Wer regelmäßig Dateien aus dem Browser, aus Mail oder anderen Apps herunterlädt, kennt das Problem: Der Downloads-Ordner wächst über Wochen und Monate immer weiter. macOS hilft zwar dabei, große Downloads aufzuspüren und Dateien manuell zu löschen, eine automatische Altersgrenze für den Ordner bietet Apple aber nicht.
- macOS bietet keine automatische Altersregel für den Downloads-Ordner.
- Hazel kann Downloads nach beispielsweise 30, 60 oder 90 Tagen aussortieren.
- Alte Dateien sollten zunächst nur in den Papierkorb verschoben werden.
- Finder kann Objekte anschließend nach 30 Tagen automatisch aus dem Papierkorb entfernen.
Hilfe von Hazel
Für eine vollständig automatische Bereinigung verwenden wir Hazel. Die Anwendung des Entwicklers Noodlesoft überwacht ausgewählte Ordner und führt Regeln aus, sobald Dateien bestimmte Bedingungen erfüllen. Die aktuelle Hazel-Version wurde unter anderem an macOS Tahoe angepasst.
Warum macOS allein nicht ganz ausreicht
Unter „Systemeinstellungen > Allgemein > Speicher“ zeigt macOS unter anderem größere Dateien und Downloads an. Dort können Sie nicht mehr benötigte Dateien gezielt entfernen. Eine Regel wie „Verschiebe alles aus Downloads nach 30 Tagen automatisch in den Papierkorb“ lässt sich an dieser Stelle jedoch nicht erstellen.
Der Finder kann immerhin den nächsten Schritt automatisieren: Unter „Finder > Einstellungen > Erweitert“ gibt es die Option „Objekte nach 30 Tagen aus dem Papierkorb entfernen“. Dateien werden damit 30 Tage nach dem Verschieben in den Papierkorb endgültig gelöscht.
Das allein räumt den Downloads-Ordner allerdings noch nicht auf. Genau diesen ersten Schritt übernimmt Hazel.
Hazel für den Downloads-Ordner einrichten
Installieren Sie zunächst Hazel von der Website des Herstellers und öffnen Sie die Anwendung. Beim ersten Zugriff auf geschützte Ordner kann macOS eine Berechtigung verlangen. Für bestimmte Papierkorb-Funktionen benötigt Hazel zudem möglicherweise Zugriff unter „Systemeinstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Festplattenvollzugriff“.
Anschließend fügen Sie in Hazel den Ordner „Downloads“ zur Liste der überwachten Ordner hinzu.
Erstellen Sie danach eine neue Regel und vergeben Sie beispielsweise den Namen „Downloads nach 30 Tagen aufräumen“.
Als erste Bedingung wählen Sie „Date Added“ beziehungsweise das Datum, an dem eine Datei dem Ordner hinzugefügt wurde. Stellen Sie die Regel so ein, dass nur Elemente berücksichtigt werden, die sich seit mehr als 30 Tagen im Downloads-Ordner befinden.
Als zusätzliche Bedingung empfiehlt sich, Ordner auszuschließen. Damit verhindert die Regel, dass ein älterer Unterordner mitsamt seinem gesamten Inhalt verschoben wird, obwohl sich darin vielleicht noch neuere oder wichtige Dateien befinden.
Die Regel kann damit sinngemäß so aussehen:
- „Date Added“ liegt mehr als 30 Tage zurück
- „Kind“ ist nicht „Folder“
Als Aktion wählen Sie anschließend „Move“ und als Ziel den Papierkorb.
Alte Dateien besser erst in den Papierkorb verschieben
Von einer sofortigen endgültigen Löschung ist bei einer solchen Automatisierung abzuraten. Wird eine Datei lediglich in den Papierkorb verschoben, können Sie sie noch zurückholen, falls die Regel unerwartet etwas erfasst.
Gerade in den ersten Wochen sollten Sie den Papierkorb deshalb nicht zusätzlich sofort automatisiert leeren. Prüfen Sie zunächst, ob die Regel zuverlässig nur Dateien erfasst, auf die Sie verzichten können.
Wenn die Einrichtung einige Zeit problemlos funktioniert, können Sie zusätzlich die macOS-Option aktivieren, die Objekte nach 30 Tagen aus dem Papierkorb entfernt. Damit ergibt sich ein zweistufiges Verfahren: Ein Download wandert beispielsweise nach 30 Tagen in den Papierkorb und wird dort frühestens weitere 30 Tage später endgültig entfernt.
Wichtige Downloads von der Bereinigung ausnehmen
Nicht alles im Downloads-Ordner ist automatisch unwichtig. Rechnungen, Lizenzdateien oder Dokumente können dort durchaus länger liegen bleiben.
Eine praktische Lösung sind Finder-Tags. Legen Sie beispielsweise einen Tag namens „Behalten“ an und ergänzen Sie Ihre Hazel-Regel um eine weitere Bedingung:
Tags enthalten nicht „Behalten“
Eine entsprechend markierte Datei bleibt damit im Downloads-Ordner, auch wenn sie die Altersgrenze bereits überschritten hat.
Alternativ können Sie solche Dateien natürlich gleich in einen dauerhaften Dokumentenordner verschieben. Der Downloads-Ordner eignet sich langfristig eher als Zwischenstation denn als Archiv.
30, 60 oder 90 Tage: Welche Frist ist sinnvoll?
30 Tage sind ein guter Ausgangspunkt, wenn Sie den Downloads-Ordner hauptsächlich für Installer, Bilder und kurzfristig benötigte Dokumente verwenden.
Wer Downloads häufiger mehrere Wochen benötigt, kann stattdessen 60 oder 90 Tage wählen. Bei der ersten Einrichtung ist eine längere Frist grundsätzlich die vorsichtigere Wahl.
Hazel wertet „Date Added“ als den Zeitpunkt aus, zu dem eine Datei in den überwachten Ordner gelangt ist. Das eignet sich für diesen Zweck meist besser als das Erstellungsdatum: Eine heruntergeladene PDF kann beispielsweise bereits Monate oder Jahre zuvor erstellt worden sein, obwohl sie erst heute auf dem eigenen Mac gelandet ist.
Regel vor dem dauerhaften Einsatz prüfen
Hazel bietet Möglichkeiten, Regeln zu prüfen und zu sehen, welche Dateien davon erfasst werden. Diese Vorschau sollten Sie verwenden, bevor Sie die Bereinigung dauerhaft aktiv lassen.
Achten Sie insbesondere auf Dateien, die Sie regelmäßig benötigen, sowie auf Inhalte, die Sie bislang bewusst im Downloads-Ordner archiviert haben. Bei Bedarf erhöhen Sie die Altersgrenze oder ergänzen weitere Ausnahmen.
Erst wenn die Auswahl plausibel aussieht, sollte die Regel dauerhaft automatisch laufen.
Geht es auch komplett ohne zusätzliche Software?
Teilweise. macOS kann Downloads unter „Systemeinstellungen > Allgemein > Speicher“ anzeigen und hilft dort beim manuellen Aussortieren. Außerdem kann der Finder Dateien automatisch aus dem Papierkorb entfernen, nachdem sie dort 30 Tage gelegen haben.
Eine komfortable Bordmittel-Einstellung, die Dateien abhängig von ihrem Alter automatisch aus dem Downloads-Ordner verschiebt, gibt es dagegen nicht. Mit Skripten und dem macOS-Dienst launchd lässt sich ein ähnliches Verhalten zwar selbst bauen. Für einen normalen Desktop-Mac ist eine regelbasierte Anwendung jedoch leichter zu kontrollieren und birgt weniger Risiko durch fehlerhafte Löschbefehle.








