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Apple bezieht Stellung zu den Kindersicherungs-Apps

Mit iOS 12 führte Apple im vergangenen Jahr ein lange (auch von Investoren) gefordertes Feature ein: Bildschirmzeit. Die Funktionen gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über Ihr Nutzungsverhalten Ihrer iOS-Geräte und gibt Ihnen einmal in der Woche ein entsprechende Zusammenfassung. Gleichzeitig dient das Feature auch als Kindersicherung. Nun entfernte das Unternehmen andere Apps mit dieser Funktion und stieß dabei auf den Unmut von Entwicklern und Nutzern.

Apple hat eine lange Vergangenheit beim Thema Apps. Entweder kauft das Unternehmen sehr gute Anwendungen auf und integriert sie in das System oder die Idee wird aufgegriffen und schließlich nach eigenen Vorstellungen umgesetzt. Beide Methoden ziehen oftmals den Umstand nach sich, dass ähnliche Apps aus dem App Store entfernt werden, da kein Mehrwert gegenüber den integrierten Apps geboten wird. Ähnliches dachten natürlich Entwickler auch als verschiedene Kindersicherungs-Apps kürzlich aus dem App Store verschwanden. Laut Apple hat dies einen „einfachen Grund: Sie gefährden die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer. Es ist wichtig zu verstehen, warum und wie das passiert ist.“ 

Apples offizielles Statement zur Entfernung verschiedener Kindersicherungs-Apps:

Apple hat immer geglaubt, dass Eltern über Werkzeuge verfügen sollten, um die Gerätenutzung ihrer Kinder zu verwalten. Das ist der Grund, warum wir „Bildschirmzeit“ eingeführt haben und weiterentwickeln. Andere Apps im App Store, darunter Balance Screen Time by Moment Health und Verizon Smart Family, geben Eltern die Möglichkeit, die Vorteile der Technologie mit anderen Aktivitäten zu kombinieren, die jungen Kindern helfen, zu lernen und sich weiter zu entwickeln.

Wir haben kürzlich mehrere Kindersicherungs-Apps aus dem App Store entfernt und zwar aus einem einfachen Grund: Sie gefährden die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer. Es ist wichtig zu verstehen, warum und wie das passiert ist.

Im Laufe des letzten Jahres wurden wir darauf aufmerksam, dass mehrere dieser Kindersicherungs-Apps eine stark eingreifende Technologie namens Mobile Device Management oder MDM verwenden. MDM ermöglicht Drittanbietern die Kontrolle und den Zugriff auf ein Gerät und seine sensibelsten Informationen, einschließlich Nutzerstandort, App-Nutzung, E-Mail-Konten, Kameraberechtigungen und Browserverlauf. Wir haben bereits Anfang 2017 begonnen die Verwendung von MDM durch nicht unternehmenseigene Entwickler zu untersuchen und unsere Richtlinien auf der Grundlage der Erkenntnisse Mitte 2017 aktualisiert.

MDM hat legitime Einsatzmöglichkeiten. Unternehmen installieren manchmal MDM auf Unternehmensgeräten, um eine bessere Kontrolle über proprietäre Daten und Hardware zu behalten. Aber es stellt ein großes Risiko dar — und ist ein klarer Verstoß gegen die Richtlinien des App Store — für ein privates, verbraucherorientiertes App-Unternehmen, Kontrolle über das Gerät eines Kunden zu erlangen, indem MDM installiert wird. Über die Kontrolle hinaus, die die App selbst über das Gerät des Benutzers ausüben kann, haben Untersuchungen gezeigt, dass MDM-Profile von Hackern verwendet werden können, um sich für bösartige Zwecke Zugang zu verschaffen.

Eltern sollten ihre Ängste über die Gerätenutzung ihrer Kinder nicht gegen Risiken für Privatsphäre und Sicherheit eintauschen müssen und der App Store sollte keine Plattform sein, um diese Entscheidung zu erzwingen. Niemand außer den Eltern sollte uneingeschränkten Zugriff auf die Geräteverwaltung ihres Kindes haben.

Als wir von diesen Verletzungen unserer Richtlinien erfahren haben, haben wir diese Verstöße an die App-Entwickler kommuniziert und ihnen 30 Tage Zeit gegeben, eine aktualisierte App einzureichen, um eine Unterbrechung der Verfügbarkeit im App Store zu vermeiden. Mehrere Entwickler haben Updates veröffentlicht, so dass ihre Apps diese Richtlinien erfüllen. Diejenigen, die es nicht getan haben, wurden aus dem App Store entfernt.

Wir haben den App Store entwickelt, um einen sicheren, lebendigen Marktplatz zu schaffen, auf dem Entwickler und Unternehmer ihre Ideen an Benutzer auf der ganzen Welt weitergeben können, und Benutzer können darauf vertrauen, dass die von ihnen entdeckten Apps den Sicherheits- und Verantwortungsstandards von Apple entsprechen.

Apple hat schon immer Anwendungen von Drittanbietern im App Store unterstützt, die Eltern bei der Verwaltung der Geräte ihrer Kinder helfen. Im Gegensatz zu dem, was die New York Times am Wochenende berichtete, geht es hier nicht um Konkurrenz. Es geht um die Sicherheit.

In dieser App-Kategorie und wie in jeder anderen Kategorie auch, sind wir bestrebt, ein wettbewerbsfähiges, innovatives App-Ökosystem anzubieten. Es gibt viele äußerst erfolgreiche Apps, die Funktionen und Dienste ähnlich wie die von Apple in Kategorien wie Nachrichten, Karten, E-Mail, Musik, Webbrowser, Fotos, Notizen-Apps, Kontaktmanager und Zahlungssysteme anbieten, um nur einige zu nennen. Wir sind bestrebt, diesen Apps einen Ort zu bieten, an dem sie wachsen können, da sie die Benutzerfreundlichkeit für alle verbessern.

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