aktive Studiomonitore

Test: Mackie MR5 MKII

Monitorboxen haben den Ruf, nur in höheren Preisklassen wirklich guten Klang zu liefern. Mit der Neuauflage seiner MR-Serie möchte Mackie das Gegenteil beweisen – und einmal mehr Projekt- und Heimstudios erobern.Das Marktsegment der Monitorboxen ist nach wie vor heiß umkämpft. Wo früher lediglich wenige Standards zur Wahl standen, tummelt sich heute eine kaum überschaubare Menge verschiedener Produkte. Vor allem Allroundmonitore für Musikproduktion, Mischung und Mastering sind gefragt. Ein heikler Spagat, an dem viele Hersteller gescheitert sind.

Von   Uhr

Nachdem Mackie bereits mit der ersten MR-Serie die Redaktion begeistern konnte, legt die Traditionsmarke nun das Mark-2-Modell vor. Klar, dass unserer Erwartungshaltung entsprechend hoch ist. Werden wir enttäuscht?

Schlicht und edel

Die Mackie MR5 MKII stecken in einem schwarzen MDF-Gehäuse. Hoch- und Tieftöner sind sauber in das leicht gewölbte Äußere eingefasst, womit ein schlichter aber gleichzeitig edler optischer Eindruck entsteht. Neben dem Mackie-Logo unterbricht nur die im Betrieb sanft leuchtende LED das Gesamtbild, was den wertigen Eindruck weiter unterstreicht.

Die Anschlusse bestehen aus unsymmetrischen Cinch- sowie symmetrischen Klinken- und XLR-Buchsen, alle auf der Gehäuserückseite angebracht. Zusätzlich finden sich Regelmöglichkeiten für die integrierten Filter zur Klangkorrektur sowie ein Pegelpoti.

Was steckt drin?

Im Inneren der MR5 MKII schlummert hochwertige Technik, namentlich zwei getrennte Class-A/B-Verstärker für Hoch- und Tieftöner, die von einer aktiven Frequenzweiche gefüttert werden. Die Schaltungen des Zwei-Wege-Systems sind voll auf Präzision getrimmt, um Verschiebungen im Klangverhalten zwischen zwei Boxen möglichst gering zu halten. Auch ein aktiver Schutz gegen zu laute Signale ist integriert, Anfängerfehler in puncto Pegeleinstellung dürften dieser MR5-Generation damit kaum etwas anhaben. Der Tieftöner besitzt eine 5¼ Zoll große Membran, die von 55 Watt angetrieben wird. Ein Bassreflexloch gibt zusätzliche Unterstützung und erweitert den Wiedergabebereich spürbar nach unten. Der Einzoll-Hochtöner begnügt sich mit 30 Watt Leistung, mehr als genug für hohe Frequenzen.

Der Frequenzgang deckt laut Mackie 60 Hz bis 20 kHz ab, der maximale Schalldruckpegel wird bei einem Meter Entfernung mit 113 dB SPL angegeben. Um die Monitore an den jeweiligen Aufstellungsort anzupassen, wurden die bereits erwähnten Filter verbaut. Der High-Shelf setzt um 5 kHz an und kann neben Nullstellung zwei Dezibel hinzufügen oder abziehen. Der Low-Shelf ist im Bereich um 100 Hz angesiedelt und gibt auf Wunsch zwei bis vier Dezibel hinzu.

Hört, hört!

Im Test wussten Mackies Neulinge auf Anhieb zu begeistern. Das Klangbild wirkt klar und macht Lust auf musikalisches Vergnügen. Der Sweet-Spot ist sehr weit gehalten, womit auch mehrere Hörer (meist Künstler, Produzent und der Mann an den Fadern) komfortabel beschallt werden können. Ähnlich großzügig fällt das Stereobild aus, das auch nuancierte Bearbeitungen zulässt. Die Filterschaltungen sollten zunächst unangetastet bleiben, in einigen Situationen kann das Herunterregeln der Höhen allerdings durchaus sinnvoll sein. Diese wirken in Nullstellung ein wenig überpräsent, was zwar rein subjektiv sowohl Klarheit als auch Brillanz fördert, bei Mischungen allerdings die neutrale Beurteilung beeinträchtigen kann. Trotzdem kann von Schönfärberei, wie man sie sogar von wesentlich teureren Abhörlösungen kennt, nicht die Rede sein.

Die Bässe halten sich rein subjektiv ein wenig zurück. Freunde von extremem Tiefbass mag dieser Umstand vielleicht ein wenig aufstoßen, für sämtliche anderen musikalischen Spielarten ist das Gebotene aber wiederum exzellent. Wem der Tiefgang der MR5 MKII dennoch nicht ausreicht, der sei an dieser Stelle an den großen Bruder MR8 MKII verwiesen, der mit größerem Woofer, mehr Volumen und einer unteren Grenzfrequenz von 40 Hz sämtliche Fragen zum Thema Bass zufriedenstellend beantworten dürfte. Erwähnenswert ist sicher auch die aktive Frequenzweiche, die den Übergang zwischen Hoch- und Tieftöner exzellent kompensiert. Eine wirkliche Grenzfrequenz durch Anhebung oder Absenkung ist nicht erkennbar.

Fazit

Kompliment: Sauber abgestimmt, hübsch verpackt und zudem noch preiswert angeboten – bei der Neuauflage seiner MRs hat Mackie alles richtig gemacht. Während wir uns beim Ur-Modell noch über den subjektiv zu präsenten Bass beschwerten – eine Geschmacksfrage, über die man sicher streiten kann – haben die Ingenieure beim Nachfolger offenbar die perfekte Balance gefunden. Mit den MR5 MKII haben die „Mackoids“ aus Woodinville nun ein edles Gespann am Start, das sowohl unter professionellen Nutzern als auch bei Heimanwendern viele Freunde finden dürfte.

Testergebnis
ProduktnameMR5 MKII
HerstellerMackie
PreisMR5 MKII: 208 Euro MR8 MKII: 315 Euro
Webseitemackie.com
Pro
  • hochwertiger Aufbau
  • brillantes Klangbild
  • keine Schönfärbung trotz leichter Höhenanhebung
  • sehr detaillierte Wiedergabe

  • Frequenzweiche unhörbar

  • exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis
Bewertung
1sehr gut

Mehr zu diesen Themen:

Diskutiere mit!

Hier kannst du den Artikel "Test: Mackie MR5 MKII" kommentieren. Melde dich einfach mit deinem maclife.de-Account an oder fülle die unten stehenden Felder aus.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.