibt, verpasst womöglich die eine oder andere clevere Funktion. Auf den folgenden Seiten muss sich Mail deshalb im Wettbewerb behaupten, und zwar gegen fünf weitere beliebte E-Mail-Apps, die ebenfalls genau unter die Lupe kommen.

Welche der sechs Apps verdient einen Platz ganz oben im Posteingang als VIP, welche App gehört vielleicht doch eher in den Spam-Ordner? Der folgende Vergleichstest zeigt, welche Anwendung am Ende die höchste Priorität bekommt!

So haben wir getestet

Zuerst richteten wir in jeder App bestehende Konten von Gmail und Outlook ein, bei Proton abweichend eine neue Adresse samt Weiterleitungen, und prüften, wie zuverlässig die Programme Nachrichten und Labels übernahmen. Anschließend nutzten wir die Apps im ganz normalen Alltag: E-Mails schreiben und lesen, Newsletter und Belege sortieren. Zusätzlich sahen wir uns die Extras der Apps genauer an, die über die Grundfunktionen eines Mail-Clients hinausgehen.

Das sollten Sie bedenken

1. Alle Konten an einem Ort

Wer Postfächer bei mehreren Anbietern nutzt, sollte alle Konten in einer App bündeln und dort auch gemeinsam verwalten.

2. Sind die Daten geschützt?

Filtert die App Tracker heraus? Durchsucht sie Nachrichten für Werbezwecke? Und wie verwendet ein Assistent mit Künstlicher Intelligenz die Eingaben? Gute Apps legen das offen und schützen die eigenen Daten.

3. Läuft sie auf allen Geräten?

Bietet ein Anbieter Apps für mehrere Plattformen, lässt sich das Postfach überall abrufen, nicht nur am Mac.

4. Mehr als nur E-Mail

Manche Apps bringen weitere Werkzeuge mit, etwa Kalender oder Erinnerungen. So lässt sich mehr in einem Programm erledigen.

Canary Mail

Canary Mail
Canary Mail (Bild: Screenshot)

Canary bietet von allem etwas: Senden rückgängig machen, Erinnerungen, geplanten Versand, Lesebestätigungen und eine Künstliche Intelligenz, die Mails verfasst und Batch-Aufgaben übernimmt. Dazu kommen Kalender, Anbindung an Tools wie Asana und Todoist, Tastaturkürzel, frei belegbare Wischgesten und ein Werkzeug, das beim Scrollen Mails zum Löschen markiert.

Zur Verschlüsselung dient PGP („Pretty Good Privacy“), wofür Absender und Empfänger jedoch manuell Schlüssel einrichten müssen. Dazu kommt SecureSend, das Empfänger zu einem sicheren Online-Reader führt — Proton löst das eleganter. Immerhin erkennt Canary Phishing-Versuche.

Canary deckt wohl die größte Bandbreite ab, von der Sortierung des Posteingangs bis zum Kalender. Ein Alleskönner ohne echte Spezialdisziplin, aber auch ohne offensichtliche Schwächen — und mit einer der schönsten Oberflächen.

Preis: kostenfrei (In-App-Käufe möglich)
Web: canarymail.io
System: ab macOS 10.15

+ riesiger Funktionsumfang
+ faires Preismodell

- Datenschutz nur Mittelmaß
- Posteingang

Note: 2,5

Edison Mail

Edison Mail
Edison Mail (Bild: Screenshot)

Edison gewann den letzten Vergleichstest nur knapp nicht und überzeugt auch diesmal. Besonders gefallen Kleinigkeiten wie frei belegbare Wischgesten und schnelle Tastaturkürzel. Die App bewertet außerdem Newsletter danach, wie verzichtbar sie sind, und bietet an, sie abzubestellen oder in eine Tagesübersicht zu packen. Sie erscheint zur gewünschten Uhrzeit und reduziert nervige Hinweise über den Tag hinweg.

Die Oberfläche wirkt klar, aber etwas klobig und nicht so gefällig wie bei Canary. Dafür zählt das Fenster zum Verfassen neben Proton zu den besten im Test. Dazu kommen intelligente Ordner für Belege und Reisen. Sicher ist sie ebenfalls: AES-256-Verschlüsselung, lokale Speicherung und Blockieren von Zählpixeln.

Weniger schön: Edison Trends verkauft anonymisierte Daten — bei der Einrichtung lässt sich das abschalten. Kalender und Assistent laufen zudem nur auf dem iPhone unter iOS.

Preis: kostenfrei
Web: edisonmail.com
System: ab macOS 10.15

+ viele clevere Funktionen
+ Newsletter-Verwaltung

- manches nur unter iOS nutzbar
- Edison Trends

Note: 2,1

Apple Mail

Apple Mail
Apple Mail (Bild: Screenshot)

Mail hat in den vergangenen Jahren stark zugelegt. Die App sortiert Nachrichten automatisch, Wichtiges bleibt oben im Posteingang, und Apple Intelligence entwirft Texte und fasst Konversationen zusammen. Senden rückgängig machen, Erinnerungen und geplanter Versand sind ebenso an Bord.

Die bisherigen Stärken bleiben erhalten: die aufgeräumte Oberfläche, sehr gute intelligente Postfächer, weitreichende Einstellungen und Siri-Vorschläge. Aus dem Posteingang heraus lässt sich jede Nachricht eines Verlaufs direkt ansteuern, was viel Scrollen erspart. Der Schutz der Mail-Aktivität verbirgt zudem die IP-Adresse und blockiert Tracker.

Trotzdem reicht der Fortschritt nicht ganz. Ein eingebauter Kalender fehlt, obwohl Apple bekanntlich eine Kalender-App im Programm hat, und breite Inhalte stellt Mail nur mäßig dar. Ein großer Schritt nach vorn, aber es geht besser.

Preis: kostenfrei
Web: apple.com
System: ab macOS 10.12

+ viele moderne Funktionen
+ guter Datenschutz

- kein eigener Kalender
- Darstellungsmacken

Note: 2,3

Microsoft Outlook

Microsoft Outlook
Microsoft Outlook (Bild: Screenshot)

Microsoft Outlook ist einfach zu bedienen und trotzdem mächtig, verwaltet Kalender und Kontakte und bringt mit Copilot eine der fähigsten Assistenzfunktionen mit.

Dazu kommen durchdachte Details: Jede Nachricht eines Verlaufs lässt sich direkt aus dem Posteingang ansteuern, die Frist zum Zurückholen gesendeter Mails ist einstellbar, beim Überfahren einer Nachricht erscheinen Schnellaktionen, und der Tabulator übernimmt Wortvorschläge beim Tippen.

Doch es gibt Grenzen: Lesebestätigungen, Senden rückgängig machen und geplanter Versand funktionieren nicht mit IMAP- oder POP-Konten wie iCloud und Gmail. Copilot ist an Bord, bietet aber weniger als unter Windows. Und der Posteingang trennt zwar zwischen Fokussiert und Sonstige, nicht aber nach Belegen oder Reisen. Das schmälert das Potenzial.

Preis: kostenfrei (In-App-Käufe möglich)
Web: outlook.com
System: ab macOS 10.13

+ sehr gute Oberfläche
+ viele durchdachte Details

- wenig Sortierung
- Funktionen gegenüber Windows beschnitten

Note: 3,5

Proton Mail

Proton Mail
Proton Mail (Bild: Screenshot)

Beim Datenschutz führt kein Weg an Proton vorbei. Alles ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt, niemand durchsucht die Nachrichten. Die App blockiert Tracker und Phishing, die Künstliche Intelligenz arbeitet auf Wunsch komplett lokal. Mails lassen sich per Passwort schützen, Alias-Adressen schirmen die Hauptadresse ab.

Fremde Konten laufen nicht direkt in Proton, eine Proton-Adresse ist also Pflicht, doch Mails von Gmail, Yahoo oder Outlook lassen sich importieren und weiterleiten. Eine automatische Sortierung nach Kategorien fehlt, weshalb der Posteingang schnell etwas unruhig wirkt. Immerhin gibt es Kalender, Erinnerungen, Senden rückgängig machen, geplanten Versand und eine Schaltfläche zum Abbestellen überflüssiger Newsletter. Vom selben Anbieter kommen auch ein VPN und verschlüsselter Cloud-Speicher. Gut gefallen die Tastaturkürzel und das Fenster zum Verfassen.

Preis: kostenfrei (In-App-Käufe möglich)
Web: proton.me
System: ab macOS 11

+ vorbildlicher Datenschutz
+ faire Preise

- setzt Proton-Adresse voraus
- keine Sortierung

Note: 2,5

Spark Mail

Spark Mail
Spark Mail (Bild: Screenshot)

Spark gewann den letzten Vergleichstest, tut sich diesmal aber schwer.

Readdle hat die Oberfläche überarbeitet und Funktionen mit Künstlicher Intelligenz ergänzt — so umstritten, dass parallel eine App namens „Spark Classic“ gepflegt wird, die den Umbau zurücknimmt.

Das überrascht wenig, die neue Oberfläche wirkt voller. Kategorien wie Mitteilungen und Newsletter stehen zwischen den übrigen Nachrichten und heben sich kaum ab, ungelesene Mails markiert nur ein Punkt. Unbekannte Absender müssen erst freigegeben werden, dabei rutschen auch erwünschte Nachrichten in die Warteschleife.

Vieles spricht dennoch für Spark: ein eingebauter Kalender, viele Anbindungen an andere Apps und starke Werkzeuge für Besprechungsnotizen. Praktisch ist das „Command Center“, das an Spotlight erinnert. Schade nur, dass der Umbau hier zum Eigentor geraten ist.

Preis: kostenfrei (In-App-Käufe möglich)
Web: sparkmailapp.com
System: ab macOS 12

+ viele clevere Funktionen
+ Command Center

- unruhige Oberfläche
- Absender-Freigabe
- teuer

Note: 4,0

Der Gewinner: Edison Mail

Der Überraschungssieger und der wirklich cleverste Mail-Client im Testfeld.

Der Gewinner: Edison Mail
Der Gewinner: Edison Mail (Bild: Screenshot)

Bei so vielen starken E-Mail-Apps im Test fiel die Wahl auf den einen Gewinner schwer. Titelverteidiger Spark hat sich mit dem umstrittenen Umbau selbst geschadet, Outlook bringt zu viele Einschränkungen mit. Mail hat sich am deutlichsten gesteigert, für den Sieg reicht das am Ende dann aber doch nicht.

Bleiben Proton, Canary und Edison: Proton verteidigt die Privatsphäre mit der Hingabe eines Wachhunds und liefert nebenbei einen üppigen Funktionsumfang. Die letzten Feinheiten von Canary und Edison fehlen hier allerdings, und genau die geben hier den Ausschlag.

Damit zum Finale: Canary punktet mit einer hervorragenden Oberfläche, vielen Anpassungen und einer starken Künstlichen Intelligenz, Edison mit solider Sicherheit und cleveren Extras für Postfach und Abonnements. Beide hätten gewinnen können — bei nur einer Wahl fällt sie auf Edison. Dass die App all das kostenfrei bietet, macht sie hier klar zur verdienten Siegerin!

Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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