App-Tipps

Mac-Apps: Unsere App-Tipps für August 2026

Was gibt es Neues für den Mac? Wir sind fündig geworden und stellen Ihnen in diesem Monat Retromac, Reframe, Whatcable, Little Snitch Mini und Better Display vor.

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Retromac

Zeitreise per Menüleiste: Für die einen ist der Mac schlicht ein Werkzeug, die anderen begrüßen ihren Macintosh morgens freundlich. Für die Zweiten – und alle, die der Hochglanzästhetik moderner Systeme heimlich überdrüssig sind – schrieb der Siegener Entwickler Maik Klotz Retromac. Die App sitzt in der Menüleiste und legt auf Wunsch ein CRT-Glühen, ein VHS-Flackern oder den körnigen Charme eines Macintosh Classic über den Bildschirm. Aus dem scharfen, aber klinisch-nüchternen Retina-Panel wird eine Kathodenstrahlröhre, die niemand vermisst hatte und plötzlich doch wieder haben möchte.

Sommer-Angebot

Über 30 Shader stehen bereit, acht kostenlos, der Rest im Pro-Paket – von Sony-Trinitron-Schärfe über Game-Boy-Grün bis zum bernsteinfarbenen Terminal-Look. Wer mag, verwandelt die gesamte Oberfläche: Themes ahmen Mac OS 9, Mac OS X, Windows 98 und XP oder BeOS nach und holen mit Relikten wie Solitär und Minesweeper den Charme vergangener Jahrzehnte zurück. Angepasste Docks, in einer Variante bewacht Pac-Man die Icons, runden das Bild ab.

Effekte lassen sich auf alle Bildschirme, einen Monitor oder ein Fenster begrenzen. Sogar die Webcam erhält auf Wunsch einen Retro-Filter – das verleiht Videokonferenzen eine augenzwinkernd würdelose Note. Retromac ist kostenfrei, wer weitere Shader, Voreinstellungen speichern und den Webcam-Filter möchte, zahlt einmalig faire 8,88 Euro.

Fazit: Ein charmantes Stück Eskapismus. Macht den Mac nicht schneller, aber merklich vergnüglicher. Für Nostalgiker mit Mac-OS-9- oder Windows-98-Vergangenheit fast schon Pflicht!

Preis: kostenfrei (In-App-Käufe möglich)
Web: myretromac.app

Reframe

Reframe nimmt mit auf eine Zeitreise ins Netz.
Reframe nimmt mit auf eine Zeitreise ins Netz. (Bild: Screenshot)

Browsen wie damals: Aus derselben Feder wie Retromac stammt Reframe, ein quelloffener Browser auf Electron-Basis (intern Chromium). Statt das System umzukrempeln, holt Reframe die Browser-Klassiker zurück: Safari 1.0 mit gebürstetem Metall, Internet Explorer 5.0 im grauen Windows-Gewand, Netscape 4.8 mit N-Logo und Firefox 1.0. Per Klick wechseln Sie zwischen den vier Epochen – mit Details wie Netscapes Ladesymbol und Splash-Screens, die ältere Semester wiedererkennen. Unter der nostalgischen Hülle arbeitet moderne Technik: Aktuelle Webseiten, JavaScript und Videos laufen tadellos, die Vergangenheit ist reine Fassade.

Reframe nimmt mit auf eine Zeitreise ins Netz.
Reframe nimmt mit auf eine Zeitreise ins Netz. (Bild: Screenshot)

Charmant: Ein Wayback-Modus zeigt Seiten auf Wunsch so, wie sie damals aussahen. Als täglicher Begleiter taugt Reframe nicht, dafür fehlen die heute erwarteten Komfortfunktionen. Als gelegentlicher Ausflug in die frühen Surf-Jahre macht es aber großen Spaß. Es läuft auf Apple Silicon, ist kostenlos und liegt quelloffen auf GitHub – Beiträge und Fehlermeldungen sind willkommen.

Preis: kostenfrei
Web: myretromac.app/reframe

Kabel, Netzwerk, Bildschirm: wichtige Mac-Verbindungen im Blick

Kabel, die nicht richtig funktionieren, Apps, die nach Hause telefonieren, und der die Wunschauflösung verweigernde Monitor – die folgenden Helferlein bringen Licht in das Dunkel der alltäglichen Verbindungsrätsel am Mac.

Whatcable

Whatcable
Whatcable (Bild: Screenshot)

Nachts sind alle Katzen grau: Alle USB-C-Kabel sehen gleich aus, doch das sind sie nicht: Das eine lädt mit voller Leistung und treibt einen 4K-Monitor, das andere reicht kaum für das Laden eines Smartphones. Whatcable von Darryl Morley bringt Ordnung in die Kabel-Schublade. Die Menüleisten-App liest aus, was macOS ohnehin über Kabel und Ladegerät weiß, und übersetzt es in verständliche Worte. So erkennen Sie, ob das Kabel, das Netzteil oder der Mac die Ladegeschwindigkeit bremst, welche Datenrate anliegt und ob ein angeschlossener Bildschirm seine volle Auflösung erhalten kann. Erkannte Kabel lassen sich benennen, sodass die App ihre Leistung über die Zeit verfolgt und jenes eine Exemplar entlarvt, das neuerdings schwächelt. Eine Prüfung der E-Marker-Daten warnt zudem vor verdächtigen Angaben. Whatcable ist quelloffen, sammelt keine Daten und spricht 19 Sprachen, auch Deutsch. Die Basisversion ist kostenfrei, die Pro-Variante mit Verlauf und Detailanalysen kostet einmalig rund 12 Euro.

Preis: kostenfrei (In-App-Käufe möglich)
Web: whatcable.uk

Little Snitch Mini

Little Snitch Mini
Little Snitch Mini (Bild: Screenshot)

Gegen Plaudertaschen: Kaum hängt der Mac am Netz, plaudern zahllose Programme mit Servern in aller Welt drauflos, meist unbemerkt. Little Snitch Mini macht diese Verbindungen sichtbar. Die App aus dem Hause Objective Development listet in Echtzeit auf, welche Programme wohin funken, zeichnet den Datenverkehr in übersichtlichen Diagrammen nach und zeigt auf einer animierten Weltkarte, in welche Länder die Daten reisen. Wem nicht gefällt, was er sieht, der greift ein. Kuratierte Blocklisten gegen Werbung, Tracker und Schadsoftware lassen sich mit wenigen Klicks aktivieren und halten sich selbst aktuell. Das reine Beobachten ist kostenlos, das Blockieren und die erweiterte Verlaufsanzeige gibt es als In-App-Kauf im Abo, ab 1,49 Euro/Monat. Wer mehr Kontrolle und Profile braucht, greift zur regulären Vollversion Little Snitch, die einmalig 59 Euro kostet. Ideal für alle, die wissen möchten, was die Apps auf dem eigenen Mac so im Internet treiben.

Little Snitch Mini
Little Snitch Mini
Entwickler: Objective Development
Preis: Kostenlos+

Betterdisplay

Betterdisplay
Betterdisplay (Bild: Screenshot)

Den Monitor im Griff haben: Wer schon einmal einen externen Monitor an den Mac gehängt und sich über unscharfe Schrift oder auch fehlende Auflösungen geärgert hat, wird Betterdisplay zu schätzen wissen. Das Tool verwandelt nahezu jeden Bildschirm in ein flexibel skalierbares HiDPI-Display und holt so gestochen scharfe Darstellung auch aus Geräten, die macOS sonst stiefmütterlich behandelt. Helligkeit und Farben steuern Sie wahlweise entweder per Software oder über das Hardware-Protokoll DDC. Das gilt sogar für Monitore, die dafür eigentlich keine Tasten bieten. Die Liste der Funktionen ist lang: virtuelle Bildschirme, Bild-im-Bild, zusätzliche XDR- und HDR-Helligkeit, EDID-Überschreibungen und das gezielte Trennen einzelner Displays gehören dazu. Die Grundfunktionen sind kostenfrei, die Pro-Version kostet einmalig 23,79 Euro und bleibt dauerhaft gültig. Ein Abo gibt es dafür nicht. Betterdisplay läuft auf Macs mit Apple Silicon und Intel ab macOS Ventura.

Preis: kostenfrei (In-App-Käufe möglich)
Web: github.com/waydabber/BetterDisplay

Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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