AKTIVER KONTROLLMONITOR MIT DETAILREICHER WIEDERGABE

Test: PSI Audio A 14-M

Beat 4.2010 - von Alexander Weber
A 14-M
Bewertung:
sehr gut (5.5)
Preis: 738 Euro (Stückpreis)
Webseite: psiaudio.com
Hersteller: PSI Audio
Vertrieb: synthax.de
Alternative: JBL LSR 4326P 588 Euro www.audiopro.de Adam S1X 1000 Euro www.adam-audio.de
genaue und detailreiche Wiedergabe
gute Impulstreue
ausgewogene Klangbalance
geringe Tiefenzeichnung
Eckdaten:
• aktiver Kontrollmonitor
• 6-Zoll-Bass-Mittenchassis
• 1-Zoll-Hochtöner
• Bassreflexgehäuse
• 70 Watt/30 Watt für Bässe und Höhen
• Dualendstufe
• Frequenzgang: 56 Hz - 22 kHz (-6dB)
• max. Schalldruckpegel: 101 dB SPL
• Trennfrequenz 3,5 kHz

Seit mehr als 25 Jahren zählt die Schweizer Lautsprecherschmiede PSI Audio beim Bau von Haupt-, Nahfeld- und Kontrollmonitoren zur Oberklasse. Kaum ein anderer Hersteller weiß Serienfertigung und Handarbeit derart gekonnt zu kombinieren. Insbesondere für das kleine Computerstudio legt PSI mit der A 14-M nun eine kompakte Abhöre vor, die die Highend-Technologie der großen Brüder mit geringem Platzbedarf und hoher Mobilität verbinden möchte.

CPR und AOI

Akronyme klingen – besonders im Lautsprecherbau – nicht selten besonders wichtig und hochwissenschaftlich. Oft genug verbergen sich dahinter Wortschöpfungen der Marketingabteilung, die einem fundierten Praxistest kaum standhalten. Ganz im Gegensatz dazu klingen CPR und AOI auch im übertragenen Sinne gut, denn die Qualität dieser beiden Schlüsseltechnologien, die auch in der kleinen A 14-M stecken, ist kaum zu überhören.

CPR steht für „Compensated Phase Response“ und meint in der Praxis die Steuerung der Phasenlage durch ein spezielles Allpass-Netzwerk. Durch die einzelnen Chassis eines Mehrwegsystems und durch die zwischengeschaltete Frequenzweiche entstehen prinzipbedingt frequenzabhängige Verschiebungen in der Laufzeit des Signals. Solche Störungen werden vom Ohr als „Rauminformationen“ übersetzt, wodurch schließlich ein undifferenziertes, schwammiges Klangbild entsteht. Der in der A 14-M verbaute Allpass korrigiert die Phasenlage (±45°) im Bereich zwischen 260 Hz und 16 kHz und sorgt damit im gesamten musikalisch relevanten Bereich für eine weitgehend phasenlineare Abstrahlung.

Eine zweite wichtige Eigenschaft hochwertiger Kontrollmonitore ist ihre Impulstreue, also die möglichst unverzerrte Wiedergabe von Transienten, die einen endlosen Kampf gegen die Trägheit der Membran führen. Insbesondere für tiefe Frequenzen wirkt die Membran nämlich ähnlich einem Hochpassfilter. Hier kommt nun PSIs dynamische Dämpfungsanpassung, kurz AOI, ins Spiel: Für eine hohe Impulsgenauigkeit wird die Membranbewegung ständig überwacht und mithilfe der Endstufenimpedanz dynamisch angepasst.

Aufbau

PSIs kleinste Aktive steckt in einem CNC-gefrästen MDF-Gehäuse, kaum größer als ein DIN-A5-Blatt. In ihrem Inneren werkeln ein Einzoll-Hochtöner sowie ein Sechszoll-Bass-Mittenchassis. Angetrieben wird das System durch eine gut dimensionierte Doppelendstufe, die für die Bässe großzügige 70 Watt, für die Höhen ebenfalls ausreichende 30 Watt Leistung zur Verfügung stellt. Aufgrund ihrer geringen Gehäusemaße besitzt die Box trotz Bassreflexsystem nur eine untere Grenzfrequenz von 65 Hz (±2,5 dB). In den Höhen reicht der Hochtöner bis 18 kHz.

Im Gegensatz zu ihrem Klang gibt sich die A 14-M in puncto Anschlussoptionen eher bescheiden: Eine XLR-Buchse, ein Lautstärkepoti sowie ein Pegeltrimmer sind die einzigen technischen Finessen, die von außen zugänglich sind. Erwähnt werden muss noch der stabile Montagebügel, mit dem sich die Box sicher auf ein Wand- oder Bodenstativ anbringen lässt. Nach vorn geklappt, sorgt er zudem für eine schräge Aufstellung, was dem Einsatz im Desktopstudio entgegen kommt.

Klang

Alle Achtung! Für eine Box dieser Größe entwickelt die A 14-M einen beachtlichen Klang. Auffällig ist vor allem das überraschend straffe, ja trockene Klangbild, das der Lautsprecher im extremen Nahfeld entfaltet. Bauartbedingt kann die A 14-M in den Bässen zwar nicht die gewünschte Zeichnung liefern, für eine solide Beurteilung des Mix reicht ihre Darstellung aber allemal. Schon nach kurzem Probehören wird klar, dass CPR und AOI keine leeren Marketingphrasen sind. Denn plötzlich wird jedes musikalische Detail, jede Facette einer Darbietung hör-, greif- und ortbar.

Fazit

Genauigkeit und Detailtreue zählen zu den Stärken der A 14-M – Übertragungseigenschaften, die die Grundlage für eine zuverlässige Beurteilung einer Mischung bilden. Das kompakte, präzise Klangbild ist dabei wie geschaffen für kleine Räume. Klar, dass diese Aktive gerade im Heimstudio, beim Einsatz auf dem Schreibtisch oder an Audio- und Videoschnittplätzen ihre Qualitäten ausspielt. Insgesamt weiß die Box durch eine gute Klangbalance, insbesondere durch präzise und dennoch unaufdringliche Höhen und eine nuancierte Mittenauflösung zu überzeugen. Ein Probehören sei Ihnen ans Herz zu legen!

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