Test: Monkey Banana Turbo 8

Beat 708.2012 - von Henning Schonvogel

Turbo 8

Bewertung:
sehr gut (6.0)
Preis: 410 Euro
Hersteller: Monkey Banana
Alternative: Mackie MR8 MK2 315 Euro/Stück, KRK RP8 Rokit G2 297 Euro/Stück, Yamaha HS80M 308 Euro/Stück
solider Aufbau
einzigartiges Design
analoge und digitale Eingänge
erstklassiger Detailreichtum
gleichmäßiger Frequenzgang
sehr gutes Dynamikverhalten
breiter Sweetspot
HF- und LF-Regler
günstiger Preis
Eckdaten:
• Aktiver Nahfeld-Monitor
• analoge und digitale Eingänge
• Achtzoll-Woofer
• Einzoll-Seidenhochtöner
• 80/30 Watt Verstärkerleistung
• Frequenzgang: 45 Hz – 30 kHz
• 10-kHz-HF-Regler
• 100-Hz-LF-Regler
• 100 dB Rauschabstand
• Klirrfaktor: 0,04% / 0,02%
• magnetisch abgeschirmt

Viele DJs, Musiker und Produzenten sind ständig auf der Suche nach einer Monitorbox, die vermeintlich noch etwas ehrlicher und präziser klingt als das vorhandene Modell. Erwägungen für dieses oft kontraproduktive Treiben gibt es reichlich: Genaueres Timing, weniger Mischfehler, knackigeres Sounddesign und ergiebigere Übungssessions sind nur einige der Ergebnisse, die sich Suchende von ihrem fortlaufenden Stöbern versprechen. Mit der Turbo-Serie möchte Monkey Banana der Suche nun ein Ende setzen. Durch sorgfältige Forschung und Entwicklung sollen hier Abhörsysteme entstanden sein, die neue Maßstäbe in Genauigkeit und Performance setzen. Ein erster Test [1] der kleinen Turbo 5 zeigte bereits, dass hinter den Marketingversprechen mehr steckt als nur heiße Luft. Nun steht das größte Modell der Turbo-Familie auf dem Prüfstand, die Turbo 8. Kann sie endgültig beweisen, dass den Affen die Zukunft gehört?

Dezent oder grell
Mit 42 mal 38 mal 52 Zentimetern und einem Gewicht von rund 12 Kilo erweist sich die Turbo 8 zumindest auf dem Papier als typisch für eine große Nahfeld-Monitorbox. Der Anblick ist trotzdem ungewöhnlich, denn das Gehäuse kommt nicht wie üblich in Quaderform daher, sondern bringt einige zusätzliche Ecken mit. Farblich kann zwischen dezentem Schwarz und einem grellen Rotton gewählt werden, womit optisch sowohl konservative als auch exzentrische Nutzer voll auf ihre Kosten kommen. Als Material wurde ein speziell auf akustische Anwendungen getrimmtes MDF verwendet, abgerundete Kanten unterbinden störenden Reflexionen. Die Chassis sind sauber in die Front eingelassen, ein leuchtendes Logo zeigt die Betriebsbereitschaft an. Auf der Rückseite befindet sich eine Metallplatte, die neben einem Bassreflexloch sämtliche Bedienelemente und Anschlüsse birgt. Für analoge Eingangssignale stehen Cinch- und XLR-/Klinke-Kombibuchsen bereit, digitale Signale lassen sich via S/PDIF-Eingang und Thru-Weg nutzen. Zwei Umschalter dienen der Kanalauswahl, zur Pegelregelung sowie für Frequenzanpassungen von Höhen- und Tiefenbereich sind drei mittengerasterte Minipotis verbaut. Strom bekommen die Turbo 8 wie üblich per Kaltgerätebuchse, ein Netzschalter ist natürlich ebenfalls an Bord. In puncto Aufbau können den „großen Affen“ mit diesem Umfang nur Bestnoten ausgestellt werden. Schauen wir mal, wie es um die inneren Werte bestellt ist.

Kraftvoll
Im Inneren der Turbo 8 werkelt ein aktives Zwei-Wege-System, dessen Übergangsfrequenz bei 3 kHz liegt. Die Verstärkerleistung beträgt 30 Watt für den einzölligen Seidenhochtöner sowie 80 Watt für den acht Zoll großen Woofer mit Polypropylen-Keramik-Membran, der Rauschabstand ist mit 100 dB angegeben. Durch Features wie eine große Schwingspule, NDFeB-Neodym-Magnete oder die Ferrofluidkühlung soll eine lineare, aber dennoch druckvolle Wiedergabe jeden Audiomaterials gewährleistet werden. Die bereits erwähnten Regelmöglichkeiten für den HF- und LF-Bereich greifen bei 10 kHz bzw. 100 Hz. Anhebungen und Absenkungen können bis zu ±6 dB betragen. Anpassungen an den Aufstellungsort sind damit kein Problem, der Frequenzgang verspricht mit einem Spektrum von 45 Hz bis 30 kHz musikalischen Genuss pur.

Zubeißen
In der Praxis fiel als Erstes eine „klangliche Detailverliebtheit“ der Turbo 8 auf. Wie schon beim kleineren Modell werden auch kleinste Störgeräusche gnadenlos aufgedeckt, durch die größere Kraft im Bassbereich erscheint das Gesamtbild allerdings weniger spitz beziehungsweise aggressiv. Damit sind die Monitore nicht nur als scharfe Kritiker zu gebrauchen, auch DJ-Sessions und Produktionen können komfortabel absolviert werden. Der Frequenzgang wirkt ausgeglichen, akustische Eigenschaften des Raumes sind mit den HF- und LF-Reglern schnell ausgeglichen. In Sachen Druck und Dynamik konnten die Monitore ebenfalls überzeugen, alle Komponenten scheinen erstklassig aufeinander abgestimmt zu sein. Abschließend soll auch der relativ breite Sweetspot nicht unerwähnt bleiben, der die Monkey Bananas ideal für DJ- oder Produzententeams macht.

Fazit
Mit den Turbo 8 haben die Jungs von Monkey Banana erneut bewiesen, dass sie das Handwerk des Boxenbaus perfekt beherrschen. Anders als die Turbo 5 hat man es hier mit wirklichen Allround-Talenten zu tun, die trotz hoher Auflösung und absoluter Ehrlichkeit stets eine gute Portion Wohlklang mitbringen. Zwar gibt es auch andere Hersteller, die diesen Spagat vollbringen, bei ihnen muss man allerdings mindestens das Doppelte bezahlen, um an gleiche Qualität zu kommen.

[1] siehe Beat 02|2011, nachzubestellen im www.falkemedia-shop.de

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