iPhone: Entsperr-Tool kostete FBI 900.000 Dollar

Quelle: https://www.maclife.de/news/wow-fbi-hat-900000-dollar-iphone-hack-ausgegeben-10091547.html

Autor: Stefan Keller

Datum: 08.05.17 - 21:06 Uhr

Wow: FBI hat 900.000 Dollar für iPhone-Hack ausgegeben

Im Frühjahr 2016 ging das iPhone 5c um die Welt, das das Diensthandy des Schützen aus San Bernardino in den USA war. Das FBI versuchte, an möglicherweise darauf gespeicherte Daten zu kommen, aber Apple wollte keine „hackerfreundliche” Firmware bereitstellen. Das Tool, das den Job letztendlich erledigt hat, kostete das FBI 900.000 Dollar. Allerdings wurden keine verwertbaren Daten darauf gefunden.

Das FBI vertritt die Meinung, dass es geheim bleiben sollte, was das erfolgreiche, jedoch sinnlose, Entsperren des iPhone 5c aus der San-Bernardino-Schießerei gekostet hat. Das sehen einige Medienvertreter anders und haben geklagt. Nun scheint sich herauszukristallisieren, dass das eingesetzte Hacker-Tool etwa 900.000 Dollar gekostet haben soll.

Klage wegen Einschränkung der Informationsfreiheit

Das FBI hat sich äußerst bedeckt gehalten mit Informationen über den erfolgreichen Angriff auf das gesperrte iPhone 5c. Bekannt wurde lediglich, dass die konkrete Methode nur bei älteren Modellen funktioniere und nicht etwa bei einem iPhone 5s oder neuer.

Die US-Senatorin Dianne Feinstein hatte nun die Gelegenheit, FBI-Direktor James Comey zu dem Fall zu befragen. Dabei kam heraus, dass das Hacker-Tool, das letztendlich zum Erfolg führte, den Staat 900.000 Dollar gekostet hat. Es sei aber dennoch insgesamt sinnvoll gewesen, das iPhone zu knacken.

Momentan läuft eine Klage, die von der Associated Press, Vice Media und Gannett verfasst wurde. Sie beklagt, dass die Information, die das FBI unter Verschluss halten will, sehr wohl für die Öffentlichkeit interessant sei, damit sich diese ein Bild über die Arbeit der Behörde machen könne. Dies sei im „Freedom of Information Act" garantiert und deshalb müsse das FBI offen über seine Arbeit berichten.

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Obwohl das iPhone, letztendlich auch ohne die Hilfe Apples, geknackt werden konnte, wurden keine weiterführenden Daten darauf gefunden. Das dürfte kaum verwundern, denn das Privat-Handy hat der Schütze während seines Amoklaufs zerstört. Das gefundene iPhone 5c war nur das Diensthandy.