BP-800
Immer mehr Zubehörprodukte für Smartphones und Tablets setzen auf die Vernetzung von Hard- und Software, weshalb sich auch immer mehr App-fähiges Zubehör in den Auslagen der Händler stapelt. Neben jeder Menge mehr oder weniger sinnvoller Gagdets, die das iPhone beispielsweise in Miniatur-Flipperautomaten und Retro-Telefone verwandeln, gehört hierzu auch Sinnvolles, etwa Waagen, Blutzucker- und Blutdruckmessgeräte. Aus der letzteren Kategorie haben wir das Modell BP-800 von Withings in der Praxis getestet.
Die Hardware
Das Blutdruckmessgerät von Withings wird in einem schicken, würfelförmigen Karton geliefert. In der schicken Schachtel liegt neben einer Schnellstartstartanleitung auf Englisch und Französisch natürlich auch noch das Blutdruckmessgerät an sich, inklusive vier bereits eingelegter Batterien der Größe AAA.
Die Hardware macht optisch einiges her und ist sauber und solide verarbeitet: Die Außenseite der Manschette besteht aus mit kleinen Löchern versehenem weißem Kunstleder, die Innenseite ist mit weichem Stretchstoff quietsch-grüner Farbe bezogen. Liebe zum Detail: Dank kleiner Magnete lässt sich Manschette bei Nichtgebrauch immer schön sauber aufrollen.
Die Technik des Messgeräts steckt in einem an die Manschette geschraubtem Zylinder aus Aluminum in „Apple-Optik“. Dort finden nicht nur die zum Betrieb benötigten Batterien ihren Platz, auch das Dock-Connector-Kabel zur Verbindung an den 30-poligen Anschluss vieler iOS-Geräte findet hier seinen Ursprung. Abnehmen und austauschen lässt sich das Kabel leider nicht, wer das Gerät mit aktueller iOS-Hardware verwenden will, ist deshalb leider auf den 30 Euro teuren 30-Pin-auf-Lightning-Adapter von Apple angewiesen.
Die Praxis
Software-seitig muss eine der beiden kostenlos im App Store verfügbaren Withings-Apps auf dem iPhone, iPad oder iPod touch installiert werden. Die App „Gesundheitsbegleiter von Withings“ sieht zwar deutlich hübscher aus, „WiScale“ hingegen bereitet die Messwerte in der Graphen-Ansicht aber deutlich sinnvoller auf: Wer mag, kann auch beide Apps abwechselnd nutzen, die Daten werden zentral im Withings-Online-Account hinterlegt und lassen sich beispielsweise auch via E-Mail exportieren und weiterleiten.
Um eine Messung durchzuführen, wird die Manschette am Oberarm befestigt – dank des Klettverschlusses geht das leicht von der Hand, auch bei größerem Oberarmumfang. Wird das Messgerät via Dock-Connector angeschlossen und der iOS-Bildschirm entriegelt, startet die App automatisch und ist wenige Sekunden später zum Durchführen einer Messung bereit: Luft wird hierbei automatisch in die Manschnette gepumpt und abgelassen – ein Vorgang der pro Durchgang weniger als eine Minute benötigt, das Ergebnis der Messung wird danach direkt auf dem Bildschirm des iPhone, iPad beziehunsgweise iPod touch angezeigt. Wir haben im mehrmonatigen Testzeitraum übrigens viele Hundert Messwerte erfasst und dabei laut Status-Anzeige weniger als die Hälfte der in den Batterien steckenden Energie verbraucht.
Der größte Vorteil der App-basierten Blutdruckkontrolle ist der Mitschnitt der Messwerte. Aller Werte lassen sich in Form einer Liste auf den Bildschirm holen, aber auch als aussagekräftiger Graph darstellen. Bluthochdruck-Patienten können ihrem Arzt somit entsprechend zuarbeiten und durch ihre gut dokumentierten Blutdruck-Kontrollen aktiv an Therapie und Heilung mitarbeiten.
Fazit
Fakten, Fakten, Fakten: Das Wichtigste bei einem Messgerät ist natürlich die Qualität der Messwerte. Diese befanden sich im Rahmen der vielen von uns durchgeführten Messungen stichprobenweise auf dem Niveau der zeitnah durch einen Arzt ermittelten Werte. Darüber hinaus garantiert der Hersteller die Einhaltung diverser Normen und Standards und auch die Stiftung Warentest attestierte dem Withings-Blutdruckmessgerät verlässliche Messwerte.
Nach der Pflicht folgt die Kür: Uns gefiel das gefällige Design und die leichte Handhabung des Withings-Blutdruckmessers. Nicht ganz so gut hat uns allerdings das fest angebrachte Dock-Connetcor-Kabel gefallen – hier wäre eine USB-Buchse mit entsprechendem Kabel die deutlich bessere und zukunftssichere Wahl gewesen. Ebenfalls unter „Minus“ zu verbuchen: Ohne einen Withings-Account lässt sich überhaupt keine Messung durchführen und eine deutschsprachige Anleitung liegt leider nicht mit im Paket.
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