Das 1. Quartal eines jeden Jahres ist bei Apple stets ein Hit. Die Zählung des Unternehmens ist nicht an der Reihenfolge der Kalendermonate orientiert und Q1/2011 läuft damit von Oktober bis Dezember. Dieses Jahr war die Feiertagszeit für Cupertino mal wieder besonders ertragreich.
ANZEIGE
Nicht nur die eigenen, auch die Erwartungen der Analysten wurden aufs Neue weit übertroffen. Peter Oppenheimer hatte am 18. Oktober des vergangenen Jahres prognostiziert, dass Apple im 1. Quartal 2011 mit Umsätzen von etwa 23 Milliarden US-Dollar rechnen könne. Dies entsprach bis kurz vor der heutigen Quartalskonferenz auch ungefähr den Schätzungen einiger Analysten. Doch Apple setzte noch einen drauf und meldete Einnahmen in Höhe von 26,74 Milliarden US-Dollar, wovon dem Unternehmen 6 Milliarden US-Dollar Gewinn blieben.
Im vergangenen Quartal belief sich die Summe der Umsätze auf 20,34 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung um ungefähr 31,5 Prozent entspricht. Q1 2010 brachte Apple gerade einmal 15,68 Millarden US-Dollar, im Rahmen der internationalen Wirtschaftskrise kaum verwunderlich. Damit ist auch der enorme Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr von 70,5 Prozent zu erklären. Außerdem dürften iPad und MacBook Air in dieser Rechnung eine bedeutende Rolle spielen.
iPhone, iPad, iPod
Wieder einmal sind die verschiedenen iPod-Varianten der Verkaufsschlager. 19,446 Millionen der vier unterschiedlichen Modelle konnte das Unternehmen im vergangenen Quartal absetzen. Doch schon im 4. Quartal 2010 zeigte sich, dass das iPhone dem Medien-Player äußerst gefährlich werden kann. Im Vergleich zum Vorjahr (21 Millionen) sanken dessen Verkaufszahlen zudem um mehr als 1,5 Millionen.
Derweil konnte Apple die Zahl der iPhones, die einen neuen Eigentümer fanden, beinahe verdoppeln. Das Unternehmen meldete 16,235 Millionen verkaufter Geräte, im Vorjahr waren es noch 8,7 Millionen. Mit dem iPad hat sich ein weiterer Hit herausgebildet. Das Apple-Tablet steigt schneller als jedes andere Produkt in den Verkaufs-Charts und wurde zwischen Oktober und Dezember 2010 ganze 7,331 Millionen Mal verkauft. Im vorigen Quartal belief sich die Summe auf 4,19 Millionen, Experten hatten das Potential des iPad auf 5,5 Millionen Verkäufe geschätzt. Interessante Information hierzu am Rande: Laut Tim Cook hat Apple inzwischen mehr als 160 Millionen iOS-Geräte an den Kunden gebracht.
Macs, mobil wie stationär
Auch wenn die mobilen Klein-Geräte einen Großteil der täglichen Aufmerksamkeit auf sich ziehen, können sich durchaus auch die Verkaufszahlen der Macs sehen lassen. Insgesamt konnte Apple 4,134 Millionen Einheiten absetzen, was einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahresquartal um immerhin 774.000 Geräte gleichkommt. Auch hier wurde die Vorhersage der Analysten von 4 Millionen übertroffen, wenn auch nur um wenige Zähler.
Die Notebooks konnten für sich genommen ebenfalls Wachstum verzeichnen und steigerten sich von 2,128 auf 2,907 Millionen Verkäufe. Einen nicht unerheblichen Teil des Zuwachses in diesem Bereich dürfte auf das Konto der neuen Modelle aus der Reihe MacBook Air gehen. Attraktive Preisgestaltung und interessanter Formfaktor haben mit Sicherheit ihr Scherflein zum Erfolg des Unternehmens beigetragen.
Lediglich bei den Desktop-Macs musste Apple Rückläufige Zahlen hinnehmen, wenn auch in vertretbarem Umfang. Statt 1,234 Millionen verkaufter iMacs und Mac Pros waren es im vergangenen Quartal lediglich 1,227 Millionen Geräte.
Fazit
Analysten waren von Einnahmen um die 24,4 Milliarden US-Dollar ausgegangen. Das wahrhaftige Quartalsergebnis lag sogar noch darüber. Auch die vorhergesagte Gewinn pro Aktie von 5,38 US-Dollar konnte mit tatsächlichen 6,43 US-Dollar in den Schatten gestellt werden. Die AAPL-Papiere werden sich allem Anschein nach schnell wieder von dem Schock der gesundheitlichen Probleme des Apple-Chefs erholen. Aufgrund eines Feiertags in den USA am gestrigen Montag reagiert die dortige Börse zwar verspätet, aber ebenso gemäßigt wie etwa in Frankfurt.
Dort lag der Kurs heute nach Geschäftsschluss bei 255,78 Euro, in New York wird AAPL derzeit für 340,65 US-Dollar gehandelt. Dank erfolgreicher Produkte und vielversprechender Prognosen für die kommenden Monate werden Anleger sich keine großen Sorgen machen müssen, dass ihre monetären Felle davon schwimmen.



Artikel kommentieren
Kommentar hinzufügen