Ganz glücklich war Google mit dem Google-Maps-Vertrag zwar auch nicht, aber Apple hätte die alte App noch ein Jahr weiternutzen können. Laut The Verge entschied sich Apple aber, die Zusammenarbeit vorzeitig zu beenden. Eine Maps-App von Google soll existieren, es könne aber noch Monate bis zur Veröffentlichung dauern.
Die geringe Vorwarnzeit ist typisch für Apple, über Änderungen erfahren Partner wie Konkurrenten erst kurz vorher. Angeblich soll die Entscheidung kurz vor der WWDC gefallen sein - zwar entwickelt Google seitdem eine eigene App, aber diese ist noch unvollständig und soll erst in einigen Monaten ausgeliefert werden. Die alte, von Apple auf Basis von Google Maps entwickelte App ist mit Googles Android-App nicht konkurrenzfähig. Apple soll jedoch keinen Zugriff auf Googles Turn-by-Turn-Navigation gehabt haben, während Google vergeblich die Integration von Latitude forderte.
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Bei der Präsentation der neuen Maps-App im Juni hatte Scott Forstall noch den Eindruck erweckt, es handele sich um ein fertiges und visuell beeindruckendes Produkt. Im Gegensatz zu Siri verzichtete Apple auch auf ein (ohnehin bedeutungsloses) Beta-Anhängsel. Ähnliches passierte Apple bereits mit Final Cut Pro X, allerdings konnte relativ schnell nachgebessert werden. Apple versucht derzeit, dass Maps-Team zu verstärken, vorzugsweise mit ex-Google-Maps-Leuten.
Ein Jahr mehr Entwicklungsarbeit und Maps hätte wohl weniger offensichtliche Fehler aufgewiesen. Karten sind aber tatsächlich ein Produkt, welches beim Kunden "reifen" muss, insbesondere was die Point-of-Interests angeht. Auch eine solche App wäre Google Maps wohl unterlegen gewesen, denn Googles Produkt konnte jahrelang reifen. Die Zeit hat Apple mit iOS6-Maps allerdings nicht.
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"Karten sind aber tatsächlich ein Produkt, welches beim Kunden "reifen" muss, insbesondere was die Point-of-Interests angeht."
Warum nur redet man sich bei Apple schön, was man keinem anderen Navi- oder Routenplaner-Hersteller durchgehen ließe. Andere Hersteller beschäftigen Heere von redaktionellen Mitarbeitern, die POIs aufbereiten und in Form bringen. Apple bedient sich im Internet, gecodiert ein bisschen herum, und verlässt sich ansonsten auf die Hilfe der Nutzer. 1997, als Apple kein Geld hatte, hätte ich ein solches Vorgehen gut verstanden. Aber heute?
Hm, alle iOS User die kein Update auf iOS 6 machen bzw bekommen (iPad 1, vor 3GS iPhones) nutzen weiterhin die alte Karten App mit Google Daten.
Und da wäre interessant, was nach dem im Artikel erwähnten Jahr passiert. Wird dann der Google-Dienst abgestellt?
Ich selber nutze (und liebe) mein iPhone 3G mit iOS 4
Es wäre ja schon O.K. gewesen, wenn sie die neue Karten-App mit dem Beta-Status versehen hätten - so wie Siri einst. Dem Kunden die Anlaufschwierigkeiten richtig erklärt und er wird's verstehen... Aber nicht als Perfekt verkaufen und dann Mist liefern. Dieser Image-Schaden ist hausgemacht! Ohnehin scheint Apple ein Problem damit zu haben mit dem aufgeklärten europäischen Kunden angemessen zu kommunizieren...
Auch stimme ich JeanLuc7 zu, dass man mit einer solchen Barreserve im Rücken hätte mehr draus machen können...
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