Cuevello
Den Mac in die Hosentasche stecken: Wer seinen Mac liebt, kennt das Dilemma: Das gute Stück steht zu Hause auf dem Schreibtisch, während man selbst auf dem Sofa oder in der Küche sitzt.
Cuevello schließt diese Lücke, allerdings anders, als es die üblichen Verdächtigen tun. Fernwartungsprogramme wie Screens spiegeln den kompletten Bildschirm und überlassen die Bedienung dem eigenen Geschick. Cuevello geht einen Schritt weiter und konzentriert sich auf einzelne Mac-Programme: Man wählt ein Fenster oder eine App aus, streamt sie auf iPhone oder iPad und steuert sie per Fingertipp, Tastatur oder den vertrauten Menübefehlen.
Der eigentliche Clou sind die Arbeitsabläufe. Hier lassen sich wiederkehrende Handgriffe, eine App starten, ein Menü öffnen, eine Datei holen, einen Text einsetzen, zu einer Routine bündeln und später auf einen Fingerzeig hin wieder (und wieder…) abrufen, wahlweise auch über Kurzbefehle, Widgets oder die Apple Watch. So wird aus dem entfernten Mac ein verlässlicher Helfer für den Alltag: einen langen Export überwachen, den Rechner schlafen legen oder rasch eine Datei aufs iPhone ziehen.
Um den Datenschutz muss sich niemand sorgen. Cuevello arbeitet ohne Cloud, die Verbindung läuft verschlüsselt über das lokale Netzwerk oder ein VPN, und gekoppelte Geräte lassen sich jederzeit wieder entfernen.
Vorausgesetzt wird lediglich die kostenlose Mac-Begleit-App samt Freigabe der Bedienungshilfen. Mit 3,99 Euro als einmaligem Kauf und somit ganz ohne Abo ist die App zudem fast geschenkt.
Fazit: Kein klobiges Fernwartungswerkzeug, sondern eine elegante Fernbedienung für den Mac.
Watrify
Flaschen schleppen war gestern: Watrify zeigt auf einer Karte die nächste Trinkwasserstelle, in der Summe über 250.000 Brunnen und Wasserspender europaweit. Die Daten stammen aus offenen Datenquellen und einer aktiven Gemeinschaft. Praktisch für Wandernde, Radfahrende und alle, die unterwegs kein Geld für teures Flaschenwasser ausgeben möchten. Werbefrei und kostenlos.
Echo Klangfoto
Der Ton zum Bild: Ein Foto hält fest, was man gesehen, nicht aber, was man gehört hat. Echo Klangfoto verbindet beides miteinander: Man wählt ein Bild, nimmt bis zu 60 Sekunden Ton auf, etwa das erste Lachen, die Brandung am Strand, und macht daraus ein Video für soziale Netze. Erinnerungen lassen sich nach Szenen ordnen und mit Filtern und Text verfeinern. Premium einmalig 5,99 Euro.
Beeper
Der eine Messenger: Die einen auf WhatsApp, die Arbeit auf Slack, lose Kontakte in den Direktnachrichten von X: Wer viele Kontakte pflegt, verliert den Überblick. Beeper bündelt Chat-Netzwerke, darunter auch Instagram, Signal, Telegram und Discord, in einer Inbox. Das wirkt wie Zauberei, der lästige Wechsel zwischen Apps fällt weg. Hinter Beeper steht WordPress-Macher Automattic. Beeper Plus kostet 9,99 Euro im Monat.
Soziale Netze sind gebaut, um unsere Aufmerksamkeit lange zu binden. Drei Apps halten eisern dagegen, etwa mit einer kurzen Denkpause, einem physischen „Türsteher“ und einer durchgestylten Fokus-Zentrale.
One Sec
Der Klassiker: One Sec ist die Wahl der Redaktion – und das nicht ohne Grund. Statt Apps stumpf zu sperren, schiebt sie vor dem Öffnen von Instagram, YouTube und Co. eine kurze Unterbrechung ein: einmal tief durchatmen, kurz innehalten. Diese Sekunden genügen oft, um den automatischen Griff zum „Daumenkino“ zu durchbrechen und bewusst zu entscheiden, ob man „den nächsten Schuss“ jetzt wirklich braucht. Das ist nicht nur clever, sondern belegt: In begutachteten Studien mit dem Max-Planck-Institut und der Universität Heidelberg sank die Zahl der App-Öffnungen im Schnitt deutlich. Wer mag, ergänzt feste Sperrzeiten, Zeitlimits gegen das Doomscrolling oder kleine gesunde Alternativen. Besonders sympathisch: One Sec stammt von einem deutschen Entwickler, verarbeitet alles lokal und blendet keine Werbung ein. Das Wesentliche ist kostenlos, die Pro-Version kostet 14,99 Euro/Jahr oder einmalig 99,99 Euro.
Screenless
Die handfeste Lösung: Screenless geht das Problem mit Hardware an: Die in der Basisversion kostenfreie App lässt sich mit einem NFC-Plättchen namens „Screenless Breaker“ in die echte Welt hinein verlängern. Die App sperrt die gewünschten Apps, entsperren lassen sie sich erst, wenn man das Plättchen physisch antippt. Der Kniff liegt in der räumlichen Distanz: Wer den Breaker zu Hause liegen lässt, kommt unterwegs schlicht nicht an Instagram und Co. heran – und auch die zehn Schritte vom Bett in den Flur sind mitunter unbequem. Das Plättchen braucht weder Batterie noch Abo noch Cloud, alles läuft hier lokal. Hinter dem Projekt stehen zwei Studenten aus Hamburg und Aachen, die ein in den USA bereits erprobtes Konzept nach Deutschland gebracht haben. Bis zu 90 Prozent weniger Bildschirmzeit werden versprochen. Wer den Breaker besitzt, nutzt die App gratis, die Hardware kostet 45 Euro pro Stück.
Opal
Der Hochglanz-Screenblocker: Opal hat es 2025 ins Finale der Apple Design Awards geschafft, die App wirkt aufgeräumt und funktionsreich. Der „Opal Score“ bündelt Schlaf, Fokus und Erholung zu einer Kennzahl, Fokus-Regeln sperren ablenkende Apps auf iPhone und Mac, und für jede konzentrierte Stunde gibt es hübsche Belohnungen zu sammeln. Wer Statistiken und den Dopamin-Schub kleiner Erfolgserlebnisse mag, ist hier bestens aufgehoben. Den dritten Platz handelt sich Opal über den Preis ein: Zwar lässt sich die App kostenlos ausprobieren, doch die wirksamsten Funktionen, allen voran der harte Fokus-Modus ohne vorzeitiges Entsperren, stecken hinter Opal Pro. Und das Abo hat es in sich: 99,99 Euro kostet die App pro Jahr – Vorsicht vor der automatischen Verlängerung! Wer viel blocken muss, bekommt einen erstklassigen Wächter, alle anderen fahren mit günstigeren Mitbewerbern deutlich besser.

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.
Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.
Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

















