Test: Mackie Thump TH-12A

Beat 9.2011 - von Maya C. Sternel

Thump TH-12A

Bewertung:
gut (5.0)
Preis: 356 Euro
Webseite:
Hersteller: Mackie
Alternative: Eurolive B212D (279 Euro), Cromo 12 (418 Euro)
leicht und kompakt
guter, ausgewogener Sound
nützlicher Dreiband- EQ
Phasen- und Laufzeitkorrektur
attraktives Preis-Leistungsverhältnis
rückseitige Overload-LED
nur eine Anschlussmöglichkeit
Eckdaten:
• Zweiwege-Fullrange-PA
• Zwölfzoll-Tieftöner
• Einzoll-Hochtontreiber
• 50/150 Watt für Höhen und Bässe
• Frequenzgang: 57 Hz – 20 kHz
• Trennfrequenz: 3 kHz
• Schalldruck: 112 dB SPL
• Dreiband-EQ
• XLR-Eingang
• Monitorschräge
• Hochständerflansch
• Abstrahlwinkel: 90° x 60°
• Gewicht: 11,6 kg

Bereits mit seiner Einsteiger-Serie SRM konnte Mackie im Test punkten. Mit den neuen Thumps versucht sich der Hersteller nun an einer Alternative in der Mittelklasse.

Mackie hat im umkämpften Markt für aktive Fullrange-PAs die TH-12A aus der Thump-Serie in den Ring geschickt. Bei den gebotenen Leistungsdaten und der Bestückung der Zweiwege-Bassreflexbox mit dem etablierten Polypropylen-Kunststoffgehäuse erwarten wir für das Leichtgewicht einen kräftigen Punch, gute Technik, Schnelligkeit und ein einfaches Handling. – Auf in den Kampf.

Dicke Muckies

Satte 200 Watt Sinus hat die kompakte Box mit dem kräftigen Stahlgitter zu bieten, verteilt auf 150 Watt Sinus für den Zwölfzoll-Tieftöner plus 50 Watt Sinus, die eine Class-AB-Endstufe an den Einzoll-Hochtontreiber schickt. 400 Watt Peak stehen damit in der Spitze zur Verfügung. Der durchschnittliche maximale Schalldruck wird mit 112 dB SPL angegeben.

Hoch- und Tieftöner sind aus dem oberen Regal. Der Frequenzgang der TH-12A liegt zwischen 57 Hz und 20 kHz. Eine elektronische Frequenzweiche steuert die Chassis sauber an. Die Trennfrequenz liegt bei 3 kHz. Hier zeigt sich, dass es eine gute Idee war, „nur“ einen Zwölfzöller für die Tiefen zu wählen. So ist es theoretisch gelungen, einen homogenen Übergang zwischen Höhen und Tiefen zu schaffen, der auch satte Bässe beinhaltet, für den richtigen Schlag in die Magengrube aber lieber gleich den Subwoofer-Einsatz empfiehlt.

 

Gute Reflexe

Mackie hat der Box eine elektronische Phasen- und Laufzeitkorrektur spendiert. Das Ziel dabei ist die optimale Ansteuerung der Chassis je nach benötigter Leistung. Das kann von der Lautstärke und von den geforderten Frequenzen her natürlich sehr unterschiedlich sein. Die aktive Elektronik soll dabei ihren Dienst unauffällig im Hintergrund verrichten. Nur wenn man es übertreibt, also zum Beispiel die Overload-Anzeige beharrlich ignoriert, treten verschiedene Schutzschaltungen in Aktion. Ein Hochpassfilter bei 60 Hz verhindert die mechanische Überlastung des Tiefton-Chassis. Und wenn es trotz der effizienten Konvektionskühlung zu heiß wird, verfügen beide Verstärkereinheiten außerdem über eine Thermoschutzschaltung.

 

Hohe Flexibilität

Ein zuschaltbarer Equalizer erlaubt es, mit zwei Shelving-Filtern bei 80 Hz für die Tiefen und bei 12 kHz in den Höhen in das Klangbild einzugreifen. Zusätzlich gibt es eine Mittenklangregelung, deren Wirkungsbereich zwischen 100 Hz und 8 kHz liegt. Die TH-12A verfügt also über mehrere Möglichkeiten, ihre Klangcharakteristik den räumlichen Verhältnissen und dem jeweiligen Aufgabengebiet anzupassen. So kann man etwa die Schärfe herausnehmen, wenn der Raum oder wenig Publikum keine Höhen schluckt. Mit dieser Klangregelung lässt sich auch das Rumpeln durch Trittschall bekämpfen, wenn die TH-12A als Bühnenmonitor genutzt werden soll. Drei ergonomische Tragegriffe und ein Hochständerflansch machen Handling und flexiblen Einsatz zusätzlich einfach. Flugpunkte gibt es keine.

 

Kleiner Cut

Die Anschlussmöglichkeiten auf dem rückseitigen Bedienfeld der Boxen sind eher bescheiden: Ein XLR-Eingang, das war’s. Mithilfe eines Level-Reglers kann man das Gesamtsignal aussteuern, das am Eingang der integrierten Endstufen anliegt. So ist es möglich, auch direkt ein Mikrofon anzuschließen. Es bleibt allerdings ein Mangel, dass man bei Cinch- oder Klinkenanschlüssen immer mit Adaptern arbeiten muss. Wir umgehen diese kleinen Schwierigkeiten, legen alles auf ein Mischpult und verkabeln die Boxen damit. Auf dem Stativ sehen sie richtig niedlich aus und wir hoffen doch sehr, dass wir unsere kleine Tanzfläche damit rocken können. Power on!

 

Punktezettel

Wir schalten den Equalizer aus und lassen ordentliche Tanzmucke aus dem CD-Player quillen. Die Mackie TH-12A tritt sofort an. Mit ausgewogenem Klangbild macht sie mächtig Druck und lässt schnell vergessen, dass sie eigentlich ein Leichtgewicht ist. Transparente Mitten mit einem druckvollen Bauch, dazu ausgewogene Höhen, die erst an der Leistungsgrenze der Boxen leicht schneidend werden. Wir aktivieren die Klangregelung, gehen mit den Höhen auf 11 Uhr und da ist er wieder, der schöne, ausgewogene Sound. Zu späterer Stunde drehen wir die Höhen wieder rein, weil der Laden mit 150 Leuten gut besucht ist. Und weil die Beats auch immer fetter werden, wünschen wir uns denn doch ziemlich schnell einen Subwoofer. Aber bis dahin haben die TH-12A wirklich einen feinen Job gemacht und einen klaren Punktsieg errungen. Und mal ehrlich: Es muss ja auch nicht immer bis zum K.O. auf die Ohren geben.

 

Schlussgong

Mit der TH-12A hat Mackie seine Thump-Serie sinnvoll erweitert. Solide und robust ausgestattet, bieten sie einen dichten, ausgewogenen Klang, gutes Handling und machen auch beim Preis-Leistungsverhältnis eine klasse Figur.

 

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