Angespielt

Spiele: Unsere Highlights im Juli 2026 im App Store, bei Steam und Co.

Es darf wieder gedaddelt werden: Wir haben uns bei Steam, auf Konsolen und natürlich im App Store nach interessanten Spielen umgesehen und sind dabei auf Tiny Glade, 007 First Light, FreeCell Solitaire+, Game Room und Mina the Hollower gestoßen.

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Tiny Glade

Aufbau-Sandbox (Steam/Mac): Wer schon einmal versucht hat, eine mittelalterliche Burg zu zeichnen, und am dritten krummen Türmchen verzweifelte, findet in diesem Titel endlich Erlösung. Tiny Glade ist kein Spiel im üblichen Sinne, sondern versteht sich als digitaler Sandkasten ohne Gegner, Highscore-Listen oder sonstige Mechanismen, die Druck ausüben. Hier zieht man Mauern, setzt Dächer, pflanzt Efeu – und die App ergänzt eigenständig hübsche Details, von der Dachschräge bis zur passenden Lichtstimmung. Das Ergebnis sieht aus wie aus einem Bilderbuch, ganz ohne gestalterisches Talent der Spielenden. Mauern verformen sich organisch, Dächer fügen sich von selbst, kein Raster zwingt zur Strenge. Die Bedienung verlangt eine Maus mit Mausrad, am Trackpad eines MacBooks gerät das Drehen der Kamera etwas fummelig. Erfreulich: Es gibt eine native Fassung für Apple Silicon, Intel-Macs aber bleiben außen vor.

Fazit: Entspannung in Reinform: ein meditatives Baukastenspiel, das niemanden überfordert und jeden Pixel liebevoll ausschmückt.

Standpunkt von Stefan Molz

Willkommen im Klub: NVIDIA kopiert Apples Hausrezept

Es hat etwas rührend Rückwärtsgewandtes, wenn der mächtigste Grafikkartenhersteller und KI-Hardware-Spezialist der Welt eine Architektur als Neuheit verkauft, die in praktisch jedem MacBook seit dem Jahr 2020 steckt. Der RTX Spark vereint ARM-Kerne, Grafikeinheit und einen gemeinsamen Speicher von bis zu 128 Gigabyte – basiert also auf dem Apple-Silicon-Rezept, nur mit fünf Jahren Anlauf und einem NVIDIA-Logo darauf. Man stelle sich den Stolz vor, mit dem Jensen Huang diese „neue“ Bauweise präsentiert, während wir in der Apple-Gemeinde milde lächelnd die eigenen M-Chips streicheln. NVIDIA liefert ordentlich Rechenleistung, das soll niemand bestreiten, und im Bereich der Künstlichen Intelligenz spielen deren Chips ihre Muskeln aus. Doch die Erzählung vom kühnen Pionier verfängt im Fall RTX Spark nicht recht, da der Weg dorthin bereits sorgsam ausgeschildert war.

007 First Light

Der junge James Bond auf seiner ersten Mission: „First Light“ erzählt die Geschichte des Doppelnull-Agenten von Grund auf neu, ohne dabei dessen Erbe zu verraten.
Der junge James Bond auf seiner ersten Mission: „First Light“ erzählt die Geschichte des Doppelnull-Agenten von Grund auf neu, ohne dabei dessen Erbe zu verraten. (Bild: Screenshot)

Action (PS5, Xbox Series, PC): „007 First Light“ erzählt nicht die x-te Filmgeschichte nach, sondern den Anfang: einen jungen, noch ungestümen James Bond, frisch rekrutiert vom Geheimdienst MI6. Die dänischen Hitman-Schöpfer von IO Interactive verstehen ihr Handwerk und weben aus der bekannten Schleich- und Attentatsmechanik ein erzählerisch dichtes, weltumspannendes Abenteuer von knapp 20 Stunden. Der neue Bond unterhält auf hohem Niveau und darf als das beste Bond-Spiel überhaupt gelten. Auf dem Mac läuft der Titel derzeit allein über den Dienst GeForce Now. Dass IO Interactive seine Hitman-Reihe auf den Mac gebracht hat, nährt jedoch leise Hoffnung. Erschienen Ende Mai 2026 für PS5, Xbox Series und PC, der Preis: rund 70 Euro.

Apple Arcade

FreeCell Solitaire+

(Bild: Screenshot)

Kartenspiel: Manche Vergnügen brauchen keinen Lärm. FreeCell Solitaire+ aus dem Hause MobilityWare bringt die wohl klügste aller Patiencen auf Apple Arcade – natürlich werbefrei und ohne die üblichen Kaufaufforderungen, die auf den ersten Blick hin kostenlose Kartenspiele aus dem App Store sonst verwässern. Anders als bei vielen Solitaire-Varianten entscheidet hier nicht das Glück, sondern der kühle Verstand: Nahezu jede Partie ist lösbar, sofern man vorausschauend plant. Genau das macht den Reiz aus. Die Aufmachung ist gediegen, die Bedienung selbsterklärend. Karten lassen sich antippen oder ziehen, ein Fingerzeig genügt. Wer mag, sammelt durch besondere Ereignisse kleine Reise-Andenken oder stellt sich täglichen Zielen. Wer einfach nur abschalten will, ignoriert das alles und legt los. Auf iPhone und iPad spielt es sich gleichermaßen angenehm, am größeren Bildschirm wirkt das Spielfeld besonders übersichtlich. Für alle, die einen verlässlichen, anspruchsvollen Zeitvertreib ohne Hektik schätzen, ist diese FreeCell-Fassung ein Gewinn.

Game Room

Spielesammlung: Gleich acht Klassiker in einer App: „Game Room“ versammelt Schach, Dame, Backgammon, Hearts, Solitaire und mehr in nur einer App. Die Macher legen Wert auf eine hübsche Gestaltung, der Reiz liegt vor allem im Wiedersehen mit Vertrautem: Diese Spiele kennt man seit Jahrzehnten, hier kommen sie modern und aufgeräumt daher. Gespielt wird allein gegen den Computer oder online gegen bis zu drei Mitspielende.

Mina the Hollower

Heldin Mina durchhöhlt die finstere Insel Tenebrous: Sie entdeckt neue Wege und umgeht Gegner, indem sie sich durch den Untergrund buddelt.
Heldin Mina durchhöhlt die finstere Insel Tenebrous: Sie entdeckt neue Wege und umgeht Gegner, indem sie sich durch den Untergrund buddelt. (Bild: Screenshot)

Action-Adventure (Steam/Mac): Sechs Jahre Entwicklung, ein Studio, das die eigene Zukunft offen ein „Make or Break“ nannte, und damit die bange Frage, ob die Shovel-Knight-Macher von Yacht Club Games an ihren hohen Ambitionen scheitern: „Mina the Hollower“ trug schweres Gepäck mit sich. Das eingegangene Risiko aber zahlt sich aus, denn das Abenteuer in Pixel-Optik atmet den Geist großer Nintendo-Titel wie etwa „Zelda“ – und setzt sogar noch eine eigene Note obendrauf.

Mina, die titelgebende Heldin, ist eine Maus und begnadete Erfinderin. Auf der finsteren Insel Tenebrous versagen die dortigen Energiegeneratoren, die es wieder anzuwerfen gilt. Die sechs Gegenden mit ihren Generatoren verstehen sich in Analogie zu Zelda als die Dungeons, sie lassen sich aber in beliebiger Reihenfolge angehen.

Spielerisch verbindet „Mina the Hollower“ die Vogelperspektive klassischer Action-Adventures und eine eigenwillige Grabe-Mechanik, mit der sich die Heldin als mehrstufiges Ausweichmanöver unter Hindernisse und an Gegnern vorbeiwühlt. Dazu gesellen sich diverse Waffen und allerlei Schmuckstücke, die sich nach Geschmack kombinieren lassen. Die Schwierigkeit regeln diverse Modifikatoren, von fordernd bis ausgesprochen entspannt. Eine ganze Reihe an „New Game+“-Modi halten die Motivation zudem auch nach dem Abspann hoch.

Extralob gebührt der stimmigen Pixelgrafik, schmissigen Musik und der Soundkulisse. Auf dem Mac läuft Mina zudem als native Fassung für Apple Silicon und steht dort in seinem Genre jenseits emulierter Klassiker nahezu konkurrenzlos da – mit ihrer gotisch angehauchten Note hebt sie sich zudem von den großen Retro-Vorbildern ab. Wer Pixelkunst und Action schätzt, kommt an Mina kaum vorbei.

Fazit: Ein äußerst liebevoll gestaltetes Action-Abenteuer mit Tiefe und Charme, das die turmhohen Erwartungen mühelos erfüllt und allen Freunden von „The Legend of Zelda“ ein breites Lächeln ins Gesicht zu zaubern vermag.

Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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