KOMPAKTES, SOLIDES UND PREISWERTES LIVEPULT

Test: Soundcraft MFXi 12

Beat 1.2010 - von Alexander Weber

MFXi 12

Bewertung:
sehr gut (5.5)
Preis: MFXi 8: 519 Euro; MFXi 12: 628 Euro; MFXi 20: 798 Euro
Webseite:
Hersteller: Soundcraft
Alternative: Peavey 16 FX 799 Euro www.peavey.com Xenyx 2442 FX 428 Euro www.behringer.de Allen & Heath ZED-12 FX 696 Euro www.allen-heath.com
rauscharme GB30-Preamps
solide Verarbeitung
musikalische Equalizer
regel- und speicherbare Effektparameter
Phantomspeisung nur für alle Kanäle gemeinsam
Eckdaten:
• kompakter Livemixer im Pultgehäuse
• 8, 12 oder 20 Monokanäle
• zwei Stereokanäle
• Stereosubgruppe
• GB30-Mic-Preamps
• 48-Volt-Phantomspeisung
• Kanalinserts
• Dreibandequalizer
• zwei Auxwege
• separater FX-Sendweg
• 24-Bit-Lexicon-Digitaleffekte
• 2-Track-Ein- und Ausgänge

Gute Mic-Preamps, flexibles Routing, musikalische Equalizer und reichhaltige Digitaleffekte lassen sich ab heute unter einem Namen zusammenfassen: Soundcraft MFXi.

Der britische Hersteller Soundcraft ist seit vielen Jahren für seine ausgefeilten Livepult-Konzepte bekannt. Mit der neuen MFXi-Serie präsentiert der Spezialist aus Hertfordshire nun drei kompakte Mixer, die auch den Studioalltag bereichern können. Auf den ersten Blick unterscheidet sich das MFXi 12 kaum von einem herkömmlichen Recordingpult, denn alle für das Aufnehmen und Mischen wichtigen Zutaten sind selbstverständlich auch in Soundcrafts neuer Kompaktkonsole enthalten. Seine Livequalitäten, die sich einerseits in durchdachten Routingoptionen offenbaren, aber auch an der Vielzahl an Bussen und Gruppen zu erkennen ist, gibt das Pult erst bei der praktischen Arbeit preis.

Architektur

Jeder der zwölf Eingangskanäle besitzt einen rauscharmen Mikrofonvorverstärker, den Soundcraft aus den Pulten seiner Edelserie GB30 übernommen hat. Einer der wenigen Kritikpunkte ist hier die nur gemeinsam schaltbare 48-Volt-Phantomspeisung, die wir uns lieber in Gruppen gewünscht hätten, denn nicht jede Signalquelle kann mit der Spannung an den Stiften 2 und 3 zuverlässig umgehen. Natürlich lassen sich auch Linequellen symmetrisch oder unsymmetrisch an den Kanaleingängen betreiben. Direkt nach der Vorverstärkung bietet das Pult einen Einschleifpunkt für externe Klang- oder Dynamikeffekte wie Equalizer, Kompressor oder Limiter. Den Abschluss bildet das obligatorische Trittschallfilter bei 100 Hz.

Direkt im Anschluss folgt die Klangregelung in Form eines Dreibandequalizers mit semiparametrischen Mitten. Höhen und Bässe greifen bei 12 kHz beziehungsweise 80 Hz mit einem Pegelhub von ±15 dB. Die Mitten überstreichen den gesamten Bereich von 150 Hz bis 3,5 kHz und reichen damit von den mittleren Bässen bis in die unteren Höhen hinein. Die Güte (Q-Faktor) stellt mit einem Wert von 1,5 einen akzeptablen Kompromiss dar, dürfte für Studioanwendungen jedoch zu breitbandig sein. Soundcraft bezeichnet seine Klangregelung als „Classic British EQ“ – ein Terminus, der sich indirekt auf die Analogkonsolen der Sechziger und Siebziger bezieht, ohne lizenzpflichtige Name wie Rupert Neve oder Trident bemühen zu müssen. Equalizer dieser Bauart werden oft – gerade bei der Bearbeitung von Stimmen oder akustischen Instrumenten – als lebendiger und musikalischer empfunden.

Auxwege & Effekte

Ein Highlight des MFXi 12 sind die drei Auxwege, von denen Aux 3 alternativ auch den internen digitalen Lexicon-Effektprozessor bedienen kann. Soundcraft setzt in der MFXi-Serie auf die bekannten Algorithmen aus Lexicons Multieffekt MX400. Mit an Bord sind nützliche Liveeffekte wie Hall, Delay, Chorus, Flanger, Phaser, Rotary oder Vibrato. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern macht Soundcraft aber drei Effektparameter mittels Drehpotis zugänglich, sodass man die durchweg guten Effekte recht genau den eigenen Wünschen anpassen kann. Dank Tap-Tempo-Taster lassen sich auch Verzögerungseffekte gut synchronisieren. Während Aux 1 immer vor dem Fader abgegriffen wird und damit ideal zur Erstellung eines Monitormix geeignet ist, lässt sich Aux 2 pre- oder post-fader schalten. Der Weg zum Digitaleffekt liegt dagegen immer hinter dem Fader.

Routingoptionen

Ein flexibler Signalfluss ist bei Livepulten ebenso wichtig wie guter Klang. Das MFXi 12 bietet dafür – neben zwei zusätzlichen Stereospuren für externe Zuspieler und dem 2-Track-Ein- und Ausgang – auch zwei Monosubgruppen, die auf der Stereosumme auflaufen. Damit lassen sich beispielsweise Schlagzeug, Rhythmusgruppe oder Hintergrundgesang zusammenfassen und gemeinsam in Pegel und Panorama regeln oder mit externen Effekten versehen. Ausgangsseitig bietet der MFXi neben Stereosumme und den drei Auxwegen auch eine Monosumme, einen eigenen Monitorausgang, selbstverständlich den Subgruppenausgang sowie eine Fußtasterbuchse zum Aktivieren der Digitaleffekte. Am Ende eines jeden Kanalzugs finden sich neben Mute-, PFL- und Routing-Taster auch ein angenehm leichtgängiger 60-Millimeter-Fader.

Die MFXi-Serie

Die Mixer der MFXi-Serie kommen derzeit in drei Geschmacksrichtungen: Während sich die kleinste Version MFXi 8 mit acht Monokanälen für Einzel-Setups empfiehlt, bedient der MFXi 12 problemlos kleine Bands und ist als 20-Kanal-Version auch großen Auftritten gewachsen.

Fazit

Das MFXi 12 ist ein kompaktes und solides, aber vor allem preiswertes Livepult, das neben vielen Routingoptionen vor allem eine gut klingende Effektsektion mitbringt. Positiv vermerken wollen wir auch die Editier- und Speicherbarkeit der Effekte und den großzügigen Headroom, den die konsequent analoge Signalführung mit sich bringt. Wer sich im Studio also nicht nur hinter dem Computer verschanzt, sondern öfter mal vor Publikum spielt, sollte einen der drei MFXi in die engere Wahl ziehen.

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