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Angespielt

Spiele: Unsere Highlights im September 2026 im App Store, bei Steam und Co.

Die Tage werden wieder spürbar kürzer und das Wetter regnerischer. Da liegt es doch nahe, sich der digitalen Unterhaltung zuzuwenden. Wie wäre es mit Nova Drift, Splatoon Raiders, Madden NFL 27, Family Feud Pocket oder Palworld?

Von   Uhr

Nova Drift

Arena-Shooter (Mac/Steam): Wer Nova Drift zum ersten Mal startet, denkt an den Spieleklassiker Asteroids. Der Eindruck hält etwa vier Minuten. Dann nämlich fällt die erste Entscheidung zwischen drei Modulen an, und das eigene Raumschiff beginnt, sich zu verwandeln. Nova Drift ist ein Roguelite, dessen eigentliches Spiel nicht im Schießen und Ausweichen liegt, sondern im Bauen: Über 200 Mods lassen sich zu Kombinationen verschrauben, die entweder grandios funktionieren oder spektakulär auseinanderfliegen. Ein Lauf dauert selten mehr als eine halbe Stunde, das Ergebnis ist trotzdem jedes Mal ein anderes. Die Kehrseite: Die Menüs verlangen etwas Einarbeitung, und wer keine Freude daran hat, Werte gegeneinander abzuwägen, wird von der Fülle an Möglichkeiten eher erschlagen als beflügelt. Für alle anderen ist der Titel eine elegante Zeitfalle, der Kostenpunkt: 16,99 Euro.

Sommer-Angebot

Fazit: Arena-Shooter trifft Roguelite: Immer auf der Jagd nach einer stärkeren Kombination spielt man gerne „nur noch eine Runde“ – und dann noch eine.

Standpunkt von Stefan Molz

Der Mac hat aufgeholt, doch die Konsole bleibt.

Mein MacBook Pro steht auf dem Schreibtisch, die Playstation unter dem Fernseher. Beide funktionieren, keines ersetzt das andere – und das ist keine Übergangslösung, sondern Absicht. Zugegeben: Der Mac hat als Spielgerät enorm aufgeholt. Cyberpunk 2077 läuft nativ, Assassin’s Creed Shadows ebenfalls, Metal 4 bringt Bildinterpolation, Crossover 26 holt Windows-Spiele auf den Mac. Und dennoch liegt der macOS-Anteil in Valves Hardware-Umfrage bei lediglich rund zwei Prozent – Linux bringt es auf doppelt so viel. Warum? Wer eine Konsole kauft, kauft keine Rechenleistung, sondern eine Entscheidung: einschalten, spielen, fertig. Eine üppige Spieleauswahl, keine Fragen, ob der Titel diesmal nativ vorliegt. Der Mac ist ein hervorragender Arbeitsplatz, an dem sich auch mal gepflegt eine Runde spielen lässt. Die Konsole indes kann genau eine Sache – diese aber exzellent!

Splatoon Raiders

Splatoon Raiders verzichtet gänzlich auf Gewalt, kommt neon-bunt daher und ist herrlich schräg: Shooter gehen auch ohne Blut und mit Witz!
Splatoon Raiders verzichtet gänzlich auf Gewalt, kommt neon-bunt daher und ist herrlich schräg: Shooter gehen auch ohne Blut und mit Witz! (Bild: Screenshot)

Actionspiel (Switch 2): Splatoon ist Nintendos Antwort auf Mehrspieler-Shooter – Blut und Gewalt sucht man hier aber vergebens. Was bislang als farbenfrohes Mehrspieler-Reviergefecht daherkam („Welches Team färbt den größten Teil des Levels in der eigenen Farbe?“), ist im Serienableger eine Schatzjagd für Solo- und Koop-Partien im Ansturm gegen fischähnliche Gegner. 

Was sich über weite Teile wie eine launige Wasserpistolenschlacht spielt, trägt mühelos eine Kampagne von 15 Stunden. Bis zu vier Personen spielen gemeinsam, wobei der Schwierigkeitsgrad mitwächst. Auf dem Mac gibt es den Titel nicht – wer ihn spielen möchte, braucht eine Switch 2. Das Spiel kostet 49,99 Euro (digital), der Online-Koop setzt Nintendo Switch Online voraus.

Apple Arcade

Madden NFL 27

(Bild: Screenshot)

Sportspiel: 19 Jahre lang, seit Madden NFL 08, gab es kein Madden für den Mac. Am 6. August 2026 endete diese Durststrecke für Fans des American Footballs – und zwar nicht mit einer lieblosen Konsolenumsetzung, sondern mit einer eigens für Apple Arcade entwickelten Fassung. Der entscheidende Unterschied liegt weniger auf dem Spielfeld als im Drumherum: keine Werbung, keine In-App-Käufe und keine „Ultimate Team“-Sammelkarten-Suchtspirale. Was auf Konsolen seit Jahren betrieben wird, fehlt hier den Seelenfrieden schonend. Wer Apple Arcade bereits abonniert hat, lädt den Titel ohne Aufpreis. Madden auf Apple Arcade bietet einen Franchise-Modus samt wöchentlicher Ereignisse und der Rolle des Managers sowie schnelle Einzelpartien für zwischendurch. Die Spielerwerte richten sich nach den tatsächlichen Leistungen der laufenden NFL-Saison. Gespielt wird auf iPhone, iPad, Mac und Apple TV wahlweise per Touch oder mit einem Gamepad – für ernsthafte Partien empfiehlt sich Letzteres. Schön, dass American Football auf dem Mac wieder stattfindet!

Family Feud Pocket

Quizspiel: Das US-Original des hierzulande als „Familien-Duell“ bekannten Formats kommt samt dem in Memes verewigten Steve Harvey. Es gilt, die häufigsten Umfrageantworten zu erraten – solo, im Duell oder abwechselnd an einem Gerät. Ein Haken für hiesige Runden: Die Fragen sind zwar auf Deutsch, aber stark auf den US-Alltag gemünzt. Wer damit zurechtkommt, bekommt hier ein kurzweiliges Rateduell für zwischendurch.

Palworld 1.0

Pals arbeiten, kämpfen und bedienen die Maschinen: Die Automatisierung trägt das Spiel deutlich weiter als jede Handlung.
Pals arbeiten, kämpfen und bedienen die Maschinen: Die Automatisierung trägt das Spiel deutlich weiter als jede Handlung. (Bild: Screenshot)

Survival-Crafting (Mac/Mac App Store): Zweieinhalb Jahre nach dem Start im Early Access hat Pocketpair im Juli endlich Version 1.0 von Palworld veröffentlicht. Die Liste an Änderungen umfasst 27 Seiten, 72 zusätzliche Pals und zwei neue Regionen. Erstmals gibt es eine durchgehende Handlung, die Stufengrenze steigt von 65 auf 80 – bestehende Spielstände bleiben nutzbar, doch ein Neuanfang lohnt sich.

Doch von vorn. In Palworld fängt man Kreaturen, lässt sie arbeiten und baut daraus richtige Produktionsketten. Pals hacken Holz, betreiben Fließbänder, bewässern Felder – und kämpfen gemeinsam mit den Spielenden. Diese Verbindung aus Kreaturensammeln und Fabrikautomatisierung trägt das Spiel. Sie ist der Grund, warum Palworld vom Start weg auch als noch unfertige Vorabversion begeisterte. Verglichen mit Titeln wie Ark oder Satisfactory ist Palworld weniger streng und deutlich zugänglicher. Doch wer eine erzählerisch dichte Welt erwartet, wird enttäuscht. Die Handlung gibt zwar einen Rahmen, motiviert aus sich heraus aber nicht zum Weiterspielen – das muss sie auch nicht, solange die Spielmechanik trägt. Die Hauptgeschichte lässt sich in rund 40 Stunden durchspielen, die vollständige Erkundung nimmt mehr Zeit in Anspruch.

Die Mac-Fassung ist ausschließlich im Mac App Store erhältlich. Auf unserem MacBook Pro mit M4 Max spielt sich der Titel in hohen Einstellungen flüssig, auf schwächeren Chips bricht die Bildrate ein, sobald der Stützpunkt wächst. Zwei Einschränkungen sollte man kennen: Der Mehrspielermodus arbeitet auf dem Mac noch immer unzuverlässig, und Modifikationen entfallen mangels Steam-Anbindung vollständig – auf dem PC ist das ein wesentlicher Teil des Spiels. Dennoch: Für den Preis von 28,99 Euro gibt es hier jede Menge Spiel!

Fazit: Endlich fertig, und die lange Wartezeit hat sich gelohnt: Automatisierung und Kreaturensammeln greifen hier mustergültig ineinander. Auf dem Mac allerdings mit Abstrichen.

Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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