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Withings BPM Core im Test: Das bringt das smarte (aber teure) Blutdruckmessgerät

Die Funktion des eigenen Herz-Kreislauf-Systems lässt sich mit digitalen Blutdruckmessgeräten quantifizieren und auswerten. Das 3-in-1-Gerät BPM Core von Withings vermag noch mehr Daten zu liefern – doch ist es den Preis von rund 250 Euro wert?

Von   Uhr

In einer immer stärker von Daten getriebenen Welt lässt sich auch die eigene Gesundheit immer weiterreichend in Zahlen dokumentieren. In Smartphones sammeln sich dabei gespeist durch mit allerlei Sensoren bewehrten Gadgets wahre Datenschätze.

Als Eier legende Wollmilchsau im Hinblick auf die Vermessung der eigenen Herz-Kreislauf-Gesundheit versteht sich BPM Core. Was auf den ersten Blick wie ein extravagantes Blutdruckmessgerät für den Oberarm aussieht, ist nicht nur genau das, sondern arbeitet als 3-in-1-Gerät darüber hinaus auch als EKG und digitales Stethoskop. So lassen sich nicht nur der systolische und diastolische Blutdruck sowie die Herzfrequenz erfassen, sondern potenziell auch Herzrhythmusstörungen in Form eines Vorhofflimmerns. Auch Herzklappenerkrankungen kann BPM Core erkennen.

BPM Connect (links im Bild) verzichtet auf das Stethoskop und EKG und kostet nach Liste weniger als die Hälfte eines BPM Core – der Preistipp für alle, die wirklich nur ihren Blutdruck dokumentieren wollen.
BPM Connect (links im Bild) verzichtet auf das Stethoskop und EKG und kostet nach Liste weniger als die Hälfte eines BPM Core – der Preistipp für alle, die wirklich nur ihren Blutdruck dokumentieren wollen. (Bild: Withings)

Einen Arzt will und kann das Gerät dabei nicht ersetzen. Doch insbesondere wer an Vorerkrankungen leidet, etwa an Bluthochdruck oder einem Diabetes, sollte ohnehin den Blutdruck messen und dokumentieren – und ist ein Kandidat für eventuelle Folgeschäden dieser Erkrankungen, die BPM Core erkennen könnte. Das kann den Anstoß geben, frühzeitig weitere Abklärung in Anspruch zu nehmen.

BPM Core im Test: Wertige Hardware, durchdachte App

Das aus ABS-Kunststoff, Edelstahl und Stoff gefertigte BPM Core bringt stolze 430 Gramm auf die Waage. Die Einrichtung ist schnell erledigt – mit einem kleinen „aber“: Das Gerät lässt sich in seinen Grundfunktionen ohne die kostenlose HealthMate-App nutzen, doch zur ersten Inbetriebnahme ist zwingend die Installation der App und die Erstellung eines Withings-Accounts notwendig.

BPM Core verfügt über drei integrierte Elektroden: zwei Elektroden befinden sich direkt in der Manschette und eine an dem mit Metall versehenen Ende des an der Manschette angebrachten Rohrs, in dem die Elektronik des Geräts untergebracht ist.
BPM Core verfügt über drei integrierte Elektroden: zwei Elektroden befinden sich direkt in der Manschette und eine an dem mit Metall versehenen Ende des an der Manschette angebrachten Rohrs, in dem die Elektronik des Geräts untergebracht ist. (Bild: Withings)

Die erste Generation an Withings-Blutdruckmessgeräten zeigte die Messwerte lediglich in der Smartphone-App an, eine Kabelverbindung zwischen Smartphone und Messgerät war ein Muss. Heute funktioniert alles kabellos – und die Werte lassen sich dank einer Matrix weißer LEDs auch umgehend, klar und deutlich direkt am Gerät ablesen. Dort sind die Messungen auch durch Wischbewegungen einzeln Benutzern zuzuordnen. Ein BPM Core lässt sich so mit der ganzen Familie teilen.

Withings BPM Core: So funktioniert die Messung

  • Eine Messung soll immer dann erfolgen, nachdem man zuvor mindestens 5 Minuten sitzend zur Ruhe gekommen ist.
  • Bequem hinsetzen, ohne dabei die Beine übereinanderzuschlagen. Die Füße flach auf den Boden, Rücken und Arme abstützen.
  • BPM Core am linken Oberarm anbringen. Dazu den Klettverschluss öffnen und sanft am Arm anliegend wieder schließen. Das Rohr soll in Richtung Arminnenseite zeigen. Wichtig: Der Arm muss unbekleidet sein und die Elektroden im Inneren der Manschette direkten Hautkontakt haben. Das Stethoskop muss neben der Brust platziert werden.
  • BPM Core einschalten. Danach nochmals auf den zum Einschalten genutzten Button drücken, um die Messung zu starten. Während des Messvorgangs nicht sprechen und nicht bewegen.
  • Wenn die Blutdruckmessung abgeschlossen ist, wird man aufgefordert, einen Finger auf die Elektrode am Gerät zu legen – es startet dann automatisch das EKG und Herztonmessung.
  • Das Ergebnis wird direkt am Gerät angezeigt und kann dort einem Nutzer zugeordnet werden. Die Messdaten werden im Hintergrund in Withings „HealthMate“-Cloud übertragen und stehen sowohl im Netz unter https://healthmate.withings.com als auch in der App zum Abruf bereit.
  • Die Messdauer variiert je nach Blutdruck geringfügig, ein kompletter Messlauf dauerte bei uns im Schnitt knapp unter einer Minute.

Bis zu acht Messungen werden zwischengespeichert. Es muss also mitnichten ein WLAN oder das Smartphone in der Nähe sein, um die Daten lückenlos zu dokumentieren. Letzteres passiert vollautomatisch im Hintergrund – und ist der wohl größte Pluspunkt von Blutdruckmessgeräten mit App-Anbindung. Die Kommunikation erfolgt dabei via WLAN, als Fallback steht aber auch Bluetooth zur Verfügung. Aus der App heraus lassen sich die Messdaten dann beispielsweise als PDF exportieren, um diese etwa in das nächste Arztgespräch mitzunehmen.

Die Messwerte werden in der Withings-Cloud archiviert und lassen sich sowohl im Browser als auch via App abrufen.
Die Messwerte werden in der Withings-Cloud archiviert und lassen sich sowohl im Browser als auch via App abrufen. (Bild: Withings)

Neben der App, die auch Messwerte andere Withings-Geräte erfasst und zusammenführt sowie als Schnittstelle zu Apples Health-App dient, verdient der Akku besonderes Lob. Trotz mehrerer Messvorgänge pro Tag lief dieser in der mehrwöchigen Testphase nicht leer – das deckt sich mit der Aussage des Herstellers, der eine Akkulaufzeit von bis zu 6 Monaten verspricht. Schade ist allerdings, dass das BPM-Core-Gerät über eine nicht mehr zeitgemäße Micro-USB-Buchse geladen werden muss. Hier wäre USB-C die bessere Wahl gewesen.

Withings BPM Connect: Die günstige Alternative

Die medizinische Zertifizierung belegt die Messgenauigkeit des BPM Core. Über eine solche Zertifizierung verfügen auch deutlich günstigere Geräte – auch aus eigenem Hause.

BPM Core ist das Flaggschiff für die Herz-Kreislauf-Vermessung in den vier Wänden. Doch mit den vielen Funktionen des Gerätes geht auch ein hoher Preis einher. Weniger als die Hälfte kostet das kleine Schwestermodell namens BPM Connect, das für viele chronisch Kranke eine preislich spannende Alternative darstellt. Für 100 Euro erhält man hier die Blutdruckmessfunktionen des BPM Core, muss dann jedoch auf das digitale Stethoskop und die EKG-Funktion verzichten. Insbesondere wer bereits eine Apple Watch ab Series 4 mit integriertem EKG besitzt, würde die entsprechende Funktionalität mit dem Kauf des BPM Core aber ohnehin doppelt erwerben.

BPM Core: Das Fazit des Tests

Mehr Luxus in Sachen Herz-Kreislauf-Selbstvermessung geht derzeit nicht, chronisch Kranken wird der Alltag erleichtert. Spätestens dann, wenn das Gerät im Einzelfall die frühzeitige Erkennung von Krankheiten 

Testergebnis
ProduktnameBPM Core
HerstellerWithings
Preis249 €
Webseitewithings.com
Pro
  • schnelle und zuverlässige Messung
  • WLAN & Bluetooth
  • gute App
  • ausdauernder Akku
  • kabellos
Contra
  • Laden über Micro-USB
  • Tasche nicht im Lieferumfang
Systemvoraussetzungenab iOS 10 und Android 6
Bewertung
1.6
gut
 

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Wenn in der Überschrift der Preis eine so große Rolle spielt wäre es wenigstens angebracht Konkurrenzprodukte mit identischer Funktionsvielfalt und Zuverlässigkeit zu erwähnen. Natürlich mit Preisangabe!

Die eigene Gesundheit kennt keine hohen Preise im dreistelligen Bereich. Hier zählt nur Zuverlässigkeit, einfache Handhabbarkeit und nachhaltige Verfügbarkeit der Daten inklusive Dokumentation. Von daher könnte der Artikel mehr der "Geiz ist Geil"-Mentalität entsprungen sein. Einfaches Positiv-Beispiel bietet ja wohl die Apple Watch. Mir sind jedenfalls keine nachrichten von anderen Herstellern bekannt, die über ähnliche Erfolge in der Sterbevermeidung berichten. Und die kostet fast 500 Euro.

Sehr richtig. Zumal es kein Konkurrenzprodukt nit identischer Funktionsweise gibt...

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