Apple HomeView ist offiziell – doch Deutschland geht vorerst leer aus
Apple hat mit HomeView ein neues Gerät für das vernetzte Zuhause vorgestellt. Das Smart-Home-Display vereint Funktionen eines HomePod mit einem Touchscreen und soll als zentrale Anlaufstelle für Musik, Videotelefonie und die Steuerung vernetzter Geräte dienen. Eine wichtige Einschränkung gibt es allerdings: In Deutschland und der übrigen Europäischen Union wird HomeView zunächst nicht angeboten.
- Apple HomeView kombiniert ein 7-Zoll-Display mit Lautsprechern und Smart-Home-Steuerung.
- Zwei Varianten für den Tisch oder die Wand, jeweils ab 299 US-Dollar.
- Gesichtserkennung für bis zu sechs Personen und neue Siri AI.
- FaceTime, Apple Music und bis zu neun Kamera-Livestreams werden unterstützt.
- Kein Verkaufsstart in Deutschland oder der EU angekündigt.
HomeView erscheint in zwei Ausführungen. Neben einer Tischversion mit integriertem Lautsprechersockel bietet Apple auch ein Modell für die Wandmontage an. Beide Varianten besitzen einen 7 Zoll großen Liquid-Retina-Bildschirm und werden vom A18-Chip angetrieben.
7-Zoll-Display und zwei unterschiedliche Bauformen
Die Tischversion erinnert mit ihrem gewölbten Lautsprechersockel und dem daran befestigten Display an frühere iMac-Designs. Über ein Scharnier aus Edelstahl lässt sich der Bildschirm neigen, um den Betrachtungswinkel anzupassen. Zur Auswahl stehen Silber, Polarstern, Rosapink und Space Grau.
Das Liquid-Retina-Display unterstützt True Tone und passt seine Helligkeit automatisch an die Umgebung an. Laut Apple reicht die Helligkeit von 500 Nits bis hinunter auf 0,3 Nits. Damit soll sich das Gerät auch auf einem Nachttisch nutzen lassen, ohne nachts zu stark zu leuchten.
Die Benutzeroberfläche berücksichtigt außerdem den Abstand zum Gerät. Aus größerer Entfernung zeigt HomeView vereinfachte Informationen an. Wer näher herantritt, bekommt zusätzliche Details und Bedienelemente zu sehen.
Für die Wandmontage bietet Apple eine separate Variante in Silber und Space Grau an. Sie besitzt denselben Bildschirm und Funktionsumfang, verwendet aber ein entsprechend angepasstes Lautsprechersystem. Die Installation erfolgt über spezielle Halterungen von Schneider Home.
Gesichtserkennung für bis zu sechs Personen
Eine Besonderheit von HomeView ist die personalisierte Bedienoberfläche. Das Gerät kann bis zu sechs Personen anhand ihrer Gesichter erkennen und automatisch zwischen individuellen Profilen wechseln.
Jede Person erhält einen eigenen Startbildschirm mit Apps und Widgets. Auch persönliche Informationen aus Nachrichten, Kalender, Erinnerungen und FaceTime lassen sich auf diese Weise zuordnen.
Für den Zugriff auf private Inhalte gelten zusätzliche Sicherheitsvorgaben. Apple zufolge werden entsprechende Informationen nur angezeigt, wenn die Person erkannt wird und ihr gekoppeltes iPhone oder iPad die erforderlichen Sicherheitsbedingungen erfüllt.
Gemeinsam genutzte Inhalte wie Fotoalben und Musik bleiben dagegen für den Haushalt zugänglich. Darüber hinaus stehen verschiedene Zifferblatt-ähnliche Ansichten zur Verfügung, darunter Fotodarstellungen und animierte Snoopy-Motive.
Siri AI übernimmt die Sprachsteuerung
Eine zentrale Rolle spielt die neue Sprachassistenz Siri AI. Apple setzt dabei auf die nächste Generation von Apple Intelligence, um natürlichere Gespräche und komplexere Anfragen zu ermöglichen.
Apple Intelligence bezeichnet Apples System für KI-gestützte Funktionen auf kompatiblen Geräten. Dazu gehören die Verarbeitung natürlicher Sprache, die Einbindung persönlicher Informationen und die Unterstützung bei Aufgaben in Apps.
Auf HomeView kommt die neue Sprachassistenz Siri AI zum Einsatz. Grundlegende Funktionen laufen auf dem Gerät selbst. Für den Zugriff auf persönliche Inhalte und weitergehende Aktionen wird zusätzlich ein kompatibles iPhone oder iPad mit Apple Intelligence benötigt. Einige KI-Anfragen verarbeitet Apple über die Cloud.
Siri AI kann allgemeine Wissensfragen beantworten, Musik anhand gesprochener Beschreibungen finden und Informationen auf dem Bildschirm berücksichtigen. Für weitergehende personalisierte Funktionen benötigt HomeView allerdings ein kompatibles iPhone oder iPad mit Apple Intelligence.
In Verbindung mit einem solchen Gerät kann die Sprachassistenz beispielsweise Informationen aus Kalenderterminen oder Nachrichten heranziehen und Aktionen in unterstützten Apps ausführen. Gespräche lassen sich zudem über iCloud mit anderen Apple-Geräten synchronisieren und dort fortsetzen.
Die grundlegenden Gesprächsfunktionen von Siri AI stehen laut Apple auch ohne ein zusätzliches Apple-Intelligence-fähiges Gerät zur Verfügung. Die neue Sprachassistenz befindet sich auf HomeView allerdings zunächst im Betastadium.
Musik, FaceTime und Rezepte auf einem Bildschirm
Neben der Smart-Home-Steuerung soll HomeView auch als Unterhaltungsgerät dienen. In der Tischversion setzt Apple auf zwei Breitbandtreiber im Display sowie einen nach unten gerichteten Tieftöner mit zwei passiven Radiatoren im Sockel. Unterstützt wird auch Spatial Audio.
Die Wandversion besitzt dagegen zwei speziell auf ihre Einbauposition abgestimmte Lautsprecher. Über AirPlay und die Multiroom-Funktion lässt sich HomeView mit weiteren kompatiblen Lautsprechern im Haushalt kombinieren.
Unterstützt werden unter anderem Apple Music, Apple Podcasts, Apple TV und kompatible Drittanbieter-Apps. Per Handoff kann die Musikwiedergabe vom iPhone auf HomeView übertragen werden.
Für Videotelefonate steht FaceTime mit Center Stage zur Verfügung. Die Kamera kann Personen während eines Gesprächs automatisch im Bild halten. Außerdem lassen sich Nachrichten lesen und beantworten, Timer einstellen oder Rezepte aus dem Internet in einzelne Kochschritte aufteilen.
HomeView als zentrale Smart-Home-Steuerung
Im vernetzten Zuhause dient HomeView als Bedienoberfläche für kompatible Lampen, Thermostate, Kameras, Türschlösser und Rollläden. Die Steuerung funktioniert wahlweise über den Touchscreen oder per Sprachbefehl.
Eine spezielle Kameraansicht kann bis zu neun Videostreams gleichzeitig darstellen. Mit einem passenden iCloud+-Abonnement und unterstützten Kameras lassen sich außerdem Personen, Haustiere, Fahrzeuge und Pakete erkennen.
Hinzu kommen KI-generierte Beschreibungen von Videoaufzeichnungen aus HomeKit Secure Video. Nutzer können damit Informationen über aufgezeichnete Ereignisse erhalten, ohne sich das gesamte Video ansehen zu müssen. Für diese Funktionen gelten zusätzliche Voraussetzungen bei Hardware und Abonnement.
HomeView kann zudem auf die Geräusche von Rauch- und Kohlenmonoxidmeldern reagieren und entsprechende Benachrichtigungen an iPhone, iPad oder Apple Watch senden.
Apple hat außerdem die neue Apple Home Collection angekündigt. Dazu gehören gemeinsam mit LG Electronics und Schneider Electric entwickelte Kameras, Thermostate und ein Türschloss. Auch Zubehör mit Matter-Unterstützung lässt sich einbinden.
Beim Datenschutz setzt Apple unter anderem auf besonders abgeschottete Bereiche des A18-Chips, sogenannte Secure Exclaves. Dort können sensible Kamera- und Mikrofondaten getrennt von anderen Systemprozessen verarbeitet werden. Siri-Anfragen werden je nach Aufgabe direkt auf dem Gerät oder über Apples Private Cloud Compute verarbeitet.
Preis und Verfügbarkeit: Kein Marktstart in Deutschland
In den USA kostet Apple HomeView 299 US-Dollar. Das gilt sowohl für die Tischversion als auch für das Modell zur Wandmontage. Vorbestellungen sind ab dem 13. Oktober 2026 möglich, die Auslieferung beginnt am 13. November.
Die für die Wandversion benötigten Halterungen werden separat angeboten. Die Preise beginnen bei 59,95 US-Dollar für eine USB-C-Halterung und 79,95 US-Dollar für eine kabelgebundene Variante mit Netzanschluss. Eine PoE-Lösung für 129,95 US-Dollar soll Anfang 2027 folgen.
Zu den ersten Verkaufsmärkten zählen neben den USA unter anderem Kanada, Großbritannien, Australien, Indien, Neuseeland und Singapur. Auch Südafrika erhält das Gerät über autorisierte Händler.
Deutschland gehört dagegen ausdrücklich nicht zu den unterstützten Ländern. Apple begründet den fehlenden EU-Marktstart damit, dass Siri AI unter iOS derzeit nicht in der Europäischen Union verfügbar ist. Das Unternehmen erklärt, gemeinsam mit der EU an einer Lösung arbeiten zu wollen.
Damit gibt es derzeit weder einen offiziellen deutschen Preis noch einen Termin für den Verkaufsstart. Eine direkte Umrechnung der US-Preise wäre ohnehin nicht mit einem möglichen deutschen Verkaufspreis gleichzusetzen.
Auch eine Unterstützung der deutschen Sprache ist bislang nicht angekündigt. Siri AI auf HomeView startet zunächst auf Englisch in den unterstützten Ländern.















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