KALKULATION MIT KALKÜL

Verleger rechtfertigen E-Book-Preise

02.03.10 | 11:47 Uhr - von Eric Schäfer
Kalkulation mit Kalkül: Verleger rechtfertigen E-Book-Preise

Die unrealistischen Erwartungen mancher Verbraucher hinsichtlich künftiger E-Book-Preise nehmen die Verleger zum Anlass, eine interessante Rechnung aufzumachen. Damit rechtfertigen sie die Preise für E-Books im iBookstore. Denn wenn der Leser denkt, dass E-Books durch entfallende Druckkosten preiswerter werden müssten, so hat er sich getäuscht.

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Es stimmt zwar, dass E-Books keine Druckkosten verursachen, aber dafür steigen andere Kosten. Zum Beispiel jene Aufwendungen für Marketing und Lizenzgebühren. Die genaue Rechnung der Verleger sieht wie folgt aus: Ein normales Hardcover-Buch kostet in den USA 26 US-Dollar. Davon betragen die Kosten für Druck, Lager und Vertrieb 3,25 US-Dollar pro Buch. Der Verleger bekommt rund die Hälfte des Buchpreises, also 13 US-Dollar. Nach Abzug des Autorenhonorars, der Kosten für Buchdesign und Lektorat bleiben ihm 4,05 US-Dollar. Und davon sind noch Miete für Räumlichkeiten samt Nebenkosten zu bestreiten.

Nach der Vereinbarung mit Apple für den iBookstore steht Apple ein 30-prozentiger Erlös aus jedem verkauften Buch zu. Bei einem Buchpreis im Store von 12,99 US-Dollar bleiben dem Verleger also 9,09 US-Dollar. Davon gehen wiederum die Herstellungskosten – das Konvertieren des Textes in einen digitale Datei kostet ihn 50 Cent – und Marketingkosten von 78 Cent ab. Die Lizenzeinkünfte des Autors belaufen sich auf 2,27 bis 3,25 US-Dollar beim E-Book. Bleiben dem Verleger zwischen 4,56 und 4,54 US-Dollar in der eigenen Tasche, woraus er natürlich immer noch seine laufenden Kosten bestreiten muss. Bei Amazons Preismodell klingeln sogar nur  3,51 bis 4,26 US-Dollar in den Verlegerkassen.

Fassen wir zusammen: Das E-Book – zumal jenes aus Apples iBookstore – ist profitabler. Aber, so die Verleger, das E-Book mache nach wie vor nur bis zu fünf Prozent der Buchverkäufe aus. Selbst wenn die E-Book-Verkäufe anziehen würden, müssten die Verleger immer noch Hardcover-Bücher bereitstellen, samt der dazugehörigen Kosten.

Und zu billig dürften E-Books auch nicht sein, um die Existenz von Buchhändlern – und damit meinen sie große Buchkaufhäuser wie Barnes & Nobles – nicht zu gefährden.

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Bild von Gast

Es werden immer Argumente gesucht, warum es nicht billiger geht - warum eigentlich...

Meiner Meinung nach faseln sich die Verkäufer die Welt so zurecht, damit sie selbst und die Kunden sich besser fühlen...

Ich würde einfach sagen, dass ich mir eine goldenen Nase verdienen möchte und die Taschen nicht voll genug kriegen kann und gut ist es. Ehrlichkeit finde ich immer am besten. Scheinargumentationen sind Zeitverschwendung.

Die Menschen fliegen zum Mond, wenn man will geht also alles, warum sollte im Kapitalismus aber ein Interesse an preiswerter Bildung und Unterhaltung durch Bücher u.ä. bestehen? Dumm kauft besser!

Bild von Gast

Aber ein gedrucktes Buch kann ich, nachdem ich es gelesen habe weiterverkaufen. Ein eBook dagegen nicht. Da warte ich lieber auf die Paperback-Ausgabe, die kostet schon mal nur noch die Hälfte des Hardcover und ich kann sie weiterverkaufen. Sorry ihr Verleger, aber bei den Preisen, bleibe ich bei der gedruckten Ausgabe.

Bild von Rosember

"Druck, Buchhändler und Vertrieb " muss heißen: "Druck, Lagerung und Vertrieb". Der Buchhändler erhält einen erheblich höheren Anteil der Buchkosten. In Deutschland liegt dieser bei etwa 40-60 % des Endpreises. Verglichen damit ist Apples Anteil von 30 % des Verkaufspreises vergleichsweise niedrig. Wenngleich ich die amerikanische Preisgestaltung nicht kenne, erscheint mir ein Autorenanteil am Endpreis von etwa 10-15 %, wie er angegeben wird, extrem hoch zu sein. In Deutschland erhalten Autoren in der Regel zwischen 5 % (Taschenbuch) und 10 % des Nettoladenpreises (Hardcover bei fairem Vertrag, sonst auch weniger, Sachbuchautoren liegen grundsätzlich deutlich unter diesen Sätzen, bei - seltenen! - Bestsellern steigt der Autorenanteil mit wachsender Auflage unter Umständen auf bis zu 20 %). Agenten, wie sie inzwischen sehr verbreitet sind, werden grundsätzlich aus dem Autorenanteil bezahlt, obwohl sie auch den Verlagen erhebliche Teile ihrer Arbeit (Vorauswahl der Manuskripte, Lektorat etc.) abnehmen.
Zumindest in Deutschland würden Verlage von eBook-Preisen in der Größenordnung der Papierbuchpreise (evtl. minus 10%) erheblich profitieren.
Da eBooks eine erhebliche Gefahr für die glücklicherweise noch immer in Resten bestehende Buchhandlungskultur in Deutschland darstellen, kann ich zwar verstehen, dass vermieden werden soll, dass eBooks das Papierbuch kannibalisieren, aber ich denke, es wäre fair aus den Einnahmen 1. die Autoren bzw. Übersetzer (deren Bezahlung eine unglaubliche Katastrophe ist gegen deren Behebung sich die Verlage noch immer mit Händen und Füßen wehren) besser vergütet und 2. Quersubventionsmodelle zwischen e- und Papierbuch erwogen werden sollten, da bisher ohnehin keine nennenswerten Unterschiede zwischen Satz- und eBook-Dateien bestehen und die Drucklegung ohnehin als externe Dienstleistung eingekauft wird. Sollte der Mehrwert des eBooks in Zukunft erhöht werden, kann darüber ja noch einmal neu nachgedacht werden.

Gruß

Bild von itexter

… für den Hinweis auf den Übersetzungsfehler; ich hab es korrigiert.
Und danke für den informativen Blick auf die deutschen Verhältnisse.

Bild von Coster35

Es ist wirklich unglaublich was die Leute hier für unqualifizierten Mist von sich geben. Ich möchte wirklich mal wissen wer es hier wirklich weiß was die Firmen verdienen. Jungs, macht doch einfach selbst einen Laden auf und verdient euch "dumm & dämlich" wenn das so leicht ist. Jeder hat die Möglichkeit, jeder darf!! Aber da müsste man ja den Arsch ind die Hose kriegen, Mut haben, was investieren und Verantwortung übernehmen. Mmmm, lieber nicht - dann lieber voller Neid auf die schimpfen die etwas erreicht haben. Nicht rumlabern - handeln!

Bild von Gast

"Die Lizenzeinkünfte des Autors belaufen sich auf 2,27 bis 3,25 US-Dollar beim E-Book"

Das gilt vielleicht für erfolgreiche Autoren. Irrsinnig viele Autoren, und ich glaube nicht, dass sich das beim E-Book ändern wird, werden pauschal bezahlt.

Bild von Gast

an meinen Vorredner : Schon arg heftig deine Wortwahl . Ist wohl nicht dein Tag heute .Ich bin davon überzeugt das du an einem anderen Tag anderes geschrieben hättest
zum thema . Ich bin überzeugt davon das sich die preise im ebookstore mit der Zeit bis zu 50 % unter Buchhandelspreis einpendeln werden . mann sieht ja wie günstig Spiele nun für die Brüder iPhone und Ipod touch angeboten werden . (und es wird auch dann noch sehr viel Geld verdient) . Was ich mir auch gut vorstellen kann , ist das die verbreitung zunimmt . Ich denke das sie um ein vielfaches höher steigen werden als wenn nur das Buch zum Kauf angeboten wird.
Daten zu verschicken , die bereits existent sind , und sich keiner mehr dafür bewegen muss und somit kein Geld kostet , kann nur zu einer Preissenkung führen . Die Verlage werden sich auf einen harten Wettbewerb einlassen müssen wo der günstige mit dem besten Kontent die Preise bestimmen wird .
Was marketing angeht , sind kostenlose Leseproben in meinen augen auch kaum der Rede wert was die Kosten angeht .

Bild von Gast

Das fällt weg:

- Kein Risiko mehr bezüglich der Auflage. Zu hoch und zu niedrig gibt es nicht mehr

- Keine Lagerkosten

- Keine Transportkosten

- Keine eigene Server-Infrastruktur (macht ja Apple)

- Keinen Aussendienst

- Keine Kosten für die Druckerei

Es bleiben der Autor und sein Werk. Eigentlich kann man den Verlag beiseite lassen – es sei denn, dieser betreibt wirklich aktives Marketing für deinen Titel. Aber so, wie es kleine und winzige App-Hersteller gibt, wird es auch kleine und winzige «Autorenverlage» geben, die Bücher in Eigenregie über den iBooks Store vertreiben.

Spätestens dann gerät das alte Preismodell sowieso aus den Fugen.

Bild von Gast

HI!

also als autor sehe ich viele möglichkeiten.
und die ganzen diskusionen über oder gegen oder ob eine branche ist so alt wie
die geschichte selber.

wir werden einen noch engern markt erleben, wer gutes guerilla marketing kann und
ideen hat-wird auch durch kommen.

letzlich ist es aber die geschichte die zählt.

wehe du veröf. einen scheiss der nicht einmal als
klopapier taugt.....

das i -pad ist nur eine logische erweiterung und 500 jahre nach gutenberg
ein licht am horizont.

oder wollt ihr ewig bäume umschneiden um ein buch zu machern?

die verlage insgesammt werden ihren fetten arsch zusammenkneifen und doch
mal mehr bandbreit versuchen-aus ihren marketingnieschen oder fallen
kriechen müssen und kapiern das
OHNE den AUTOR GAR NIX IST.

und wenn alle gut zusammen spielen gibt es tolle neue medien-ereignisse.

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