Flock

Können Web-Browser sozial sein? Wenn es nach den Entwicklern eines neuen Browsers geht, schon: Flock steht ganz im Zeichen des Blog.

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Zielgruppenspezifische Browser gab es schon immer: sei es der verquere Kunstbrowser mit Volltransparenz I/O/D/4, oder diverse Kinderbrowser. Angesichts boomender Community-Dienste wie del.icio.us und Flickr war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis es auch dafür den passenden Browser geben würde. Flock wurde für diese Zielgruppe entwickelt, kann aber natürlich auch ganz normal benutzt werden. Der Browser basiert auf Firefox und kommt sogar mit einigen von dessen Erweiterungen klar. Die Darstellung von Webseiten entspricht ebenfalls der des kleinen Pandas.

Lecker

Optisch hebt sich Flock durch eine etwas andere grafische Gestaltung von Firefox ab. Mit den Firefox-Themen ist der Browser jedoch nicht kompatibel. Auffällig ist der große Stern neben der Webadresse, der dazu dient, schnell ein Lesezeichen für die aktuelle Seite anzulegen. Das Besondere an den Lesezeichen ist deren Lagerung, denn Flock tauscht sich mit del.icio.us aus, einem Online-Lesezeichen-Dienst. Zu jeder Seite können Tags (Stichwörter) notiert werden, in del.icio.us erfährt man sogar, wie viele andere Benutzer die gemerkte Seite zu ihren Lieblingsseiten zählen. Online darf auch in den Lesezeichen Anderer gestöbert werden. Selbstverständlicher Bestandteil der Flock-Lesezeichen sind RSS-Feeds, welche die Anwendung gleich abonniert.

Der Stern färbt sich orange, falls sich die Seite schon in den Lesezeichen befinden sollte. Ein Zwang, die Lesezeichen online zu stellen, besteht nicht. Weniger sozial, aber praktisch, ist die Suchfunktion, die sowohl lokal im Browsercache und in den Lesezeichen, als auch online suchen kann. Die lokale Suche erinnert dabei etwas an Spotlight: Nach den ersten paar eingetippten Buchstaben erscheinen bereits die Suchergebnisse. Ignoriert man diese, wird der Begriff ganz normal an die ausgewählte Suchmaschine übergeben.

Blogging

Neben den Lesezeichen ist die Blogging-Unterstützung ein großes Unterscheidungsmerkmal zwischen Flock und Firefox. In Flock ist ein kompletter Blog-Editor eingebaut, der mit Blog-Anbietern/Blog-Tools wie WordPress, Blogger und Movable Type zusammenarbeitet – es müssen lediglich die Zugangsdaten in den Einstellungen eingegeben werden. Das Blogging hat sogar im normalen Browser seine Spuren hinterlassen: Wird ein Text markiert und dann mit Ctrl+Mausklick das Kontextmenü aufgerufen, kann mit „Blog this“ sofort ein Blog-Eintrag zu der Markierung geschrieben werden.

Eine Art Notizblock für surfende Blogger ist das Shelf: Es nimmt Text- und Bildschnipsel auf und gibt sie von da aus an den Blog-Editor weiter. Der Blog-Editor ist es auch, der Flock mit Flickr, der Foto-Community, verbindet. Über dem Editor ist eine Flickr-Leiste, aus der die Fotos direkt in den Editor gezogen werden können – es muss sich dabei noch nicht einmal um die eigenen Fotos handeln.

Fazit

Die hinzugekommenen Funktionen sind für Benutzer von del.icio.us und Blog-Diensten praktisch. Zwar gibt es diese Funktionen zum Teil in Form von Erweiterungen auch für Firefox, aber in Flock wirken sie besser integriert. Die Flickr-Unterstützung ist noch nicht so weit entwickelt, es wäre schön, wenn der Browser auch den Upload der Fotos übernehmen würde.

Testergebnis
ProduktnameFlock 0.5
HerstellerFlock, Inc.
PreisFreeware
Webseitewww.flock.com
Pro
  • Integration mit del.icio.us
Contra
  • andere Lesezeichen-Dienste werden nicht unterstützt
SystemvoraussetzungenMac OS X
Bewertung
2,7befriedigend

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