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App-Tipps

iPhone-Apps: Unsere App-Tipps für Oktober 2026

Im Oktober haben wir ganz besondere Apps herausgesucht, auf die wir hinweisen möchten. Eine ist sogar etwas kontrovers! Aber alle sind sie einen Blick wert. Wir stellen Ihnen Freifahren, TerminKompass, Kleido, Packliste, Traviary, Day One und Motif vor.

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Freifahren

Debatte im Nahverkehr: Es gibt Apps, die kontrovers diskutiert werden – etwa „Freifahren“. Die App zeigt auf einem Linienplan, wo im Berliner Nahverkehr gerade kontrolliert wird – gemeldet von den Fahrgästen selbst, in Echtzeit. Wer eine Kontrolle beobachtet, tippt Station, Linie und Fahrtrichtung an, die Uhrzeit ergänzt die App. Gegen Falschmeldungen hilft eine Plausibilitätsprüfung: Der Server nimmt einen Eintrag nur an, wenn das Gerät höchstens 1,5 Kilometer von der Station entfernt ist. Aus den Mustern der vergangenen Stunde errechnet die App zusätzlich eine farbige Risikoprognose.

Herbst-Angebot

Hinter dem Projekt steht ein Berliner Verein, hervorgegangen aus Chatgruppen, in denen Studierende einander vor Fahrkartenkontrollen warnten. Bis heute fließen Hinweise aus einer Telegram-Gruppe ein – in einer typischen Woche kommen so mehrere Tausend Meldungen zusammen. Abgedeckt sind U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahn, Busse bislang nicht. Die App selbst gibt sich zurückhaltend: Sie ist lediglich 11,5 MB groß und ist kosten- und werbefrei. Die Bedienoberfläche ist ausschließlich auf Englisch – ein kurioser Bruch für ein doch derart lokales Angebot.

Die Berliner Verkehrsbetriebe nennen die App unsolidarisch gegenüber zahlenden Fahrgästen und prüfen rechtliche Schritte. Der Verein wiederum versteht sich als Initiative gegen Ersatzfreiheitsstrafen. Bislang gilt: Wer ohne gültigen Fahrausweis unterwegs ist, begeht in Deutschland eine Straftat. Daran ändert auch die App nichts – zwischenzeitlich war die App bereits nicht mehr im App Store zu haben.

Fazit: Sauber gebaut, aber gesellschaftlich heikel: Freifahren ist weniger eine Nahverkehrs-App als ein Debattenbeitrag mit Kartenansicht.

Preis: kostenfrei
Web: app.freifahren.org

TerminKompass

Kompakter Kalender: TerminKompass verwaltet Termine, Geburtstage und Jahrestage ausschließlich auf dem iPhone – ohne Registrierung, ohne Cloud, ohne Werbung. Zu Geburtstagen zeigt die App das aktuelle Alter und das Sternzeichen, zu Terminen auf Wunsch die Mondphase. Bestehende Einträge übernimmt die Kalender-App aus iCloud, dem Google Kalender oder auch Microsofts Outlook.

Kleido

Der KI-Kleiderschrank: Wer seine Kleidung fotografiert, bekommt sie von Kleido freigestellt und als saubere Produktansicht einsortiert. Der eigentliche Kniff: Auf Wunsch zeigt die App jedes Teil an einem selbst hinterlegten Referenzporträt und stellt daraus Outfits zusammen – nach beschriebenem Anlass oder automatisch. Auch Artikel aus Onlineshops lassen sich so vor dem Kauf virtuell anprobieren.

Packliste

Gegen das Grübeln: Packliste beantwortet die Frage, was mit muss, und verzichtet dabei auf Weltreise-Ambitionen anderer Apps. Wenige Buchstaben genügen, dann schlägt die App den passenden Eintrag vor, Kategorien lassen sich mit Farbe und Symbol versehen, Fortschrittsbalken zeigen den Stand pro Bereich. Die erste Liste ist kostenlos. Die Vollversion ergänzt Listen, Vorlagen, Erinnerungen und mehr.

Drei Apps für die Zeit nach dem Urlaub

Der Koffer wieder eingemottet, die Bräune verblasst – und von zwei Wochen Urlaub bleiben hunderte Fotos in unklarer Reihenfolge. Diese drei Apps helfen beim Ordnen, Ergänzen und Drucken dessen, was im Urlaub anfällt.

Traviary

Traviary
Traviary (Bild: Screenshot)

Die Reisechronik, die sich selbst schreibt: Traviary verlangt keinen einzigen Eintrag. Die App liest die Standortdaten, die ohnehin in den Fotos stecken, und rekonstruiert daraus Länder, Städte, Reisen und Etappen. Wer seit Jahren mit dem iPhone fotografiert, bekommt so binnen weniger Minuten eine Chronik, die er selbst nie angelegt hätte. Karten, Zeitachsen und ein dreidimensionaler Globus lassen sich nach Jahren durchblättern, dazu kommen Statistiken zu Distanzen, Flughäfen und Meilensteinen. Die App erkennt inzwischen auch Fähr- und Bootsfahrten und verankert sie in einer Offlinedatenbank mit 58.000 Häfen und Marinas. Fotos aus dem Flugzeug zählen überflogene Länder nicht länger als besucht – eine Korrektur, die zeigt, wie ernst die Entwickler ihr Verfahren nehmen. Die Analyse läuft auf dem Gerät, ein Konto ist nicht nötig. Der Download kostet nichts, 1,99 Euro schalten die zurückliegenden Jahre frei.

Traviary: Reisetagebuch
Traviary: Reisetagebuch
Entwickler: ittailors.cz, s.r.o.
Preis: Kostenlos+

Day One

Day One
Day One (Bild: Screenshot)

Für alles, was kein Foto festhält: Karten und Statistiken erzählen, wo jemand war, aber nicht wie es sich anfühlte. Day One füllt genau diese Lücke: Notizen, Fotos, Videos, Sprachaufnahmen und Stimmungen lassen sich zu Einträgen bündeln, rückwirkend datieren und einem Reisetagebuch zuordnen. Wetter, Ort und Mondphase trägt die App automatisch nach, die Funktion „An diesem Tag“ holt Vergangenes zurück. Die Einträge sind Ende-zu-Ende verschlüsselt und lassen sich per Kennwort, Touch ID oder Face ID sichern. Seit 2021 gehört der App-Klassiker zu Automattic, dem Unternehmen hinter WordPress.com. Kostenlos bleiben unbegrenzte Texteinträge in einem Tagebuch mit je einem Foto, ohne Abgleich zwischen Geräten. Day One Silver kostet 9,99 Euro monatlich oder 59,99 Euro im Jahr und bringt Synchronisierung, beliebig viele Medien und mehrere Tagebücher. „Gold“ mit Sprachassistenz liegt bei stolzen 79,99 Euro jährlich.

Day One: Tägliches Tagebuch
Day One: Tägliches Tagebuch
Entwickler: Bloom Built Inc
Preis: Kostenlos+

Motif

Motif
Motif (Bild: Screenshot)

Am Ende darf es Papier sein: Motif führt eine Tradition fort, die viele vermissen: Bis 2018 ließen sich Fotobücher direkt aus der Fotos-App bei Apple bestellen. Gedruckt hat sie damals nicht Apple selbst, sondern der Dienstleister RR Donnelley – und der brachte nach Apples Rückzug mit Motif eine eigene App heraus, die auf denselben Maschinen produzieren ließ. Inzwischen gehört die Marke zu Mimeo, Bücher und Co. entstehen weiterhin in den vertrauten Formaten. Auf dem iPhone wählt man Fotos aus der Mediathek, die Autoflow-Funktion verteilt sie, Gesichtserkennung und ein neues KI-Studio schlagen Auswahl, Anordnung und Bildunterschriften vor. Fertige Projekte lassen sich zum Ansehen und Nachbestellen freigeben. Die App ist kostenfrei, bezahlt wird das gedruckte Ergebnis. Wer lieber alles aus einer Hand hat: Polarsteps zeichnet Routen auf, führt Tagebuch und druckt am Ende ein gebundenes Reisebuch.

Motif: Erinnerungen drucken
Motif: Erinnerungen drucken
Entwickler: Mimeo
Preis: Kostenlos+
Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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