MOBILER MOTIF

Test: Yamaha MOX 6

Beat 708.2011 - von Henning Schonvogel

Yamaha MOX 6

Bewertung:
sehr gut (6.0)
Preis: MOX 6: 1189 Euro MOX 8: 1784 Euro
Webseite:
Hersteller: Yamaha
Alternative: Roland Juno GI 1189 Euro www.rolandmusik.de Korg M50-61 1323 Euro www.korg.de
hochwertige Klangerzeugung
vielseitige Effektsektion
stabiler Aufbau
geringes Gewicht
einfache Bedienung
großer Umfang an Arpeggien
guter Sequenzer
erstklassige Computeranbindung
Filterabstufungen zu sprunghaft
Eckdaten:
• mobiler MOTIF
• umfassende Computerintegration
• MOTIF-XS-Sound-Engine
• 61 halbgewichtete Tasten
• 1217 Instrumente
• 355 MB Wellenformen
• 1270 Sounds
• XA-Klangerzeugung mit acht Voices
• 64-fache Polyphonie
• 18 Filtertypen
• Yamaha-Effektalgorithmen
• inkl. Vocoder & Virtual Circuitry Modeling
• 6720 Arpeggiator-Pattern
• über 256 Performances
• Vier-Layer-Performance-Modus
• integrierter Sequenzer
• USB-Audiointerface

Der MOX 6 portiert Yamahas MOTIF-XS-Technologie in ein schlankes Gehäuse mit umfassender Computerintegration. Ob sich das Gerät damit als neuer Standard im Heim- und Computerstudio behaupten kann?

Nachdem Yamaha mit der MOTIF XF-Serie eine neue Generation ihrer Profi-Workstations vorgestellt hat, wird mit den Geräten der MOX-Familie nun auch der Einsteigerbereich aktualisiert. Diese basieren auf der Klangerzeugung des MOTIF XS, dem vielgepriesenen Vorgänger der aktuellen XF. Auch in puncto Spielhilfen, Sequenzer und nicht zuletzt der Computerintegration sind weitreichende Updates zu verzeichnen. Hat Yamaha damit einen neuen Quasi-Standard für Einsteigerworkstations geschaffen?

Leichtgewicht

Im Gegensatz zum vergleichbaren MOTIF-XS-Modell ist der MOX 6 mit rund sieben Kilogramm ein Fliegengewicht. Trotzdem wirkt das Gehäuse stabil und auch die Bedienelemente zeigen sich angenehm griffig. Die Bedienstruktur folgt den gewohnten Mustern einer Yamaha-Workstation, flüssiges Arbeiten ist somit auch ohne Handbuch bereits nach kurzer Einarbeitung möglich. Die 61 Tasten umfassende, leicht gewichtete Tastatur lässt sich nuanciert spielen, Freunde von 88 Tasten und Hammermechanik können alternativ auf eine größere Version namens MOX 8 zurückgreifen.

Anschlussseitig zeigt sich das Gerät ebenfalls als echter MOTIF und lässt kaum Wünsche offen. Neben Ein- und Ausgängen, einer Kopfhörerbuchse sowie Pedalanschlüssen im Klinkenformat sind ein MIDI-Trio sowie ein USB-Anschluss mit von der Partie. Letzterer erweist sich als besonders vielseitig, da er sowohl Audio- als auch MIDI-Signale senden und empfangen kann. In der Praxis genügt also ein Kabel für die Verbindung mit dem PC oder Mac. Eine noch bessere Integration ins heimische Studio wird durch die Möglichkeit geboten, den MOX 6 auch als Controllerkeyboard inklusive DAW-Steuerung sowie als Audiointerface zu verwenden. Das mitgelieferte Softwarepaket beinhaltet mit Cubase AI, der Orgelsimulation YC-3B und dem Prologue-Analogsynthesizer zudem alle Werkzeuge für einen ambitionierten Einstieg in die Musikproduktion.

Instrumente satt

Wie erwähnt schlummert im Inneren die Klangerzeugung des MOTIF XS. Diese ist nicht nur für Wohlklang bekannt, sondern auch für ihre vielseitige Einsetzbarkeit in verschiedenen Musikstilen. Dementsprechend stehen 1217 Instrumente beziehungsweise 355 MB an Wellenformen bereit, wobei acht Soundelemente zu einem Klang zusammengefasst werden können. Die Bandbreite der verfügbaren Klänge reicht von der Simulation akustischer Instrumente über zahlreiche synthetische Sounds bis hin zu verschiedenen Drumkits. Einen Favoriten auszumachen, fällt hier wirklich schwer. Schon im Rohzustand klingen die Wellenformen exzellent, für weitere Formungen stehen Filter, Hüllkurven und LFOs sowie eine ganze Reihe an Effekten zur Verfügung. Letztere umfassen ein wirklich breites Angebot, das weit über bewährte Studiostandards wie Echo-, Hall und Modulationseffekte hinausgeht. Besonders schön ist die Möglichkeit, auch externe Signale mit der Effektsektion bearbeiten zu können, womit man mit dem MOX 6 auch ein potentes Multieffektgerät geliefert bekommt. Einzig die Filtersektion konnte subjektiv nicht ganz überzeugen, da die Parameter mit 127 Werten recht grob abgestuft sind. Wilde Drehorgien am Cutoff-Regler gehören damit nicht unbedingt zu den Spezialitäten des MOX, Modulationen per LFO oder Hüllkurve erscheinen hier wesentlich sanfter.

Hilfe, bitte!

Neben der Klangerzeugung steckt auch ein ausgefuchster Arpeggiator in Yamahas Neuling. Dieser macht mit satten 6720 Pattern und 256 Performances von der ersten Minute an Lust auf Jammen. Der Performance-Modus unterstützt das leichtfüßige Musikgefühl zusätzlich, indem er bis zu vier Presets kombinieren lässt. Neben einfachen Layer- und Splitsounds können so auch Rhythmen, Bass- und Leadspuren gleichzeitig gespielt werden. Noch einen Schritt weiter gehend, erlaubt sich der MOX bei entsprechendem Tastendruck sogar, eigens einen passenden Layersound vorzuschlagen. Zu guter Letzt ist auch ein Sequenzer an Bord, mit dem sowohl einzelne Passagen als auch ganze Performances schnell eingespielt sind. Ausstattung und Bedienung wissen hier gleichsam zu überzeugen, womit der Neuling auch im Alleingang eine gute Figur macht.

Fazit

Mit dem MOX 6 hat Yamaha die Messlatte für Einsteigerworkstations ein ganzes Stück nach oben gelegt. Sowohl Verarbeitung als auch Klang können nur als erstklassig bezeichnet werden, Kombinationsmöglichkeiten, Spielhilfen und Sequenzer tun ihr Übriges, den Jungspund als vollwertiges Mitglied der MOTIF-Familie darzustellen. Speziell Besitzern kleinerer Studios dürfte zudem die Computerintegration sehr gelegen kommen, womit eine ganze Reihe Zusatzkosten schlicht entfallen.

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