Wenn Entwickler private APIs in ihren Apps verwenden, werden diese entweder hinterher entfernt oder bereits bei der App-Prüfung abgelehnt. Dieses Schicksal hat die iBooks-App nicht zu befürchten, auch wenn diese ausgiebig Gebrauch der nicht freigegebenen APIs macht.
ANZEIGE
Das bestimmte APIs (Application Programming Interface) als privat deklariert werden, geschieht nicht ohne Grund: Sie können sich jederzeit ändern, sind noch nicht ausgereift genug oder gar instabil. Solange diese Regeln für alle Entwickler gelten, ist am Verbot der Benutzer von privaten APIs nichts auszusetzen. Problematisch wird es aber, wenn der Betriebssystemhersteller selbst Anwendungen anbietet, die ausgiebig davon Gebrauch machen.
Mit dem iPad hat Apple auch eine Software-Offensive gestartet: Waren die iPhone-Apps von Apple im App Store mit Ausnahme von Texas Hold’em reine Begleitapps für Webdienste (MobileMe) oder Desktop-Anwendungen (Keynote Remote), dringt Apple auf dem iPad nun in den Markt für eReader- und Office-Software vor.
Marco Arment kann in seiner App Instapaper nicht wie Apple in der iBooks-App eine echte Einstellung für die Helligkeit anbieten. Das Apple die entsprechende API nicht dokumentiert und freigegeben hat, ist den Instapaper-Anwendern, die sich darüber wundern, dass sich die Helligkeit nicht wie unter iBooks verändern lässt, schwer zu vermitteln. Arment erinnert an Microsoft: Der Firma wurden Ende der der 90er Wettbewerbsverletzungen vorgeworfen. Teil der Vorwürfe waren auch Anschuldigungen, dass Microsoft die APIs von Windows nutzt, um dem hauseigenen Internet Explorer einen Vorteil zu verschaffen. Microsoft hat sich schließlich bereit erklärt, diese mit Drittherstellern zu teilen.
Auch wenn auf die Verwendung privater APIs verzichtet wird, sind unabhängige Entwickler gegenüber einer Firma, die Betriebssystem, Hardware und Vertriebsweg kontrolliert und auch noch selbst Software entwickelt, fast zwangsläufig im Nachteil: Dem iWork-Team stand das iPhone OS 3.2 früher zur Verfügung als Entwicklern anderer Office-Apps, iBooks wird im App Store natürlich stärker gefördert als beispielsweise die Kindle-App und Apple kann es sich leisten, die iWork-Apps günstig anzubieten, da sie den Verkauf der Hardware fördern.



Artikel kommentieren
Das ist ja wohl einfach nur schwach. Klar darf Apple das. Sie sind der Urheber.
Kommentar hinzufügen