Test: M-Audio BX8 D2

Beat 708.2012 - von Henning Schonvogel

BX8 D2

Bewertung:
sehr gut (5.5)
Preis: 416 Euro
Webseite:
Hersteller: M-Audio
Alternative: Yamaha HS80M 618 Euro, Mackie MR8 Mk2 684 Euro, KRK RP8 RoKit G2 594 Euro
solide Verarbeitung
kraftvolle Bässe
stabile Bedienelemente
gutes Stereobild
ausgewogene Höhen & Bässe
kein Raum-EQ
hörbare Mittensenke
Eckdaten:
• aktive Studiomonitore
• 8-Zoll-Kevlar-Tieftöner
• 1¼-Zoll-Seidenhochtöner
• Bi-amping-Konzept
• 70/60 Watt Leistung
• Frequenzgang: 38 Hz – 22 kHz
• Bassreflex-Gehäuse
• Limiter
• Infraschall-Filter
• erweiterter Niederfrequenzbereich
• XLR- und 6,3-mm-Klinkeneingänge

Die Monitore der BX-Serie erfreuen sich bereits seit längerem großer Beliebtheit. Vor allem in Heim- und semiprofessionellen Studios sind sie oft anzutreffen. Ein Grund neben der guten Klangqualität ist auch ihr günstiger Preis. Das neuste Mitglied der Familie hört auf den Namen BX8 D2. Mit acht Zoll großem Woofer möchte die Box besonders Freunde basslastiger Musikstile begeistern. Durch clevere Abstimmung soll sie aber auch bei anderen Anwendungen brillieren. Die Anschaffungskosten halten sich nach wie vor in engen Grenzen, angesichts des Aufbaus und der technischen Daten erscheinen sie geradezu unfassbar niedrig. Was macht M-Audio also anders als die übrigen Hersteller? Und wie klingt das dann?

Familienbande
Wie alle Monitore der BX-Familie kommt auch das neuste Mitglied in typisch dunklem Gewand daher. Das Gehäuse ist aus Vinyl-beschichtetem MDF gefertigt, alle Kanten sind abgerundet. Zur Entkopplung von ihrer Stellfläche bringen die Boxen dünne Schaumstoffmatten mit, die gleichzeitig einem Verrutschen entgegenwirken sollen. Das Gewicht ist mit 12 Kilo nicht gerade niedrig, für eine Box mit achtzölligem Woofer aber keine Seltenheit. In puncto Verarbeitung können M-Audio nur Bestnoten ausgestellt werden: Hoch- und Tieftöner sind sauber in die Front eingelassen, das Gehäuse wirkt wertig und die rückseitig verbauten Komponenten, Potis, Stecker erweisen sich als grundsolide. Für Eingangssignale stehen eine XLR- und eine Studioklinken-Buchse bereit, Strom wird per Kaltgerätestecker zugeführt. Ein großer Lautstärke-Poti dient der Pegelregelung. In der Redaktion hätten wir uns darüber hinaus noch Korrekturfilter zur Anpassung an die Raumakustik gewünscht. Leider lassen sich die Boxen so nicht einfach für den jeweiligen Aufstellungsort optimieren.

Höhen und Tiefen
Die Gesamtleistung der BX8 D2 beträgt 130 Watt. Im Detail stehen dem Tieftöner 70 Watt zur Verfügung, der Hochtöner wird mit 60 Watt betrieben. Die Übergangsfrequenz liegt bei 2,2 kHz, ein Bassreflexloch erweitert den Übertragungsbereich nach unten. Im Gegensatz zu vielen anderen preisgünstigen Monitoren wissen die Chassis mit qualitativ hochwertigen Materialien zu begeistern. So bietet der Woofer eine Kevlar-Membran, beim Hochtöner wurde auf Seide gesetzt. Zusätzlich ist hier ein Waveguide verbaut. Natürlich ist die BX8 D2 magnetisch abgeschirmt, zusätzliche Schutzschaltungen wie Limiter und Infraschall-Filter schützen den Monitor vor Beschädigungen und vorzeitiges Ableben. Mit einem Spektrum von 38 Hz bis 22 kHz ist der Frequenzgang wohl jedem Anwendungsfall und jeder musikalischen Stilrichtung gewachsen. Der Rauschspannungsabstand liegt laut Hersteller bei über 100 dB.

Vorne
Zu Beginn des Tests erwies sich die BX8 D2 in puncto Dynamik als vergleichsweise schwach – ein Umstand, der bei fabrikneuen Modellen aufgrund steifer Sicken häufig zu beobachten ist. Auch beim Probehören im Laden oder Zuhause sollte man zur Sicherheit also eine gewisse Einspielzeit und Aufwärmphase einplanen. Danach wirkt der Sound sehr druckvoll, das Stereobild ist ebenfalls gut. Der Frequenzgang erscheint für Boxen dieser Preisklasse recht gleichmäßig, lediglich die Mitten fallen gegenüber Höhen und Tiefen subjektiv etwas ab. Im Gegensatz zum kleineren Modell, den BX5 D2, ist das Gesamtbild dennoch wesentlich ausgewogener. Sofern die satten Tiefen Mitbewohner und Nachbarn nicht stören, sollte man (nicht zuletzt auch wegen der geringen Preisdifferenz) ganz klar zum größeren Modell greifen. Der Detailreichtum weiß ebenfalls zu überzeugen, selbst subtile Knackser oder Störgeräusche lassen sich zuverlässig auffinden. An die Auflösung edler Abhörsysteme kommen die BX8 D2 zwar nicht heran, für Produktionen und Mischungen im Hobby- und semiprofessionellen Bereich reicht das Gebotene aber locker aus.

Fazit
Die BX8 D2 sind für Einsteiger eine exzellente Wahl. Der Frequenzgang präsentiert sich über weite Strecken ausgewogen, die Tiefen fallen erst relativ spät ab – speziell bei der Produktion elektronischer Musik ein unverzichtbares Charaktermerkmal. Dynamik und Stereobild sind ob des Preisniveaus von rund 400 Euro gleichsam vorbildlich, lediglich an die sehr präsenten Höhen muss man sich unter Umständen erst gewöhnen. Dafür ist die Auflösung in diesem Bereich aber auch besonders hoch, was die Fehlersuche sehr erleichtert. Auch für DJs sind die BX8 D2 eine gute Wahl. Mit ordentlich Wumms machen sie jede Übungssession zu einem großen Vergnügen. Die Verarbeitung ist ausgesprochen solide und unterstreicht den rundum positiven Eindruck. Unser Tipp: Probehören!

 

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