Angespielt

Spiele: Unsere Highlights im August 2026 im App Store, bei Steam und Co.

Es darf wieder gespielt werden! Aber was? Da haben wir ein paar Vorschläge für Sie. Mit dabei: Dorfromantik, Star Fox, Perchang World, Coffee Inc 2+ und Age of Empires II: DE.

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Dorfromantik

Aufbau-Puzzle (Steam, Mac): Es sind vier Designstudenten aus Berlin, die mit Dorfromantik den Beweis erbringen, dass ein Spiel keine Explosionen braucht, um über viele Stunden zu fesseln.

Sommer-Angebot

Das Prinzip ist von entwaffnender Schlichtheit: Man zieht eine sechseckige Kachel vom Stapel, dreht sie und fügt sie passend in die wachsende Landschaft ein. Wälder treffen auf Felder, Flüsse schlängeln sich durch Dörfer, und gelegentlich verlangt eine Windmühle nach angrenzenden Getreidefeldern. Wer geschickt plant, sammelt Punkte; wer indes nur abschalten möchte, baut im Kreativmodus ohne Zeitdruck vor sich hin. Dass dieser meditative Zeitvertreib süchtig macht, ist beinahe sein einziger Makel.

Die am 25. Juni 2026 nach langen Jahren endlich nachgereichte Mac-Umsetzung von Dorfromantik läuft bereits auf M1-Macs flüssig, Intel-Macs bleiben außen vor.

Fazit: Entschleunigung mit Suchtfaktor: Dorfromantik ist das digitale Pendant zu einer gemütlichen Tasse Tee und einer Runde Carcassonne, nur mit vereinfachten Regeln und ohne Aufräumen.

Standpunkt von Stefan Molz

Wie Rockstar bei GTA VI das Maximum herausholt – für sich selbst

Beim Spiele-Blockbuster Grand Theft Auto VI lohnt der Blick auf die Preisgestaltung. Die Ultimate Edition für 99,99 Euro präsentiert der Hersteller so, dass die Standardfassung wie eine Notlösung wirkt. Dabei enthält bereits diese die komplette Hauptkampagne. Mit dem Aufpreis kaufen Spielende vor allem Kosmetik, exklusive Fahrzeuge, Tuning-Werkstätten und einige Missionen. So entsteht ein Bedürfnis, das ohne geschicktes Marketing kaum bestünde. Schwerer wiegt: Die physische Edition kommt ohne Datenträger, sie enthält nur einen Downloadcode. Das klingt nach Randnotiz, beerdigt aber den Gebrauchtmarkt. Wer das Spiel durchgespielt hat, kann es weder verkaufen noch verleihen. Käufer erhalten damit deutlicher als bisher eine bloße Nutzungslizenz, nicht einmal mehr eine Disc als Eigentum. Es würde nicht überraschen, wenn GTA VII Mitte der 2030er als Abo daherkäme.

Star Fox

Im Arwing durch das Lylat-System: Star Fox kehrt auf der Switch 2 zurück, grafisch opulent inszeniert und im Gameplay gestrafft.
Im Arwing durch das Lylat-System: Star Fox kehrt auf der Switch 2 zurück, grafisch opulent inszeniert und im Gameplay gestrafft. (Bild: Screenshot)

Rail-Shooter (Switch 2): Ein Blick über den Apple-Tellerrand Richtung Nintendo lohnt eigentlich immer – so auch auf Star Fox, das Remake eines N64-Klassikers. Im Kern ist das Spiel ein Rail-Shooter: Man steuert einen Raumgleiter auf fester Bahn durch Schluchten und Asteroidenfelder, weicht aus und schießt Gegner ab. Fuchspilot Fox McCloud verteidigt das Lylat-System gegen den größenwahnsinnigen Andross – Japans liebenswerte Antwort auf Star Wars, mit sprechenden Tieren im Cockpit. Bemerkenswert ist die Ahnenreihe: Das neue Star Fox ist die Neuauflage einer Neuauflage. Das N64-Spiel von 1997 war ein Reboot des SNES-Erstlings von 1993 – hierzulande erschienen als Starwing, sein Nachfolger als Lylat Wars. Ab 49,99 Euro (digital), nur für die Switch 2 von Nintendo.

Apple Arcade

Perchang World

(Bild: Screenshot)

Physik-Puzzle: Das britische Studio Perchang hat seinen gleichnamigen Hit von 2016 ausgebaut, exklusiv für Apple Arcade. Das Grundprinzip? Erfreulich simpel. Man lenkt kleine Kugeln und andere Gegenstände durch schlicht, aber kunstvoll gestaltete Welten, indem man rote und blaue Apparate aktiviert, die die Objekte stoßen, heben oder umlenken. Was als gemächliches Physikrätsel beginnt, wird über verschiedenste Themenwelten hinweg immer vertrackter. Die Entwickler beschreiben ihr Spiel dabei sehr treffend als Mischung aus Portal und Lemmings. Der britische Comedian James Acaster, bekannt aus Taskmaster und dem Podcast „Off Menu“, kommentiert das Geschehen mit britisch-trockenem Humor und verleiht den Physikspielereien eine spleenige Note. Die Sprachbarriere wird durch Untertitel entschärft. Gespielt wird schlicht per Fingertipp oder alternativ per Gamepad, wobei die Touch-Steuerung dem entspannten Charakter des Spiels am besten zu Gesicht steht. Die Spielstände werden über iPhone, iPad, Mac, Apple TV und Vision Pro abgeglichen.

Coffee Inc 2+

Wirtschaftssimulation: Vom kleinen Café am Eck zum globalen Konzern: In Coffee Inc 2+ errichten Spielende ein Kaffee-Imperium über echte Metropolen von Berlin bis Tokio hinweg. Wer mag, geht mit der Firma an die Börse, übernimmt Konkurrenten oder investiert in Aktien und Immobilien. Die Simulationstiefe ist erstaunlich – deshalb schmerzt besonders, dass ein Tutorial fehlt. In der Apple-Arcade-Fassung wird auf Werbung und Zusatzkäufe verzichtet.

Age of Empires II: DE

Von Burgen und Belagerungen: „Age of Empires II“ läuft erstmals nativ auf Apple Silicon und sieht dabei der Retro-Patina zum Trotz famos aus.
Von Burgen und Belagerungen: „Age of Empires II“ läuft erstmals nativ auf Apple Silicon und sieht dabei der Retro-Patina zum Trotz famos aus. (Bild: Screenshot)

Echtzeit-Strategie (Steam, Mac): Nur wenige Videospiele altern derart würdevoll wie „Age of Empires II“. Das Original von 1999, dessen Mac-Umsetzung seinerzeit von Steve Jobs persönlich angekündigt wurde, gilt bis heute als Maßstab im Genre der Echtzeitstrategie. Die Definitive Edition hat den Klassiker behutsam in die Gegenwart geführt, unter anderem mit 4K-Auflösung, einem neu eingespielten Soundtrack und unzähligen Komfortverbesserungen – seit Ende Mai 2026 endlich auch nativ auf Mac mit Apple Silicon spielbar.

Das Spielprinzip bleibt zeitlos: Man führt eine von zahlreichen Zivilisationen vom Mittelalter bis zur imperialen Blüte, balanciert Rohstoffe, Forschung und Militär und schlägt historische Schlachten von Europa bis Asien. Bereits das Basispaket enthält drei Erweiterungen, die zusätzliche Völker und Kampagnen beisteuern. Mit sämtlichen Zusatzinhalten wächst das Angebot locker auf über zweihundert Stunden – und mehr.

Auf unserem MacBook Air mit M3-Chip läuft die Umsetzung erfreulich rund, ob der im Kern eher betagten Technik des Spiels sollte bereits ein bescheiden ausgestatteter Mac mit M1-Chip vollauf ausreichen. Zwei Einschränkungen trüben das Bild: Die hochaufgelöste Grafik erfordert einen separaten, kostenlosen Download, auf den das Spiel kaum hinweist, und der Mehrspielermodus verbindet ausschließlich Mac-Nutzende untereinander – wer gegen Freunde mit Windows-Rechner antreten möchte, schaut in die Röhre.

Wer von schnellen Echtzeitgefechten und durchdachtem Ressourcenmanagement angezogen wird, findet in „Age of Empires II: Definitive Edition“ einen der besten Titel des Genres. Wer dagegen rundenbasierte Strategie bevorzugt, dürfte mit dem Tempo fremdeln und bleibt lieber bei einem der Civilization-Spiele.

Fazit: Eine vorzügliche Mac-Fassung: Wer Echtzeitstrategie schätzt, greift hier bedenkenlos zu. Allein der auf Mac-Spieler beschränkte Mehrspielermodus trübt die Freude ein wenig.

Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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