macOS 10.15.5

Neues macOS-Feature lässt MacBook-Akkus länger durchhalten

In der zweiten Entwickler-Beta-Version von macOS 10.15.5 hat Apple eine neue Funktion versteckt, die dafür sorgen soll, die Lebensdauer von Akkus zu verlängern.

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Bei dem neuen „Battery Health Management“ geht es weniger darum, die Nutzungsdauer zwischen zwei Aufladungen zu verlängern, sondern eher darum, die Zeit, bis ein Austausch des Akkus fällig wird, hinauszuzögern. Das erreiche man, so Apple-Mitarbeiter in einem Hintergrundgespräch gegenüber Mac Life, indem man den chemischen Alterungsprozess durch verschiedene Eingriffe zu verlangsamen versuche.

Dazu wird die Nutzungsart und -dauer des Akkus und damit auch des ganzen MacBooks analysiert. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Akku-Temperatur und den so genannten „charging patterns“. Es wird also versucht zu „lernen“, in welchen Abständen ein Nutzer sein MacBook auflädt. Gehört das MacBook zu jenen Geräten, deren Akku-Ladestand fast immer in die Nähe von 0 Prozent gefahren wird, bevor es wieder mit dem Stromnetz verbunden wird? Oder ist es praktisch immer Angeschlossen? Oder irgendetwas dazwischen?

Die neue Funktion für MacBooks erinnert an vergleichbare Features, die Apple bereits mit iOS 11 für das iPad und mit iOS 13 für das iPhone einführte. Bei letzterem versucht das Betriebssystem beispielsweise herauszufinden, wann das iPhone für gewöhnlich nach einem nächtlichen Ladezyklus vom Strom getrennt wird und lädt den Akku erst in einer Art Schlusssprint vollständig auf.

Wird das MacBook durchgängig am Schreibtisch verwendet und mit Strom versorgt, wird das neue Battery Health Management entscheiden, den Akku nicht vollständig zu laden. Vor allem dann nicht, wenn auch noch leistungshungrige Anwendungen ausgeführt werden.
Denn am förderlichsten für einen raschen chemischen Alterungsprozess und damit den früh(er)en Tod des Akkus ist nämlich, laut Apple, die Kombination aus einem hohen Ladestand und großer Wärme.

Das Battery Health Management lässt sich in den Systemeinstellungen deaktivieren.
Das Battery Health Management lässt sich in den Systemeinstellungen deaktivieren.

Kann das funktionieren?

Ob Apple mit diesen Maßnahmen erfolgreich sein wird, werden wir im Einzelfall praktisch nicht bestimmen können. Zu verschiedenen sind die Nutzungsweisen der MacBooks. Und wenn der Akku eines heute gekauften MacBooks in vier Jahren das Zeitliche segnet, wird man nur schwerlich herausfinden können, ob der Akku-Tod ohne das neue „Battery Health Management“ noch früher eingesetzt hätte. Apple allerdings wird den Erfolg in den eigenen Statistiken daran ablesen können, ob sich die durchschnittliche Akku-Lebensdauer tatsächlich erhöht haben wird. 
Aber auch das wohl erst in einigen Jahren.

Privatsphäre im Blick

Apple hat bei der Einführung dieses Features von einem ganz ähnlichen Schritt beim iPhone gelernt. Hatte man damals noch ohne die Besitzer zu fragen die iPhones „heimlich gedrosselt“, um ihre Langlebigkeit zu erhöhen, wird diese neue Funktion nun offen kommuniziert. Zwar wird sie automatisch aktiviert, es gibt aber – auch das ist anders als damals beim iPhone – vom Start weg die Möglichkeit, sie zu deaktivieren. Die zugehörige Option befindet sich in den Systemeinstellungen im Bereich „Energie sparen“.

Die zweite Entwickler-Beta von macOS 10.15.5 Catalina ist ab sofort verfügbar. Die Public Beta erwarten wir in den nächsten Tagen. Verfügbar ist die neue Funktionen „Battery Health Management“ auf allen MacBooks mit Thunderbolt-3-Anschluss.

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