Apple soll DSGVO verletzen

Quelle: https://www.maclife.de/news/apple-soll-dsgvo-nicht-vollstaendig-erfuellen-100111423.html

Autor: Andreas Donath

Datum: 19.01.19 - 08:03 Uhr

Apple soll DSGVO nicht vollständig erfüllen

In einer Beschwerde an den europäischen Datenschutzbeauftragten heißt es, dass Apple seinen DSVGO-Verpflichtungen nicht vollständig nachkommt. Dabei geht es um das Recht, dass Kunden alle Informationen, die über sie gespeichert sind, herunterladen können. Stimmen die Vorwürfe, wäre das für Tim Cook richtig peinlich.

Die Datenschutzgrundverordnung verpflichtet Unternehmen, auf Anfrage eine Kopie aller Daten, die sie über den Nutzer gespeichert haben, zur Verfügung zu stellen. Nachdem eine österreichische Non-Profit-Organisation dies mit zehn Anwendern getestet hatte, sagte sie, dass Apple es versäumt habe, vollständige Datensätze zu liefern.

DSGVO ist das weltweit wohl strengste Datenschutzgesetz und gilt für alle Unternehmen, die personenbezogene Daten von Bürgern der Europäischen Union erheben. Vier der wichtigsten Regeln sind:

  • Es muss einen bestimmten, rechtmäßigen Grund für die Verarbeitung der Daten geben.
  • Personenbezogene Daten müssen verschlüsselt werden.
  • Nutzer haben das Recht auf eine Kopie ihrer Daten.
  • Nutzer können die Löschung ihrer Daten beantragen.

Apple will  künftig den  DSGVO-Standard auf alle seine Kunden weltweit auszudehnen, nicht nur auf die EU-Bürger. Um die Anforderungen von Punkt drei zu erfüllen, wurde die Möglichkeit geschaffen, einen Online-Antrag zu stellen. Das ist auch für Nutzer aus den USA, Kanada und einigen anderen Nicht-EU-Ländern möglich. Bis der Link zum Download zur Verfügung steht, kann es bis zu einer Woche dauern.

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Reuters berichtet jedoch, dass die gemeinnützige Organisation noyb die Funktion für unzureichend befand. Apple und Amazon gehören zu den acht Technologieunternehmen, die in einer in Österreich von der gemeinnützigen Organisation noyb eingereichten Klage genannt werden, die sich auf ihre Nichteinhaltung der DSGVO beruft. Die Aktion von noyb unter dem Vorsitz des Datenschutzaktivisten Max Schrems hat auch Netflix, Spotify und Youtube getroffen.

Schrems sagte, dass einige der Unternehmen nicht einmal annähernd alle Daten, die sie über Einzelpersonen gespeichert haben, weitergeben.

"Viele Dienste richten automatisierte Systeme ein, um auf Zugriffsanfragen zu reagieren, aber sie liefern oft nicht einmal die Daten, auf die jeder Benutzer ein Recht hat", sagte Schrems. "Dies führt zu strukturellen Verletzungen der Nutzerrechte, da diese Systeme so aufgebaut sind, dass sie die relevanten Informationen zurückhalten."

Die Beschwerde kommt zu einem für Apple ungünstigen Zeitpunkt. Erst einen Tag zuvor hatte Tim Cook gefordert, dass die USA einen so strengen Datenschutz wie die EU einführen sollten.