iPhone Duo: Warum viele Tester Apples Face ID vermissen
Mit dem iPhone Duo verabschiedet sich Apple erstmals seit Jahren bei einem neuen iPhone von der Gesichtserkennung Face ID. Stattdessen steckt ein Touch-ID-Fingerabdrucksensor in der seitlichen Taste des faltbaren Smartphones. In den ersten Testberichten erweist sich genau diese Entscheidung als einer der häufigsten Kritikpunkte. Mehrere Tester empfinden das Entsperren als langsamer und umständlicher als bei anderen aktuellen iPhones.
- Das iPhone Duo verwendet Touch ID statt Face ID.
- Apple verzögert den Entsperrvorgang bewusst, um Benachrichtigungen sichtbar zu machen.
- Mehrere Tester kritisieren die längere Entsperrzeit und die ungewohnte Sensorposition.
- Eine Apple Watch ermöglicht das Entsperren ohne Fingerabdruck.
- Andere Tester bewerten Touch ID nach kurzer Eingewöhnung als zuverlässig.
Apple verzögert die Entsperrung absichtlich
Besonders auffällig ist eine Verzögerung, die Apple offenbar bewusst in den Entsperrvorgang eingebaut hat. Technik-YouTuber Marques Brownlee beschreibt in seinem Test, dass das iPhone Duo nach dem Erkennen des Fingerabdrucks zunächst auf dem Sperrbildschirm verweilt. Erst wenn der Finger länger auf dem Sensor bleibt, öffnet sich der Home-Bildschirm.
Laut Apple soll dieses Verhalten dafür sorgen, dass Nutzer zunächst ihre Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm sehen können. Gegenüber Engadget erklärte das Unternehmen außerdem, dass die Verzögerung eine einheitlichere Bedienung im Vergleich zu anderen Touch-ID-Geräten wie Macs und iPads ermöglichen soll.
Brownlee hält den Gedanken dahinter zwar für nachvollziehbar, empfindet die zusätzliche Wartezeit aber als störend. Der Fingerabdrucksensor selbst sei nicht langsam. Vielmehr lasse ihn die absichtlich eingefügte Pause langsamer wirken.
Einen Weg, dieses Verhalten abzuschalten, konnte Brownlee nicht finden. Als Alternative empfiehlt er, das Display zunächst zu aktivieren, nach oben zu wischen und anschließend den Finger auf den Sensor zu legen. Auf diese Weise lasse sich das Gerät unmittelbar entsperren.
Touch ID macht im Alltag nicht immer eine gute Figur
Auch andere Tester berichten von Schwierigkeiten mit der neuen Bedienung. Joanna Stern vom Wall Street Journal hatte nach einer Woche noch immer Probleme beim Entsperren, obwohl sie bereits fünf Finger registriert hatte.
Der YouTuber Mrwhosetheboss bemängelt, dass das längere Berühren der Taste im Vergleich zur gewohnten Gesichtserkennung einen zusätzlichen Handgriff bedeutet. Gerade bei einem Vorgang, der sich täglich dutzendfach wiederholt, falle das auf.
Hinzu kommen die bekannten Einschränkungen der Fingerabdruckerkennung. Nach dem Händewaschen oder bei leicht fettigen Fingern funktioniere die Authentifizierung nicht immer zuverlässig. Auch die Position des Sensors könne je nach Haltung des faltbaren Smartphones unpraktisch sein.
Touch ID ist Apples biometrisches Verfahren zur Erkennung von Fingerabdrücken. Ein Sensor prüft, ob der aufgelegte Finger zu einem zuvor registrierten Abdruck passt. Damit lassen sich Geräte entsperren, Zahlungen bestätigen und geschützte Funktionen freigeben. Beim iPhone Duo sitzt der Sensor in der seitlichen Taste. Anders als Face ID benötigt Touch ID einen direkten Kontakt mit dem Finger.
PetaPixel kritisiert zudem unbeabsichtigte Berührungen der Seitentaste. Beim Aufheben oder Bewegen des iPhone Duo könne der Sensor versehentlich aktiviert werden und eine haptische Fehlermeldung auslösen.
Gizmodo-Redakteur Raymond Wong vermisst vor allem die Möglichkeit, das Smartphone durch einen kurzen Blick zu entsperren. Auch bei Apple Pay sei die Umstellung gewöhnungsbedürftig. Im Winter komme hinzu, dass Handschuhe für die Fingerabdruckerkennung ausgezogen werden müssten.
Apple Watch als praktische Alternative
Eine Möglichkeit, die Einschränkungen von Touch ID zu umgehen, bietet die Apple Watch. Das iPhone Duo lässt sich auch über die Smartwatch entsperren.
Laut PetaPixel funktioniert diese Methode im Alltag schneller als die Authentifizierung per Fingerabdruck. Auch andere Tester bewerten die Entsperrung über die Apple Watch als praktische Alternative.
Allerdings teilen nicht alle Tester die deutliche Kritik an Touch ID. The Verge berichtet, dass die Umgewöhnung nach etwa einer Woche weitgehend abgeschlossen gewesen sei. Auch 9to5Mac bezeichnet die Fingerabdruckerkennung grundsätzlich als schnell und zuverlässig.
Damit scheint weniger die eigentliche Erkennung des Fingerabdrucks das Problem zu sein als vielmehr der veränderte Bedienungsablauf.
Face ID fehlt ausgerechnet beim teuersten iPhone-Konzept
Dass Apple beim iPhone Duo auf Touch ID setzt, hängt mit dem besonderen Aufbau des faltbaren Smartphones zusammen. Der seitliche Sensor lässt sich unabhängig davon verwenden, ob das Gerät geöffnet oder geschlossen ist.
Gleichzeitig verzichtet Apple damit auf eine Funktion, die seit dem iPhone X von 2017 zum festen Bestandteil der höherpreisigen iPhone-Modelle gehört.
Die bisherigen Testberichte zeigen, dass die Rückkehr des Fingerabdrucksensors nicht automatisch eine Verbesserung bedeutet. Wer seit Jahren Face ID verwendet, muss sich beim iPhone Duo zumindest auf eine andere Bedienung einstellen.
Das faltbare iPhone kommt am morgigen 23. Oktober 2026 auf den Markt. Wie stark die Kritik an Touch ID auch die langfristige Nutzung beeinflusst, lässt sich aus den bisherigen Erfahrungen der Tester noch nicht abschließend beurteilen.

Dass Apple die zusätzliche Pause nicht abschaltbar macht, ist schwer nachvollziehbar. Eine optionale Einstellung für die sofortige Entsperrung wäre eine einfache Möglichkeit, beide Bedienvorlieben zu berücksichtigen. Die ersten Tests zeigen allerdings auch, dass nicht jeder mit Touch ID unzufrieden ist. Viel dürfte davon abhängen, wie schnell sich Besitzer an die veränderte Bedienung gewöhnen.








